Mitglied inaktiv
Hallo! Meine Tochter ist jetzt 3 Monate alt. Anfangs lief das Stillen ganz gut, jetzt aber immer schlechter. Meine Tochter schreit immer mehr und eigentlich den ganzen Tag. Ich bin mir sicher, dass es daran liegt, dass ich imemr weniger Milch habe: 1. Meine BH-Größe ist um 2 Nummern geschrumpft 2. NIE ist meine Brust prall, sie ist immer labbrig, auch wenn ich mal 2 Stillmahlzeiten auslasse und nicht abpumpe 3. Beim Abpumpen kommt immer weniger Milch: Wo ich anfangs mit einmal pupmen 100ml zusammen bekam, sind es jetzt vielleicht noch 40-60 ml Ich habe schon vieles probiert: - Milchbildungsöl und Tee - viel Ruhe (2 Tage nur im Bett) - zusätzlich Pumpen zum Anregen Nichts scheint zu helfen. Meine Tochter hat auch seid 4 tagen nichts mehr zugenommen.... Anscheinend wird meine Milch immer weniger, warum ist mir ein Rätsel. Wie verfahre ich nun weiter? Komplett abstillen und mit "Flasche" weitermachen oder Flaschenmilch nur "dazu" geben? Haben Sie einen Rat? Oder kann ich noch was versuchen, dass die Milch wieder kommt? Danke LG Petra
? Liebe Petra, die drei Punkte Brust wurde wieder kleiner, ist nicht mehr prall und beim Abpumpen kann nicht mehr so viel Milch gewonnen werden, sind keine maßgeblichen Anzeichen für einen Rückgang der Milchmenge. Es ist normal, dass die Brust nach den ersten Wochen nicht mehr spannt und dass sie auch wieder keiner wird und sehr viele Frauen erleben, dass sie nicht auf Dauer größere Mengen Milch abpumpen können. Was hingegen ein Anlass zum genaueren Hinschauen ist, ist das vermehrte Weinen des Babys. Um nun aber tatsächlich helfen zu können, müsste ich sehen, wie Ihr Baby angelegt ist und wie es trinkt und wissen, wie oft und wie lange Ihr Kind angelegt wird, wie viele nasse Windeln es hat, wie sein bisheriger Gewichtsverlauf und sein Wachstum aussieht, ob es einen Schnuller bekommt oder Flasche und vieles mehr. Drei Monate ist zudem ein klassisches Alter für einen Wachstumsschub. Wachstumsschübe sind Zeiten erhöhter Nachfrage, in denen das Baby sehr oft gestillt werden möchte. Wird das Baby dann auch häufig angelegt (etwa alle zwei Stunden, manchmal sogar noch häufiger), erhält der Körper der Frau das Signal „mehr Milch bilden" und nach ein paar Tagen ist der Spuk vorbei und die Milchmenge hat sich dem Bedarf des Babys wieder angepasst. Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Sie haben dann nicht zu wenig Milch und das Kind sucht auch nicht nach einem Schnuller, sondern der Bedarf Ihres Babys hat sich vergrößert und die Brust muss darauf erst reagieren. Wird in dieser Situation zugefüttert, wird der Brust kein erhöhter Bedarf signalisiert und die Milchmenge kann sich auch nicht auf den erhöhten Bedarf einstellen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird gestört und es kann der Beginn eines unfreiwilligen Abstillens sein. Am besten ist es, wenn Sie eine Kollegin vor Ort einmal zuschauen lassen, wie Ihr Baby an der Brust trinkt und mit ihr all die Fragen abklären, die ich oben erwähnt habe. Die Kollegin kann Ihnen dann ganz gezielte Tipps geben, wie Sie vorgehen können, um die Milchmenge an den Bedarf Ihres Kindes anzupassen. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Bis Sie eine Kollegin erreichen können, hier einige allgemeine Tipps zur Steigerung der Milchmenge: Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb sollten Sie Ihr Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Etwa alle zwei Stunden (jeweils vom Beginn der letzten Mahlzeit bis zum Beginn der nächsten Mahlzeit gerechnet) und vermeiden Sie den Schnuller. Der Schnuller befriedigt das Saugbedürfnis ihres Kindes, ohne dass es dabei Nahrung erhält. Bei einen wenig zunehmenden Kind ist dies nicht günstig. Um das Interesse Ihres Babys an der Brust wachzuhalten, können Sie es mit Wechselstillen versuchen. Beim Wechselstillen legen Sie Ihr Baby an und stillen es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nehmen Sie es sanft von der Brust (vergessen Sie nicht den Saugschluss zu lösen) und lassen es aufstoßen, streicheln seine Fußsohlen oder massieren es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Sie es wieder etwas ermuntert haben. Dieses „Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Nach ein paar Tagen sollte eine Gewichtszunahme bei Ihrem Baby feststellbar sein. Um die Milchproduktion zu steigern kann außerdem zusätzliches Pumpen sinnvoll sein. Am besten wäre es, wenn Ihnen eine Stillberaterin vor Ort das Abpumpen genau erklärt und Ihnen zeigt wie Sie die Brust massieren können. Achten Sie darauf, dass SIE so viel Ruhe und Erholung wie möglich bekommen (am besten legen Sie sich zusammen mit Ihrem Baby ins Bett) und sich möglichst ausgewogen und ausreichend ernähren. Kohlenhydratreiche Nahrung wirkt sich positiv auf die Milchmenge aus. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Sie müssen keinen Milchbildungstee trinken und wenn Sie ihn trinken wollen, dann bitte nicht mehr als zwei bis drei Tassen täglich, mehr kann Bauchprobleme bei den Kindern verursachen. Eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr wirkt sich nicht positiv auf die Milchbildung aus, im Gegenteil. Sie trinken genügend, wenn Sie sich nicht ausgedörrt fühlen, wenn Ihr Urin hell ist und Sie keine Verstopfung bekommen. Bieten Sie bei jeder Mahlzeit beide Brüste an. Dadurch das Baby wirklich die gesamte vorhandene Milch bekommt und die Milchproduktion in beiden Seiten angeregt wird. Achten Sie auf eine korrekte Stillhaltung und richtiges Ansaugen Ihres Babys. Das Baby darf nicht nur die Spitze der Brustwarze in den Mund nehmen. Seine Lippen müssen auf dem Warzenhof aufliegen. Nicht selten liegt es an einer ungünstigen Saugtechnik des Babys, wenn die Milchmenge nicht ausreicht ist. Scheuen Sie sich wirklich nicht, eine Stillberaterin anzurufen. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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