Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Milchstau ?

Frage: Milchstau ?

Mitglied inaktiv

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Hallo ! Mein Milcheinschuss war superheftig, vor 2 Tagen. Immer noch sind die Brüste sehr knotig, gigantisch riesig und hart. Der Kleine schafft es nicht annähernd, mal eine "leer" oder weich zu trinken. Hab ich es jetzt mit einem Milchstau zu tun ? Massnahmen wie Ausstreichen taten sehr weh und brachten nur tröpfchenweise Erfolg, kühlen hilft schon besser. Mein Mann ist Arzt und meinte, ich solle doch eine halbe Pravidel nehmen, aber ich wollte doch erst mal noch "Hebammenmeinung" einholen. Meine Hebamme kommt erst am Montag wieder vorbei, danke schonmal für eine Antwort. Gruss Cosma 6. Tag p.p.


Biggi Welter

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Liebe Cosma, wenn Ihnen das Ausstreichen weh tut, läuft etwas falsch, am besten lassen Sie sich das noch heute von einer Kollegin vor Ort zeigen. Geben Sie mir doch schnell ihren Wohnort und ihre Postleitzahl, dann schaue ich nach, ob es eine LLL-Beraterin in ihrer Nähe gibt. Bis dahin einige Infos für die ersten Tage. Ganz kurz kann man die wichtigsten Punkte für den Grundstein einer erfolgreichen Stillbeziehung auf die folgenden Schlagworte zusammenfassen: Bald stillen oft stillen uneingeschränkt stillen keine Flüssigkeit oder andere Nahrung dazugeben außer bei medizinisch begründeten Fällen. Das Baby sollte so bald wie möglich nach der Geburt zum ersten Mal angelegt werden und dann jederzeit und ohne zeitliche Einschränkung an die Brust dürfen, wenn es das will. Bei eher schläfrigen Kindern oder Babys mit verstärkter Neugeborenengelbsucht muss die Mutter unter Umständen den Takt angeben und dafür sorgen, dass das Kind mindestens acht bis zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden an der Brust trinkt. Gerade weil ihre Brust hart ist und schmerzt, sollten Sie ihr Baby oft anlegen! Tee, Glukoselösung oder Wasser sind überflüssig und vor allem bei einer eventuell verstärkten Neugeborenengelbsucht sogar kontraproduktiv. Das Bilirubin (der gelbe Farbstoff, der für die Gelbfärbung der Haut bei der Neugeborenengelbsucht verantwortlich ist) wird nur zu zwei Prozent über den Urin ausgeschieden, der Rest wird durch den Darm ausgeschieden. Daher ist es unsinnig, die Gelbsucht "ausschwemmen" zu wollen. Wichtig ist, dass der Darm mit Nahrung versorgt wird und die Verdauung angeregt wird, das Mekonium möglichst rasch ausgeschieden wird. Das Kolostrum, die wichtige erste Milch wirkt abführend und begünstigt damit die Ausscheidung des Bilirubins. Der Organismus eines Neugeborenen ist auf viele, kleine Mahlzeiten eingestellt. Sein Magen hat etwa die Größe eines Teebeutels. Kleine Mengen an Muttermilch sind also absolut richtig und in Ordnung. Wichtig ist, dass Ihr Baby ab dem zweiten, dritten Tag mindestens drei bis vier Darmentleerungen hat und ausreichend Urin ausscheidet. Eine Gewichtsabnahme von etwa sieben Prozent des Geburtsgewichtes innerhalb der ersten Tage ist normal, bis zehn Prozent sind bei einem ansonsten gesunden Kind tolerierbar. Spätestens mit drei Wochen sollte Ihr Baby sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben. Milchbildungstee ist nicht notwendig und es hat keinen Sinn ihn bereits während der Schwangerschaft zu trinken. Wenn überhaupt Milchbildungstee getrunken wird, dann bitte auch nicht mehr als höchstens zwei bis drei Tassen täglich, da mehr zu Bauchproblemen beim Kind führen kann. Wunden Brustwarzen und anderen Stillproblemen können Sie am besten dadurch vorbeugen, dass Sie sich informieren. Wunde Brustwarzen entstehen in über 80 % der Fälle durch falsches Anlegen oder Ansaugen. Es ist extrem wichtig, korrekt anzulegen, nicht nur um wunde Brustwarzen zu vermeiden, sondern auch, damit die Brust gut stimuliert und richtig entleert wird und so die Milchbildung gut in Gang kommt bzw. aufrecht erhalten wird. Deshalb ist es entscheidend, dass Sie sich möglichst gut über das Stillen und die grundlegenden Dinge wie korrektes Anlegen und Ansaugen, das Prinzip von Angebot und Nachfrage, Stillen nach Bedarf usw. informieren. Nochmals: Ganz wichtig ist dass Sie wissen, wie korrekt angelegt ist und woran Sie erkennen, dass das Baby richtig ansaugt und effektiv an der Brust trinkt. Hierzu bietet sich neben dem Lesen der entsprechenden Literatur (z.B. "Stillen Rat und praktische Hilfe für alle Phasen der Stillzeit" von Marta Guoth Gumberger und Elizabeth Hormann, "Das Handbuch für die stillende Mutter" von der La Leche Liga, "Stillen einfach nur stillen" von Gwen Gotsch, das erste bekommen Sie im Buchhandel, die beiden letzteren im Buchhandel, bei der La Leche Liga oder jeder LLL Stillberaterin) der Besuch einer Stillgruppe an. Es wäre wirklich gut, wenn Sie bald Unterstützung bekämen, morgen habe ich Telefonsprechstunde, sie können mich auch sehr gerne anrufen! Übrigens gut, dass Sie die Tabletten nicht genommen haben. Zum Thema "Pravidel" zitiere ich aus "Arzneiverordnung in der Schwangerschaft und Stillzeit" von Spielmann, Steinhoff, Schaefer, Bunjes, 5. Auflage 1998: "Angesichts möglicher Risiken für die Mutter physikalischen Maßnahmen wie Kühlung (Quark oder Eiswickel) und ev. Hochbinden der Brust den Vorzug gegenüber Ergotaminpräparaten erhalten. Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat aufgrund der mütterlichen Risiken die Zulassung für Bromocriptin ("Pravidel") zum Abstillen zurückgezogen (Herings et al., 1995) Sollten Sie noch weitere Fragen, bin ich auch heute gerne für Sie da. LLLiebe Grüße Biggi Welter


Mitglied inaktiv

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und noch etwas: steigert häufiges Anlegen am Anfang die Produktion auch zusätzlich oder ist es eher günstig bei der grossen Milch- Menge ihn öfter anzulegen ? Er kommt manchmal im 2 Stunden Takt ... Danke nochmals, Cosma


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