Sina31
Hallo, mein Sohn ist 10 Monate alt und ich möchte ihn gern am Tag abstillen. Er bekommt morgens Frühstücksbrei, Mittagsbrei und abends Milchbrei. Als Zwischenmahlzeit Obst oder ähnliches. 2x am Tag schläft er noch und dazu habe ich ihn gestillt. Also vor dem Schlafen angelegt, dann wach in sein Bettchen gelegt, mich dazu gekuschelt und dann ist er eingeschlafen. Nun habe ich versucht ihm den Trinklernbecher statt der Brust zu geben. Den nimmt er sonst am Tage auch problemlos. Das klappt aber einfach nicht. Er stößt ihn weg und weint ganz bitterlich. Kuscheln etc. reicht ihm nicht. Was kann ich tun? Ich möchte gern tagsüber etwas unabhängiger sein. Ich fange auch bald an zu Arbeiten und er geht in die Krippe. Da kann ich ja auch nicht stillen. Außerdem fahren mein Partner und ich in 3 Wochen für einen Tag weg (späten Abend sind wir wieder da) und da übernimmt meine Mutter den kleinen Spatz. Bin ganz traurig und weiß nicht, was ich tun kann.
Liebe Sina31, Stillen ist viel mehr als nur eine Form der Ernährung: es ist Trost, gibt Nähe, Geborgenheit und Zuwendung. Deshalb ist das Stillen in keiner Hinsicht mit dem Flaschegeben zu vergleichen. Dein Sohn spürt, dass Du dich ihm entziehen willst und das macht ihn unsicher, so dass er noch mehr „klammert", noch stärker deine Nähe und die Geborgenheit an der Brust sucht. Das Abstillen jetzt mit aller Macht „durchziehen" zu wollen, wird viel Kraft und Tränen bei allen Beteiligten fordern. Vielleicht kannst Du dich noch ein wenig gedulden und erst einmal wieder etwas Ruhe einkehren lassen. Sobald sich dann die Situation etwas entspannt hat und wenn Du für dich ehrlich alles Für und Wider des Abstillens abgewogen hast und dir dann sicher bist, dass Du abstillen willst (oder vielleicht eben doch nicht: ), überlege dir, wie Du das Abstillen angehen wirst. Wichtig ist es, dass DU ÜBERZEUGT bist und das deinem Kind so auch zeigst. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind abstillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Dein Kind spürt deinen Zwiespalt und da es sich nicht hinsetzen und sagen kann "Mama, ich spüre, dass Du dir nicht sicher bist, was jetzt das Richtige ist, deshalb werde ich dir jetzt bei deiner Entscheidungsfindung helfen" reagiert es auf deine Zweifel mit Unruhe, Weinen und Verunsicherung. Es hat keine anderen Ausdrucksmöglichkeiten als Weinen und (vermehrte) Anhänglichkeit. Babys sind für "geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Abstillen, dann wird dein Kind fühlen "Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Fällt deine Entscheidung für das Weiterstillen, bedeutet dies keineswegs zwingend, dass dein Kind noch jahrelang gestillt werden will, im Gegenteil: es kann sein, dass dein Kind sich dann sehr bald von selbst abstillt, eben weil es auch dann nicht mehr mit einem Zwiespalt leben muss. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Denke daran, dass das Stillen für dein Kind viel mehr ist, als nur Ernährung. Vielleicht kannst Du noch ein wenig abwarten, so lange Du nicht regelmäßig tagelang weg bist, lassen sich einige davon immer gut überbrücken! Dein Kind weiß ganz genau, dass es nur bei DIR an die Brust kann und es wird lernen, dass es bei einer anderen Person andere Regeln gibt. In der Kita weiß dein Kind genau, dass DU nicht da bist und wird viel besser klar kommen. Jetzt versteht es nicht, warum es nicht an die brust darf, denn Du bist ja DA. Deine Mutter und dein Baby werden es schaffen, auch wenn Du jetzt weiterhin tagsüber stillst! Mein Mann ist damals mit dem Auto durch die Stadt gefahren und die Kinder haben Lichter gezählt, bis ihnen die Augen zufielen, an anderen Tagen durften die Kinder auf der Couch in Papas Arm einschlafen und wenn es gar nicht gegangen wäre, hätten Sie eben gekuschelt bis zum Umfallen ;-). Ich habe damals auch überlegt, ob ich abstillen sollte (ich musste ins Krankenhaus), aber so waren es einige wenige unruhige Nächte, die meinen Mann mehr gestresst haben, wie meinen Moritz ;-), der hatte nämlich eigentlich viel Spaß mit seinem Papa und war am Abend so platt, dass es gut geklappt hat. Sobald ich wieder daheim war, hat er sich auf mich gestürzt und er war glücklich, dass er wieder stillen durfte. Du wirst sehen, es wird klappen, setze dich jetzt nicht so sehr unter Druck! LLLiebe Grüße Biggi
Sina31
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich werde es mir durch den Kopf gehen lassen.:)
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