Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Kuhmilchallergie, Abstillen?

Frage: Kuhmilchallergie, Abstillen?

Mannke

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Hallo Biggi, meine Tochter ist am 12.12.20 geboren und hat seit der 4. Lebenswoche immer wieder mit blutigen, schleimigen, flüssigen. Stühlen zu kämpfen. Wir waren mehrere Tage im KH, 100 mal gefühlt beim Kinderarzt, man konnte nichts feststellen. Sie ist total gesund, trinkt viel (ich stille voll)und gedeiht sehr gut. Die Klinik meint, es wäre eine Kuhmilchallergie, weswegen ich seit Mitte Februar sehr streng auf Kuhmilch verzichte. Danach war 5 Wochen alles bestens, kein Blut mehr. Seit Mitte/Ende Februar ist nun wieder regelmäßiger Blut in der Windel(mal nur Fäden, dann wieder etwas mehr mit Schleim) und der Stuhl oft flüssig und schaumig. Der Kindergastroenterologe riet mir zum Abstillen, was ich absolut nicht möchte. Könnte es noch etwas anderes sein, als die Kuhmilchallergie? Ich verzichte sehr streng und mir ist kein Ausrutscher passiert, ich esse nicht auswärts und prüfe wirklich jedes Lebensmittel genau. Ich bin sehr verzweifelt, weil mir das Blut und der Durchfall große Sorgen bereiten, aber die Vorstellung ihr die Brust wegzunehmen, ist unvorstellbar für mich. Was könnte ich noch überprüfen lassen? Vielen Dank im Voraus für die Antwort.


Biggi Welter

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Liebe Mannke, Blut im Stuhl ist ein relativ häufiges Problem. Allerdings muss man sagen, dass auch nicht gestillte Kinder nicht selten Blut im Stuhl haben. Die Ursache für Blut im Stuhl kann eine eosinophile Colitis sein, die durch bestimmte Nahrungsmittel, die die Mutter zu sich nimmt über die Muttermilch ausgelöst werden kann. In vielen Fällen kann eine deutliche Besserung oder ein vollständiges Verschwinden der Symptome durch eine Diät der Mutter erreicht werden kann. Sehr oft ist Kuhmilch der Auslöser, es können aber auch andere Nahrungsmittel sein. Die Suche gleicht hier oft einem Detektivspiel. Es kommt immer wieder einmal vor, dass ein voll gestilltes Kind Blutspuren im Stuhl hat und nicht immer lässt sich eine Erklärung dafür finden. Die Umstellung auf künstliche Säuglingsnahrung oder Beikost ist auch keine Garantie, dass es dann nicht zu solchen Blutungen kommt, im Gegenteil solche Blutungen werden bei nicht gestillten Kindern häufiger beobachtet, da Kuhmilch (auf der künstliche Säuglingsnahrung basiert) Fissuren in der Darmwand hervorrufen kann (Woodruff, 1977). Zunächst einmal muss bei einem solchen Verdacht ALLES weggelassen werden, was in irgendeiner Form mit Kuhmilch zu tun hat. Milch, Käse, Sahne, Joghurt, Schokolade ... Es ist dann wichtig die Etiketten von Nahrungsmitteln sorgfältig zu lesen, denn es ist schon sehr erstaunlich wo überall Milcheiweiß drin steckt (z.B. auch oft in Wurst). Da dies eine enorme Einschränkung des Speiseplanes bedeutet, sollte eine solche Auslassdiät niemals auf eigene Faust und schon gar nicht so einfach über einen längeren Zeitraum gemacht werden, sondern möglichst immer mit einer Ernährungsberaterin abgesprochen werden, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Auch würde ich mir eine weitere Arztmeinung einholen, denn Dein Baby gedeiht ja gut! Lieben Gruß Biggi Welter


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