Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Milch reicht nicht

Frage: Milch reicht nicht

Patchwork

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Hallo Liebes Stillteam , mein Sohn ist jetzt 5 1/2 Monate. Ich habe immer nach Bedarf gestillt und dabei nie auf Uhrzeiten geschaut. Abends trank er immer recht intensiv und schlief dann meist 3 h am Stück. Seit einiger Zeit habe ich das Gefühl , dass nichts mehr kommt . Er nuckelt kurz an der weichen Brust, ich merke das er kaum schluckt und schläft dann ein. Spätestens nach 15 min wird er munter und beginnt zu weinen. Dann beginnt die Stillerei , wo er sichtlich meckert und weint , weil keine Milch vorhanden ist. Irgendwann im Laufe der Nacht bildet sich wieder Nachschub und er trinkt richtig , wo ich auch merke , dass er satt wird. Zumindest für den Moment . Denn ich stille ihn 8-10 mal des Nachts. Gestern war ich fast soweit ihm ne Flasche zu machen , weil es mir so leid tut , Wenn er abends vor Hunger weint. Hab es dann aber gelassen , weil er noch nie künstliche Nahrung bekommen hat und mit einer Flasche gewiss auch nichts anzufangen weiß . Nuckel nimmt er auch nicht. Wichtig zu erwähnen wäre vielleicht noch das ich seinen 1 Jahr älteren Bruder auch noch mehrmals am Tag stille. Kann es sein , dass ich nun mittlerweile „ ausgelaugt „ bin ??? Habt Ihr Tipps für mich , was ich tun könnte ? Mit der Beikost wollte ich erst nach vollendetem 6. Monat starten . ———— Dann habe ich noch eine Frage . Seit der Geburt meines nun jüngsten ( 6. ) Kindes schwitze ich ganz fürchterlich . Ich leide an schrecklichen Hitzewallungen - ich komm mir vor, als wäre ich in den Wechseljahren . Ich kenne dies von früher überhaupt nicht . Ich bin 37 Jahre. Sollte ich dies ärztlich abklären lassen oder kann es mit dem Stillen zusammen hängen ? Wobei ich alle meine Kinder immer 1-3 Jahre gestillt und nie solche Probleme hatte. Vielen Dank für Eure Hilfe! Liebe Grüße


