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Milchstaus und Schmerzen in der Brust

Frage: Milchstaus und Schmerzen in der Brust

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Hallo! Sina ist nun 12 Wochen alt. Seit ihrer Geburt habe ich mit viel zu viel Milch zu kämpfen. Abends trinke ich schon 1-2 Tassen Salbei-Tee. Stille ich auf einer Seite, läufts auf der anderen raus – ohne Auffangschalen geht es nicht. Sina trinkt nicht gerade regelmäßig, tagsüber von 2-4 Stunden, nachts schläft sie bis zu 7 Stunden, was es nicht gerade einfacher macht. Möchte sie aber auch nicht wecken, denn ich bin ja froh, dass sie so lange schläft. Nun hatte ich in der ganzen Zeit schon 5 Milchstaus. Seit 2 Wochen stille ich fast nur noch unter Schmerzen. Der Gedanke abzustillen kam auch schon öfter, noch bin ich aber kopfmäßig noch nicht soweit, denn es ist so wichtig für Sina und mich. Ich stehe außerdem psychisch momentan unter Druck, denn ich habe vor genau 2 Jahren meine Zwillinge in der 33. SSW verloren… irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, ich stille die beiden mit und habe deshalb zuviel Milch. Meine 4-jährige ist momentan auch nicht gerade einfach. Meine Hebamme rät mir schon, abzustillen, aber ich bin noch nicht so weit. Sie sprach auch schon von der Gefahr, Brustkrebs zu bekommen, denn das Gewebe würde sich nicht erholen, was mich natürlich ziemlich geschockt hat. Stimmt das?? Sie fragte mich auch, ob ich Stress habe… aber außer der normalen alltäglichen Belastung und der Gedanke an meine Zwillinge habe ich keinen Streß. Ich kann mich aber ja auch nicht ständig ausruhen und schonen, dann geht hier ja alles den Bach runter. Ich hab schon alles ausprobiert, wärme vorm Stillen die Brust und kühle hinterher mit Retterspitz. Stillpositionen wechsel ich auch öfter mal, aber ich habe das Gefühl, dass Sina in der normalen Wiege viel besser trinkt. Nachts habe ich öfter mal etwas abgepumpt so gegen 3 Uhr, Sina schläft nämlich meistens schon bis 5 Uhr (von 22 Uhr an), nur um den Druck rauszunehmen. Mein Milcheinschuß ist auch ziemlich heftig und schmerzhaft, Sina unterbricht das Trinken auch öfter, weil ihr die Milch so reinspritzt. Ich würde Sina auch tagsüber gerne ins Tragetuch nehmen, weil sie das so gerne hat, aber seit ein paar Tagen ist das nicht mehr möglich. Habe das auch fast nur rechts. Nun habe ich seit ein paar Tagen Schmerzen in der rechten Brust, ein Ziehen – als wenn der letzte Milchstau noch am Verheilen ist. Ich kann aber keine Stauung mehr ertasten. Ist das normal? Momentan habe ich leide nicht mehr das Vertrauen in meine Hebamme. Was soll ich nur machen??? Gruß, Claudia


Biggi Welter

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Liebe Claudia, immer wenn Du deinem Kind beim Stillen zuschaust, kannst Du daran denken, dass jeder Monat, den Du stillst dein persönliches Brustkrebsrisiko SENKT und nicht erhöht. Erst vor kürzerer Zeit ist eine große Analyse (immerhin wurden dabei 47 epidemiologische Studien aus 30 Ländern mit 50302 Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind und 96.973 Frauen, die keinen Brustkrebs hatten analysiert) im Lancet veröffentlicht worden, die belegt, dass das Risiko für diese Krankheit durch das Stillen sinkt. Nachdem ich diese These schon einmal zu hören bekommen habe, habe ich über eine Kollegin bei CBI (Center of Breastfeeding Information) in den USA nachforschen lassen und dort konnte keine Studie gefunden werden, die einen solchen Zusammenhang bestätigt. Da das CBI wohl die weltgrößte Datensammlung zum Thema Stillen, Muttermilch usw. ist, wäre eine solche Studie (wenn es eine seriöse gäbe) dort sicher aufzufinden gewesen. Bei manchen Frauen dauert es einfach etwas länger, bis sich ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage eingependelt hat. Bei zuviel Milch kann es hilfreich sein, das Stillen auf immer nur eine Brust pro Stillmahlzeit zu beschränken und die andere Seite dann nur so weit vorsichtig auszustreichen bzw. abzupumpen, bis die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Anschließend kann dann auch noch gekühlt werden. Dieses vorsichtige und maßvolle Entleeren der Brust mit anschließendem Kühlen kann immer dann durchgeführt werden, wenn die Brust übervoll wird und das Kind nicht trinken kann. Homöopathische und naturheilkundliche Mittel (wie der Pfefferminz oder auch Salbeitee) können unterstützend eingesetzt werden. Allerdings sollte der Einsatz dieser Mittel mit einer entsprechend ausgebildeten Ärztin/Arzt oder Hebamme abgesprochen werden. Außerdem solltest Du dich einmal an eine Kollegin vor Ort wenden, die dir beim Stillen zusehen kann und so sehr viel gezielter beraten kann. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, Biggi


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