Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Milch im Brei

Frage: Milch im Brei

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Ich habe bei meinem Kind Gemüsebrei begonnen.Sollte ich einen anderen Brei am Abend erst einführen, wenn mein Sohn ein ganzes Gläschen schafft? Ich habe als Obst mal Birne im Gläschen probiert, kann es sein, dass er davon Blähungen hatte? In manchen Abendbreien ist schon Vollmilch enthalten. Ich habe nun gehört, das man die unter einem Jahr gar nicht verwenden soll. Stimmt das? Kann ich die Gläschen dann nicht füttern?


Biggi Welter

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? Liebe Kiwafan, ein Kind muss nicht erst eine bestimmte Mindestmenge an Beikost erhalten, ehe es zu einem weiteren Zeitpunkt am Tag weitere Beikost erhält. Wichtig ist, dass die Einführung der Beikost langsam erfolgt. Es ist am günstigsten mit einem Nahrungsmittel zu beginnen, zunächst nur eine geringe Menge anzubieten (jeweils nur mit ein paar Löffeln beginnen) und diese dann langsam zu steigern. Am Anfang sollte nur eine neue Nahrung, ein- oder zweimal am Tag gegeben werden und etwa eine Woche gewartet werden, bevor wieder etwas Neues angeboten wird. (Also nur Karotte, nur Kartoffel, nur Banane, nur geriebener Apfel usw.). Außer der bei uns traditionell verwendeten Karotte können auch Zucchini, Kürbis, Fenchel, Brokkoli, Kohlrabi, Pastinake oder anderes Gemüse angeboten werden. Wenn der Gemüse-Kartoffelbrei gut vertragen wird, kann als nächstes ein Obst (zunächst gekocht und dann roh) gegeben werden, das zu einem Getreide-Obst-Brei erweitert werden kann. Der Sinn dieser Vorgehensweise ist folgender: Falls sich eine allergische Reaktion zeigt, kann man auf diese Art leichter feststellen, was sie verursacht hat. Auch wenn das Risiko einer allergischen Reaktion nach dem ersten halben Jahr nicht mehr so groß ist, besteht die Möglichkeit dass eine Speise eine allergische Reaktion auslöst (Ausschlag, Durchfall, Erbrechen). Wurde immer nur ein neues Nahrungsmittel eingeführt, dann lässt sich leichter feststellen, welches Nahrungsmittel nicht vertragen wurde. Die betreffende Speise sollte dann aus dem Speiseplan gestrichen und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeboten werden. Bereits eingeführte Nahrungsmittel, die gut vertragen werden, können miteinander gemischt werden. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Kuhmilch sollte aus mehreren Gründen im gesamten ersten Lebensjahr gemieden werden. So ist es im Sinne der Allergieprävention sinnvoll, die Gabe von Kuhmilch erst nach dem ersten Geburtstag zu beginnen und auch die Zusammensetzung der Kuhmilch, die sich ja im Salz- und Mineralstoffgehalt und auch beim Eiweiß deutlich von der Muttermilch unterscheidet, spricht gegen eine Verwendung von unbehandelter Kuhmilch oder Kuhmilchprodukten im ersten Jahr. Der einfachste Weg, diese Problematik zu umgehen, besteht darin, das Kind so lange zu stillen, bis es entweder alt genug ist, um an Kuhmilch und Kuhmilchprodukte herangeführt zu werden oder keine Milch mehr benötigt (eine komplett milchfreie Ernährung für ältere Kinder und Erwachsene ist möglich, ohne dass es zu Mangelerscheinungen kommt). Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird das Kind ausreichen häufig gestillt, braucht es keine andere Milchnahrung und auch keinen Milchbrei oder Flaschennahrung. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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