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Liebe Patchwork, was deine Gesundheit betrifft so empfehle ich dir, mit deinem Hausarzt zu sprechen. Die von dir geschilderten Symptome sind keinswegs typisch für das Stillen, darum würde ich andere Ursachen abklären lassen. Möglicherweise ist hormonell etwas im Ungleichgewicht - das könnte sich dann durchaus auch so auswirken, dass deine Milchmenge reduziert wird. Du bist stillerfahren genug... Wenn du das Gefühl hast, dein Kleiner hat Hunger und kann ihn nicht an der Brust stillen, dann ist es wichtig, dass du genau hinschaust. Zu allererst würde ich euch eine Windelprobe empfehlen. Beim Windeln wiegen errechnet man die Menge des ausgeschiedenen Urins. Die Urinmenge jedoch entspricht nicht der Trinkmenge, denn dann wäre ja ausgeschlossen, dass das Baby zunimmt. Ein Teil der Flüssigkeit, die das Baby mit der Muttermilch aufnimmt geht über die Atmung verloren, ein Teil wird als Schweiß ausgeschieden, das Baby wächst und nimmt zu und auch der Stuhl wird letztendlich aus den unverwertbaren Resten der Muttermilch gebildet. Die Urinmenge ist also generell geringer, als die Trinkmenge. Die Urinmenge variiert sehr von Kind zu Kind, weil auch die Trinkmenge nicht immer gleich ist. Manche Babys trinken glatt doppelt so viel wie andere, und sind doch nicht "normaler". Die Urinmenge kann also zwischen 460 und 600 ml in 24 Stunden liegen. Wie du siehst, eine ziemlich große Spanne, darum sind die Zahlen allein nicht so aussagekräftig. Es braucht schon das Gesamtbild. Du solltest deshalb ebenso sehr auf die übrigen Anzeichen für ein gut gedeihendes Baby achten: • eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Und mindestens genau so wichtig wie die Menge ist, wie der Urin aussieht. Ist er klar und fast geruchlos oder dunkel, konzentriert und mit scharfem Geruch? Solange der Urin eines Babys hell, fast farblos aussieht und nicht unangenehm riecht, bekommt es in der Regel genügend Flüssigkeit. Auf jeden Fall solltest du beim Stillen des "großen" Bruders darauf achten, dass das Baby zuerst trinken darf. Liegen die Trinkzeiten zu dicht beeinander, könnte es passieren, dass der Große dem Kleinen Milch wegtrinkt. In der Regel stellt sich die Brust durchaus auf den höheren Bedarf beim Tandemstillen ein, aber wenn es Anzeichen für Störungen gibt gilt es eben wirklich alle Aspekte zu beleuchten. Weiterhin empfehle ich dir mal die Brustkompression (s.u.) auszuprobieren und darauf zu achten, ob der Kleine dann mehr trinkt (= öfter, über einen längeren Zeitraum hinweg, schluckt). Und nicht zuletzt gibt es auch noch die Möglichkeit, dass er nicht weint, weil er hungrig ist, sondern weil er schon genug hat. Babys in diesem Alter trinken oft nur wenige Minuten - dafür dann aber häufiger. Ich hoffe, diese Hinweise helfen euch weiter und empfehle dir, auch mal nach einer Stillberaterin vor Ort zu schauen, die dich ggf. auch telefonisch punktgenau unterstützen kann. Lieben Gruß, Kristina Brustkompression "Der Zweck der Brustkompression ist den Muttermilchfluss zum Baby weiter zu erhalten, auch wenn das Baby selber nicht mehr so produktiv trinkt ("weit geöffneter Mund Pause dann Schliessen des Mundes"). Auf diese Weise wird das Baby länger weiter trinken. Die Brustkompression simuliert einen Milchspendereflex ("Letdown reflex") und oft stimuliert sie sogar tatsächlich das Auftreten eines natürlichen Milchspendereflexes. Diese Technik kann bei schlechter Gewichtszunahme eines Babys hilfreich sein. Die Brustkompression setzt den Milchfluss fort, wenn das Baby nicht mehr richtig von der Brust trinkt, sondern nur noch daran nuckelt, und bewirkt beim Baby folgendes: 1. Es bekommt mehr Muttermilch. 2. Es bekommt mehr fettreiche Milch (Hintermilch). Die Brustkompression Wie funktioniert sie? 1. Halten Sie das Baby mit einem Arm/einer Hand. 2. Halten Sie die Brust mit der anderen Hand, den Daumen auf der einen Seite der Brust (am einfachsten ist es, wenn der Daumen auf der oberen Seite der Brust positioniert ist), die anderen Finger auf der anderen, unteren Seite (C Griff). Alle Finger sollten ziemlich weit weg von der Brustwarze sein. 3. Schauen Sie wie das Baby trinkt (zu Ihrem Verständnis können Sie folgenden Video anschauen unter: www.thebirthden.com/Newman.html). Machen Sie sich keinen Stress, sie brauchen nicht jeden Schluck zu erwischen. Das Baby bekommt eine nahrhafte Menge Muttermilch, wenn es mit der Technik "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes" trinkt. 4. Wenn das Baby nur noch an der Brust nuckelt und nicht mehr richtig mit der oben beschriebenen Technik trinkt, dann ist es Zeit, die Brustkompression einzusetzen. Rollen Sie nicht ihre Finger über die Brust zum Kind, sondern drücken sie nur. Aber nicht so sehr, dass es schmerzt und versuchen Sie, die Form des Brustwarzenhofes nicht zu verändern. Mit der Kompression sollte das Baby wieder anfangen effektiv zu saugen und schlucken, d.h. mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Benutzen Sie die Brustkompression nur dann, wenn das Kind nuckelt, nicht aber wenn es richtig trinkt! 5. Belassen Sie den Druck so lange, bis das Baby auch mit der Kompression nicht mehr richtig trinkt, dann lösen sie den Druck. Oft hört das Baby ganz auf zu saugen wenn der Druck wegfällt, aber es wird bald wieder damit anfangen, nämlich sobald die Milch wieder fließt. Falls das Baby nicht aufhört zu nuckeln warten Sie einen kurze Zeit, bevor Sie wieder mit der Brustkompression beginnen. 6. Die Gründe, wieso Sie den Druck lösen sollen sind einerseits, dass Sie Ihre Hand etwas ausruhen können und anderseits, damit die Muttermilch wieder zum Kind fließen kann. Das Baby wird, falls es aufgehört hat zu saugen als Sie die Kompression gelöst haben, nun wieder damit beginnen, wenn es die Milch wieder schmeckt. 7. Wenn das Baby wieder zu saugen beginnt kann es sein, dass es effektiv trinkt mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Falls dies nicht der Fall ist, d.h. das Kind nur nuckelt, benutzen Sie wieder die Brustkompression wie oben erklärt. 8. Fahren Sie so an der ersten Brust fort bis das Baby auch trotz der Kompression nicht mehr trinkt. Sie sollten dem Baby erlauben, noch eine kurze Weile länger an dieser Seite zu bleiben, da Sie manchmal einen erneuten "Let down" Reflex (Milchspendereflex) bekommen können. Das Baby würde dann von selber wieder zu trinken beginnen. Falls es jedoch nicht mehr trinkt, erlauben Sie ihm sich selbst von der Brust zu lösen oder nehmen sie es von der Brust. 9. Falls das Baby mehr möchte, offerieren Sie ihm die andere Seite und wiederholen den Prozess." (Quelle: Handout Nr. 15. Breast Compression. Revised Januar 2005 Verfasst von Dr. Jack Newman, MD, FRCPC. ©2005; www.BreastfeedingOnLine.com; Übersetzung von: Anke Käppeli Tinnes, IBCLC in Ausbildung, Zollikerberg, April 2006)


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Ich darf noch ergänzen, dass er mit 5 1/2 Monaten keine 110 Gramm mehr zunehmen braucht, 85 Gramm pro Woche wären ausreichend... Lieben Gruß, Kristina


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