Polly80
Hallo, meinen Sohn (3 Monate) stille ich voll. Es klappt auch ganz gut. Jetzt habe ich nur wieder das "Problem" wie kurz nach seiner Geburt: Beim Stillen kommt bei meiner rechten Brust extrem viel Milch, fast wie ein Schwall, dass sich mein Kleiner regelmäßig daran verschluckt. Er macht auch extrem laute Schluckgeräusche und es scheint für ihn alles andere als entspannt an der rechten Brust zu trinken. Zur Zeit ist es also wieder so. Es gab schon eine Situation, da hat er sich so sehr verschluckt, das er keine Luft mehr bekam, ganz abwesend wirkte. Das hat in mir sofort Panik ausgelöst, habe ihn auf meine Knie gelegt und ihn auf den Rücken geklopft. Nun meine Fragen: Gibt es eine Möglichkeit, dass "langsamer" Milch austritt? Und, wie gefährlich ist das mit dem Verschlucken? Vielen Dank für Deine Antwort, lg Polly80
Kristina Wrede
Liebe Polly80, ich kann mir vorstellen, dass es dir helfen könnte, auch mal mit einer Beraterin vor Ort zu sprechen, die Euch vielleicht sogar beim Stillen beobachten und so passende Tips weiter geben könnte. Auch der Austausch mit anderen Frauen im Rahmen einer Stillgruppe könnte dir gut tun. Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das "Berg auf Stillen". Dazu hältst Du dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst Du dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt Du dein Baby von unten mit zwei Kissen in deinem Schoß und lehnst dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: - erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch in den Milchseen und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn Du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst , verschlimmert sich das Problem noch weiter. - biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male dieselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor Du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest Du gerade soviel Milch ausstreichen, dass Du dich wohlfühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. - stille dein Baby wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. - versuche verschiedene Stillpositionen (auch das oben beschriebene Berg auf Stillen) Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest Du dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.) lass das Baby oft aufstoßen. - vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird Lieben Gruß, Kristina
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