Mitglied inaktiv
Hallo, mein sieben Monate alter Sohn bekommt seit ca. 2 Monaten mittags Gemüse bzw. Menü mit Fleisch. Allerdings betrachtet er dies nur als Vorspeise und isst max. 1/3 Gläschen. Danach will er an die Brust. Als er mal mehr gegessen hatte und hinterher nicht gestillt wurde, hatte er am nächsten Tag den Brei ganz verweigert. Beim Milchbrei macht er so etwas nicht. Ist das nun reine Gewohnheitssache, wie mir eine Hebamme erklärte oder braucht er eventuell einfach noch soviel Milch wegen Kalzium etc. (Er ist motorisch schon gut entwickelt, sitzt schon recht sicher und möchte am liebsten den ganzen Tag an meinen Händen spazieren gehen.)
Liebe Sandy, es ist überhaupt nicht schlecht, wenn Ihr Sohn nach dem Brei noch gestillt wird. Er ist gerade erst sieben Monate alt und damit noch am Beginn der "Beikostkarriere" und in dieser Zeit sollte der Begriff "BEI Kost" wörtlich verstanden werden. Beikost ist etwas, was die Muttermilch ergänzt und nicht ersetzt. Es ist deshalb normal und richtig in Verbindung mit der Beikost zu stillen, nicht zuletzt deshalb, weil auf diese Weise bestimmte Bestandteile der Beikost vom Kind besser verwertet werden können. So lange ein Baby noch ausreichend oft gestillt wird, braucht es keine andere Milch als die seiner Mutter und gerade bei einem allergiegefährdeten Kind ist es sinnvoll, die Gabe von Kuhmilch und Kuhmilchprodukten nicht zu früh zu beginnen. Ein gestilltes Kind kann seinen Milchbedarf problemlos an der Brust decken und artfremde Milch steigert immer das Allergierisiko. Vielleicht sollten Sie deshalb auf den Milchbrei verzichten. Ich weiß, dass fast überall steht: "zunächst wird die Mittagsmahlzeit ersetzt und im Abstand von etwa vier Wochen ersetzen Sie die nächste Mahlzeit usw". Gleichzeitig wird "eine Mahlzeit" als die Menge definiert, die in ein Gläschen passt und zwar für alle Kinder gleich. Doch dieses Schema, das leider immer noch oftmals propagiert wird verursacht in vielen Fällen nichts weiter als Stress und Tränen. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit "ersetzt" werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT Kost heißen. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein. Beikost ist auch keineswegs automatisch "sättigender" als Muttermilch und keineswegs sammelt sich durch längere Abstände zwischen den Stillzeiten Milch in der Brust an, so dass das Kind dann länger satt wäre. Es stimmt keineswegs, dass die Brust nach einer bestimmten Zeit wieder "voll" wäre. Die Brust ist keine Flasche, die erst wieder aufgefüllt werden muss, sondern die meiste Milch wird während des Stillens gebildet. Wenn Sie also deutlich seltener stillen wird allenfalls die Milchmenge abnehmen, aber nicht ihr Kind länger satt sein. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird das Kind ausreichen häufig gestillt, braucht es keine andere Milchnahrung und auch keinen Milchbrei oder Flaschennahrung. Allmählich wird sich die Menge der Beikost von selbst steigern und etwa ab den ersten Geburtstag werden sich das Verhältnis Beikost zu Muttermilch langsam umkehren, bis sich das Kind (wenn es dazu die Gelegenheit erhält, die Entscheidung selbst zu treffen) schließlich irgendwann ganz abstillen wird. In Heft 1/2003 des "buLLLetin die andere Elternzeitschrift für den Still und Erziehungsalltag" mit dem Titel "Tischlein deck dich" wird das Thema Beikost ebenfalls ausführlich behandelt werden. Sicher wäre dieses Heft auch etwas für Sie. Das buLLLetin kann sowohl im Abonnement als auch als Einzelheft (buLLLetin Versand, Simone Kamer, Neumattstraße 20, CH3053 Münchenbuchsee oder auch beim Stillshop auf dieser Seite) bezogen werden. LLLiebe Grüße Biggi
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