Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Milch zu wenig?

Frage: Milch zu wenig?

Sternchen100

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Hallo liebes Team. Ich habe ein Problem. Unser Sohn ist 2,5 Wochen alt. Ich muss zur Zeit jeden 2. Tag abends einmal zufüttern, weil ihm wohl meine Milch nicht ausreicht. Viele Tage kommt er tagsüber alle 2 Std. Nachts schläft er schön zwischen 5,5 und 7 Std. Die ersten 2 Mal stillen morgens ist die Brust noch prall und mehr als genug da, nachmittags reicht es dann grade so und abends wird es ihm dann irgendwie zu wenig. So ab 16:00 geht es dann los, er schläft dann nicht mehr nach dem stillen ein, ist quenglig und nur mit tragen zufrieden und gegen 20:00 ist es dann so dass er noch an der Brust zu weinen anfängt, panisch ist, wild an der Brustwarze rumzerrt, sich selber immer wieder abdockt und verzweifelt saugt. Man merkt es ist irgendwie nichts mehr da und er hat mega Hunger. Wir geben ihm dann 60 ml Pre. Dann ist er wieder happy und ich hab 3, 4 Std Pause und kann wieder Milch aufbauen. An den Tagen an denen die Stillabstände etwas länger sind geht es problemlos, die Milch reicht ihm und ich muss nicht zufüttern. Meine Hebamme sagt, das sei ok so, aber ich käme gern weg von der Flasche. Allerdings nimmt er auch schlecht zu, er wird Sonntag 3 Wochen und hat erst seit vorgestern wieder das Geburtsgewicht erreicht. Er wog 3870 g, in Kh ging er runter auf 3560 g und nun hat er es grade erst wieder erreicht. Windeln sind immer voll, auch mindestens 5 Mal Stuhlgang am Tag. Haben sie einen Tipp für mich wie ich von der Flasche wegkommmen kann?


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Liebe Sternchen100, woran machst du fest, dass deinem Söhnchen deine Milch nicht ausreicht? Du brauchst keine pralle Brust, um genug Milch zu haben, denn die Milch wird zum größten Teil erst in dem Moment gebildet, in dem dein Sohn trinkt. Du brauchst also KEINE stillfreie Zeiten, um Milch aufzubauen!! Das Verhalten, dass dein Kleiner zeigt, nennt sich "Clusterfeeding". Es ist in diesem Alter so weit verbreitet, dass es als „normal“ angesehen werden sollte. So kleine Babys wollen häufig, aber vor allem in unregelmäßigen Abständen gestillt werden und fast alle Babys haben eine Tageszeit, zu der sie fast ununterbrochen an der Brust trinken (oder auch nur nuckeln) wollen. Wobei auch das "nur" Nuckeln (so genanntes non-nutritives Saugen) seinen Sinn hat und einen wertvollen Beitrag zur neurologischen Reife eines Säuglings beiträgt. Häufig kommt das Clusterfeeding in Zeiten vor, wo der Milchbedarf des Babys steigt. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Wenn ihr ihm statt häufiger zu stillen eine Flasche gebt, und dann 3-4 Stunden nicht gestillt wird am Abend bewirkt ihr genau das Gegenteil von dem, was passieren sollte, und deine Milchmenge kann tatsächlich abnehmen. Wichtiger ist, dass du ihn ohne Angst und Zweifel wirklich immer anlegst, wenn er das möchte. Bei einem so jungen Baby ist das 10-2 Mal in 24 Stunden - oder auch häufiger! Ich würde dir also empfehlen, nach einer Stillberaterin in deiner Nähe zu suchen. Leider sind nicht alle Hebammen wirklich auf dem neusten Stand, was das Stillen betrifft. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Ich möchte dich ermuntern, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen oder zumindest einmal mit einer Stillberaterin in Deiner Nähe ein direktes Gespräch (auch am Telefon) zu führen. Viele Unsicherheiten lassen sich im direkten Gespräch sehr viel besser ausräumen und der Austausch mit anderen stillenden Müttern kann sehr ermutigend sein und vor allem wirst Du sehen und erleben, dass sich andere Babys genau so verhalten wie Dein kleines Menschlein. Übrigens braucht ein Neugeborenes auch sehr sehr viel Körperkontakt. Babys sind Traglinge, sie brauchen intensiven Körperkontakt und es stört sie überhaupt nicht beim Schlafen, wenn Mama sich bewegt oder spricht. Im Gegenteil!! Das heißt, dein Kind ist ruhig und zufrieden, und du hast dennoch die Hände frei und kannst weitestgehend tun, was du magst. Wir empfehlen GUTE Tragehilfen, z.B. Ergo Carrier, Manduca usw. Der häufig angebotene Björn ist nicht zu empfehlen. Ich hoffe, diese Infos helfen dir weiter. Lieben Gruß, Kristina


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