Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

langsames abstillen

Frage: langsames abstillen

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Hallo, meine Tochter ist jetzt 7.Monate alt und ich stille noch immer. Ich wollte mal wissen, wie ich es machen soll, wenn ich langsam abstillen möchte. Oder wie ich es machen soll, wenn ich zumindest nur noch Nachts stillen möchte. Stimmt es, dass ich pro Woche immer nur eine Stillmahlzeit in eine Flaschennahrung umstellen sollte? Also langsam die Menge steigern und nach 1 Woche erst die eine komplette Mahlzeit ersetzt haben von Stillmahlzeit zur Flaschenmahlzeit und das auch immer bei jeder nächsten Stillmahlzeit so machen? Oder wäre es besser weiter zu stillen, weil ja jetzt eh jeden Monat eine Stillmahlzeit durch eine Beikostmahlzeit bald komplett ersetzt wird? Ich wollte eigentlich abstillen anfangen diesen Monat, aber da hat mir eine Stillberaterin am Telefon gesagt, das ich wenn ich jetzt Mittags schon auf Gläschen bin und den nächsten Monat bei Abendbrei, dann eh nicht mehr soooo viele Stillmahlzeiten übrig sind. Wenn Sie mir aber sagen, dass ein Baby von dem bis dem Alter schon noch seine Anzahl von Milchmahlzeiten braucht, dann hätte ich evtl. doch langsam gern abgestillt und nur noch Nachts die Brust gegeben, weil es Nachts schon zu umständlich ist, den Wasserkocher anzuwerfen und die Milch dann trinkwarm zu bekommen, das ist vielleicht tagsüber besser. Meine Tochter trinkt halt Nachts immernoch an die 2-4x , also alle 2 bzw. 3 Stunden, wenn ich Glück habe sind es mal 4 Stunden, aber das ist äusserst selten. Manchmal schreit sie schon nach 1 1/2 Stunden wieder und ist erst ruhig, wenn ich sie an die Brust lege, da trinkt sie dann nochmal richtig und schläft dabei ein. Ich leg sie dann in ihr Bett und sie schläft einfach nicht mehr in ihrem Bett weiter. Ich wiege sie dann bis zu 5x ein und immer wenn ich sie hinlege wacht sie wieder auf und schreit, so lange, bis ich sie mit in mein Bett nehme. Ich weiss nicht, ob es an der Nahrung liegt, aber ich hab ja gehört, das Essen nicht unbedingt für mehr Schlaf sorgt. Danke für die Hilfe! Gruss, Brigitte


Biggi Welter

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Liebe Brigitte, es ist ein normaler entwicklungsphysiologischer Verlauf, dass Babys ab dem Alter von vier bis sechs Monaten nachts (wieder) vermehrt aufwachen. Dieses Aufwachen liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Deshalb ist die Einführung von fester Nahrung oder künstlicher Säuglingsnahrung oder eben das Abstillen auch keine Garantie für angenehmere Nächte. Die Kinder beginnen die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Der scheinbare Rückschritt im Schlafverhalten ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass die Entwicklung des Kindes voranschreitet. Eine "Gebrauchsanweisung" im wörtlichen Sinn zum Abstillen gibt es nicht, nur Tipps und Vorschläge wie vorgegangen werden kann. Dabei gehen Sie am besten so vor, dass Sie Ihr Kind zunächst anlegen, aber es sich nicht vollständig satt trinken lassen, sondern anschließend noch die Flasche anbieten. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das müssen Sie ausprobieren. Allmählich steigern Sie die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche können Sie dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung beginnen. Mit welcher Mahlzeit Sie beginnen, bleibt Ihnen überlassen. Nach Möglichkeit sollten Sie nicht zwei unmittelbar aufeinander folgende Stillzeiten direkt nacheinander ersetzen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin/arzt welche künstliche Säuglingsnahrung Sie verwenden sollten. Pre Nahrung kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden und ist als Ersatz für die Muttermilch für das gesamte erste Lebensjahr (bis das Kind an normale Kuhmilch gewöhnt werden kann) geeignet. Für das komplette Abstillen sollten Sie in etwa sechs bis achte Wochen einrechnen, dieser Zeitraum ist realistisch, wenn Sie Probleme mit der Brust vermeiden wollen und gibt auch dem Kind Zeit, sich an die Umstellung zu gewöhnen. Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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