Mitglied inaktiv
Hallo. Ich hab auch ein Problem. Mein Sohn ist 4 Monate alt und ich stille noch voll. Aber jetzt wird die Muttermilch immer weniger, vorallem abends wird er nicht mehr richtig satt. Nach ein paar minuten sind beide Brüste leer und dann schreit er weil nix mehr raus kommt. Ich hab versucht zuzufüttern jedoch nimmt er die Flasche nicht er versucht nicht mal dran zu saugen. sobald ich die Flasche in den Mund stecke schreit er noch mehr. Hab auch schon versucht vor dem Stillen die Flasche zugeben aber das funktioniert auch nicht. Haben sie vielleicht ein Tipp wie ich ihn an die Flasche gewöhne? Oder soll ich abends mit Brei anfangen?
Liebe caro85, die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Deshalb ist es auch falsch zwischen den Stillmahlzeiten eine längere Pause einzulegen, damit sich die Milch in der Brust sammelt, sondern es muss häufiger angelegt werden, um die Milchmenge zu steigern. Die Einführung von Flaschennahrung zum jetzigen Zeitpunkt könnte sich in zweierlei Hinsicht ungünstig auf das Stillen auswirken: der Sauger der Flasche kann zu einer Saugverwirrung (das Trinken an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich grundlegend vom Trinken an der Brust und viele Babys kommen mit diesem Wechsel der Trinktechniken nicht zurecht und reagieren mit einer Saugverwirrung) führen und zu weitergehenden Stillproblemen und durch die künstliche Säuglingsnahrung gerät das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage durcheinander und es ungewollt zu einem frühen Abstillen kommen, da die Milchmenge immer weiter zurückgehen kann. Am besten wendest Du dich einmal für eine persönliche Beratung an eine Stillberaterin in deiner Nähe. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis Du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps: Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Wie hat dein Kind denn in der letzten Zeit zugenommen? Hat es ausreichend nasse Windeln, ist es fit? LLLiebe Grüße Biggi Welter
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