Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Ist das "sich selber abstillen"?

Frage: Ist das "sich selber abstillen"?

MrsMurphy

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Guten Tag, seit genau einer Woche möchte meine Tochter (13 Monate, korrigiert 11,5 Monate) keine Muttermilch mehr. Sie probiert nicht mal, sondern dreht sich weg, rümpft die Nase und schimpft. Sie wurde 6 Monate voll gestillt und hat unser morgendliches Stillen bisher regelrecht eingefordert. Stillt sie sich jetzt ab? Was muss ich tun? Ich bekomme, trotz Ausstreichen, schon kleine Knötchen. Diesen ganzen Milchstau Zirkus möchte ich bitte nicht noch einmal durchmachen müssen. Der Kampf stillen zu können war schmerzhalft genug. Lieben Dank für Ihre Hilfe. MrsMurphy


Biggi Welter

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Liebe MrsMurphy, entweder Ihr Kind stillt sich ab oder aber es streikt. Wenn Sie sowieso abstillen möchten, ist alles in Ordnung, ansonsten können Sie versuchen, Ihr Baby wieder an die Brust zu bekommen. Sie können versuchen Ihr Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Sie können ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, drängen Sie aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Wenn Sie möchten, dass Ihr Baby wieder an Ihrer Brust trinkt, sollten Sie sich darauf einstellen, sich in den nächsten Tagen fast ausschließlich Ihrem Kind zu widmen. Wenn Sie es viel im Arm haben, zärtlich streicheln und es Sie in einer entspannten Atmosphäre einmal ganz für sich alleine hat, beruhigt es sich vielleicht und lässt sich dazu bewegen, wieder bei Ihnen zu trinken. Wenn das Abstillen langsam von statten geht, sind keine besonderen Maßnahmen notwendig. Abstillen ist ein natürlicher Vorgang. Falls die Brust zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch sollten Sie keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Wenn Sie keine Probleme mit einer prallen, schmerzhaft spannenden Brust oder einem Milchstau usw. (mehr) haben, besteht jetzt kein Handlungsbedarf mehr. Ihre Brust wird ganz allmählich die Milchproduktion vollständig einstellen und noch in der Brust vorhandene Milch wird vom umgebenden Gewebe esorbiert werden. (Keine Sorge, die Milch in der Brust wird nicht `schlecht“). Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, die zum Abstillen eingesetzt werden können. Wenn Sie sich hierfür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder Hebamme. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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