Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

kurzzeitige Schmerzen in der Brust

Frage: kurzzeitige Schmerzen in der Brust

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Hallo Biggi. Ich habe eine 4 wöchige Tochter und nach ein paar Stillproblemen (schmerzende Brustwarzen) haben wir jetzt zueinander gefunden und ich stille voll. Bis vor kurzem bekam sie ab und zu abgepumpte Milch, seit kurzem nur noch die Brust. Jetzt ist mir etwas aufgefallen - meine Brüste sind immer sehr voll und prall, auch heiß sind sie immer ohne das ich rote STellen oder Fieber hätte. Wenn die Kleine an einer Brust saugt fängt gleichzeitig die andere an zu sprudeln. Es kommt auch eine Menge Milch - wenn ich abpumpe sind es pro Seite etwa 80 - 100 ml. Unsere Kleine neigt auch zum Spucken und Erbrechen, der Kinderarzt meint es läge am zu hastigen Trinken. Seit ein paar Tagen trinkt sie nicht mehr aller 3-4 Stunden sondern etwa aller 2 Stunden und dann sehr lange - immer mit Pausen. Trotzdem habe ich manchmal so einen komischen Schmerz. Wenn ich an das Mäuschen denke oder sie schreit gerade - geht wie ein Krampf durch beide Brüste - ausgehend von oben mittig. Es ist unangenehm, dauert aber nur ein paar Sekunden. Könnte das der Milchspendereflex sein? Bei mir fließt auch öfter Milch obwohl nur 2 Stunden Pause zwischen dem Stillen liegen. Gern würde ich mich auch an eine Stillberaterin wenden, kenne aber keine in meiner Gegend (01069) Danke für deine Hilfe. Viele Grüße von Dani mit Maxinchen


Biggi Welter

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Liebe Dani, das was Du da beschreibst dürfte der Milchspendereflex sein, der für dich so deutlich wahrnehmbar einsetzt, dass es Schmerzen bereitet. Ein derartig schmerzhaftes Einsetzen des Milchspendereflexes kommt vor allem in den allerersten Wochen vor und vergeht im Laufe der Zeit von selbst. Bis dahin kannst Du leider nicht viel mehr tun, als Entspannungsübungen einsetzen (z.B. solche, wie Du sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hast, falls Du einen besucht hast). In Extremfällen kann auch beim Arzt nachgefragt werden, ob er ein stillverträgliches Schmerzmittel verordnen kann. Sollten die Schmerzen nicht bald deutlich weniger werden bzw. ganz aufhören, sollte nachgeschaut werden, ob nicht doch eine Soorinfektion vorliegt. Eine Soorinfektion der Milchgänge kann ähnliche Beschwerden machen, ist allerdings zu diesem frühen Zeitpunkt der Stillzeit eher unwahrscheinlich. Wichtig ist auch, dass Du dich zum Stillen immer in eine bequeme Position begibst, um Verspannungen und daraus resultierende Schmerzen zu vermeiden. Du schreibst, dass dein Baby häufig spuckt. Verschluckt sich dein Baby sehr leicht? Hast Du den Eindruck, dass die Milch sehr rasch aus deiner Brust fließt? Fließt deinem Kind Milch aus den Mundwinkeln, weil es beim Schlucken nicht nachkommt? Wenn Du die obigen Fragen mit "Ja" beantworten kannst, dann könnte es sein, dass Du einen sehr starken Milchspendereflex hast und dein Baby mit der plötzlich in großer Menge fließenden Milch nicht zurechtkommt. Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das "Berg auf Stillen". Dazu hältst Du dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst Du dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt Du dein Baby von unten mit zwei Kissen in deinem Schoß und lehnst dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch in den Milchseen und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn Du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst , verschlimmert sich das Problem noch weiter. biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male diesselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor Du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest Du gerade soviel Milch ausstreichen, dass Du dich wohl fühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. stille dein Baby wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. versuche verschiedene Stillpositionen (auch das oben beschriebene Berg auf Stillen) Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest Du dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.) lass das Baby oft aufstoßen. vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird Versuche überhaupt einmal verschiedene Stillpositionen, möglicherweise gefällt deiner Tochter die von dir bevorzugte Haltung nicht. Zusätzlich ist es ein guter Gedanke, dass Du dich an eine Kollegin vor Ort wendest, die dich und dein Kind im Gegensatz zu mir sehen kann und damit sehr viel gezielter beraten kann. Wende dich bitte an Frau GÖTZEL Angelika, Tel.: 0175 7006620, sie kann dir sicherlich auch helfen und weiß, welche die nächste Beraterin für dich ist. LLLiebe Grüße Biggi


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