Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

milch weniger?

Frage: milch weniger?

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hallo, seit knapp drei wochen stille ich meinen kleinen (8 1/2 monate) nur noch nachts (bis zu viermal), morgens um sieben und dann nochmal am vormittag. restliche mahlzeiten sind durch beikost ersetzt. seit ein paar tagen habe ich das gefühl, dass er vormittags nicht mehr satt wird. genauer gesagt seitdem er nachts wieder häufiger stillt. er schreit nach so 20 sekunden stillen und lässt sich durch nochmaliges anlegen überhaupt nicht beruhigen. ich gebe ihm dann immer ein halbes gläschen obst, danach ist er glücklich und zufrieden. ich glaube nicht dass er die lust auf die brust verloren hat. er verweigert die flasche und vor drei wochen war ich im krankenhaus und jedesmal wenn mein kleiner zu besuch war, wollte er zuerst an die brust. seit ich aus dem kh zurück bin, stille ich tagsüber nur noch vormittags. das nächtliche stillen hat sich seither von zweimal auf viermal gesteigert (er zahnt aber gerade auch...) mittlerweile hab ich bedenken ob die milch zurückgegangen ist. die brüste sind weich und beim versuch abzupumpen (als test ob was kommt) hab ich aus beiden brüsten am vormittag 10 ml rausbekommen, habs aber auch nur 5 minuten probiert, erschien mir dann sinnlos. nun meine frage, kann es sein, dass meine milch zurückgegangen ist? lieben dank schon mal für ihre antwort


Biggi Welter

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Liebe Mojo08, wie viel Milch eine Frau abpumpen oder ausstreichen kann sagt NICHTS darüber aus, wie viel Milch sie tatsächlich bildet. Erstens gibt es ganz große Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Milchpumpen (und noch dazu arbeitet nicht jede Pumpe bei jeder Frau gleich wirkungsvoll). Zweitens ist das Abpumpen oder Ausstreichen eine Technik, die erlernt werden muss (die Frau muss auch lernen mit der Pumpe einen Milchspendereflex auslösen zu können) und drittens gibt es keine Pumpe, die so wirkungsvoll eine Brust entleeren kann wie ein Baby. Dazu kommt, dass der Milchspendereflex bei der Mutter um ein vielfaches besser durch ein Baby als durch eine Milchpumpe ausgelöst wird. Ob Ihre Milchmenge tatsächlich zurück gegangen ist, kann ich nicht beurteilen, sie lässt sich aber sicherlich auch wieder steigern. Ein acht Monate altes Kind stillt sich nicht selbst ab, es streikt eventuell an der Brust oder es ist saugverwirrt. Am besten wendest Du dich einmal für eine persönliche Beratung an eine Stillberaterin in deiner Nähe. Ich suche dir gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus, wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst. Bis Du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps: Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um deine Milchproduktion aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass die Brust übervoll wird, sollte die Milch ausgestrichen oder abgepumpt werden. Die so gewonnene Milch kann dem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode angeboten werden, z.B. mit einem Becher. Die Flasche ist in dieser Situation nicht unproblematisch, denn es kann passieren, dass sich dein Kind dann zur Flasche hin abstillt. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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