Mitglied inaktiv
Hallo ! Mein Sohn ist jetzt 4 1/2 Monate.Ich habe vor ihn 6 Monate voll zu stillen , da ich dann zwei Nachmittage und einen Vormittag wieder arbeiten gehen möchte. Jetzt bin ich mir etwas unsicher wie ich ihn am Besten langsam abstille. Er soll weiterhin Stillmahlzeiten bekommen. Gibt man dann Milchfläschen , oder Brei , oder nach und nach Beides ? Ich möchte mir jetzt nicht extra noch eine Milchpumpe anschaffen , sondern das Problem über zufüttern lösen , falls das irgendwie möglich ist. LG Tanja
? Liebe Tanja, falls Ihr Baby mit sechs Monaten so weit ist, dass es Bereitschaft für Beikost zeigt, dann können Sie löffelweise und langsam beginnen, zusätzlich feste Kost zur Muttermilch zu geben. Wenn es gut klappt und Ihr Kind mitmacht, lassen sich dann die Zeiten Ihrer Abwesenheit (je nachdem wie lange diese dauert) mit Beikost überbrücken. Eventuell werden Sie aber auch künstliche Säuglingsnahrung ausweichen müssen, da Sie ja schreiben, dass sie nicht abpumpen mögen. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass Sie Ihre Milch von Hand ausstreichen. Für das Handausstreichen brauchen Sie keine Pumpe und mit der richtigen Technik kann das manuelle Entleeren der Brust sehr effektiv sein. Beim Abstillen gehen Sie am besten so vor, dass Sie Ihr Kind zunächst anlegen, aber es sich nicht vollständig satt trinken lassen, sondern anschließend noch die Flasche bzw. Beikost anbieten. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das müssen Sie ausprobieren. Allmählich steigern Sie die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Im Abstand von etwa einer Woche (oder länger) können Sie dann die nächste Mahlzeit angehen. Falls die Brust zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch sollten Sie keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, die zum Abstillen eingesetzt werden können. Wenn Sie sich hierfür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder Hebamme. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird das Kind ausreichen häufig gestillt, braucht es keine andere Milchnahrung und auch keinen Milchbrei oder Flaschennahrung. In Heft 1/2003 des „buLLLetin - die andere Elternzeitschrift für den Still- und Erziehungsalltag" mit dem Titel „Tischlein deck dich" wird das Thema Beikost ebenfalls ausführlich behandelt werden. Sicher wäre dieses Heft auch etwas für Sie. Das buLLLetin kann sowohl im Abonnement als auch als Einzelheft (buLLLetin Versand, Simone Kamer, Neumattstraße 20, CH3053 Münchenbuchsee oder auch beim Stillshop auf dieser Seite) bezogen werden. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
Liebe Biggi , vielen Dank für die ausführliche Antwort. LG Tanja
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