Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Immer noch zuwenig Milch...

Frage: Immer noch zuwenig Milch...

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Liebe Biggi Welter, vor etwa 2 Wochen wandte ich mich mit meinem Problem "zuwenig Milch" an Sie. Ich habe auch danach tel. Kontakt mit einer Stillberaterin aufgenommen, die aber auch nicht mehr sagte, als Sie mir geschrieben haben und das Ganze nicht sonderlich dramatisch sah. Seit zwei Tagen lege ich Clemens an, wann immer er Hunger hat - vorher war uns das wegen seines Gewichts zu riskant. So bekommt Clemens seit eben zwei Tagen eben nur noch abends eine Flasche. Zum Pumpen läßt er mir nicht die Zeit. Statt mehr zu werden, war heute abend aber ein Punkt da, wo aus der rechten Brust offensichtlich weder beim Anlegen noch beim Pumpen mehr kam als etwa 5 Tropfen. Dabei heißt es doch immer, dass bei erhöhter Nachfrage innerhalb von etwa drei Tagen das Angebot sich anpaßt. Kann das trotzdem noch passieren oder was kann ich jetzt noch tun? Meine Hebamme hat mir Urtica D6 Glonuli empfohlen, nutzt das was oder gebe ich damit noch mehr Geld für unnötige Hoffnung aus? Was kann ich noch tun? Danke Malisa


Biggi Welter

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? Liebe Christina, genau so ist es: wird zugefüttert, erhält die Brust das Signal „Bedarf sinkt" und die Milchbildung verringert sich. Dabei kann es dann recht schnell dazu kommen, dass das Signal „Milchbildung verringern" immer deutlich wird und die Milchmenge immer mehr abnimmt, immer mehr zugefüttert wird und schließlich am Ende das ungewollt frühe Abstillen steht. Außerdem ist gerade bei einem sehr jungen Baby die Gefahr groß, dass es sich zur Flasche hin abstillt. Diese Bevorzugung der Flasche gegenüber der Brust ist leider nicht selten zu finden. Die Trinktechniken an Brust und Flasche sind sehr unterschiedlich. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Eine Saugverwirrung kann plötzlich und schon nach nur einmaliger Verwendung eines künstlichen Saugers kommen, sie kann sich aber auch eher langsam entwickeln. Wenn ein Kind „dauerstillt", dann kann das normal sein, weil das Kind halt ein kleiner Genießer ist, der typbedingt häufig kleine Mengen trinkt. Den Charakter eines Kindes können wir nun mal nicht ändern. Wenn ein Baby jedoch dauertrinkt und gleichzeitig eher grenzwertig zunimmt, dann kann auch ein Saugproblem dahinterstecken (wird in dieser Situation dann mit der Flasche zugefüttert, ist eine zusätzliche Saugverwirrung sehr wahrscheinlich). Am besten wenden Sie sich an eine Stillberaterin vor Ort und lassen sich einmal beim Stillen zuschauen. Die Kollegin kann dann mit Ihnen besprechen, ob in Bezug auf Anlegetechnik und Saugverhalten ein Handlungsbedarf besteht und wie Sie überhaupt weiter vorgehen können. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi Welter


Mitglied inaktiv

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Hallo Malisa Ich habe dir vor zwei Wochen noch im Stillforum geantwortet, falls du den Beitrag nicht mehr gelesen hast. Warum war häufiges Anlegen wegen des Gewichtes Riskant? Das versteh ich wirklich nicht. Wenn du abends eine ganze Flasche zufütterst, dauert es wahrscheinlich länger als zwei Tage, bis deine Milchmenge genügend gesteigert ist. Ich würde weiter nach Bedarf stillen, immer weniger zufüttern und halt doch noch zusätzlich etwas abpumpen (auch wenn es zeitraubend ist). Dann sollte es eigentlich wirklich klappen. Und zufüttern würde ich nicht mit der Flasche, das ist sooo bequem für dein Kleines, dass wirklich die Gefahr besteht, dass er immer mehr von der Flasche möchte. Viel Glück Mira


Biggi Welter

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? Liebe Malisa, Pumpen ist immer eine Sache, die keine Rückschlüsse auf die tatsächlich gebildete Milch zulässt. Das Abpumpen kann auch immer nur als ergänzende Maßnahme zur Steigerung der Milchmenge betrachtet werden, ganz wichtig ist, dass das Kind ausreichend oft und effektiv an der Brust trinkt. Und genau das kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Ich kann weder Sie noch Ihr Kind sehen und daher nicht sagen: „ja, das Kind ist gut angelegt und saugt korrekt" oder „nein, hier sollte die Anlegetechnik und/oder das Saugverhalten des Kindes korrigiert werden". Und das ist mit ein Grund, warum ich den Kontakt zu einer Kollegin vor Ort empfehle. Ein Kind immer dann anzulegen, wenn es Hunger zu erkennen gibt, ist ok, wenn das Kind gut gedeiht. Bei einem nicht oder nur grenzwertig zunehmendem Kind muss die Mutter eingreifen und das Kind unter Umständen auch öfter anlegen, als es sich selbst melden würde. Die zusätzliche Nahrung, die Sie zur Zeit am Abend noch geben, sollte in jedem Fall langsam und schrittweise abgebaut werden, denn es ist nur selten so, dass sich die Milchmenge plötzlich so erhöht, dass eine solche Menge an Zusatznahrung kurzfristig komplett abgesetzt werden kann. Ihr Kind ist jetzt fast einen Monat alt und somit ist es gut möglich, dass in den nächsten Tagen ein Wachstumsschub auftreten wird. Solch ein Wachstumsschub ist mit etwa sechs Wochen zu erwarten. Wachstumsschübe sind Zeiten erhöhter Nachfrage, in denen das Baby sehr oft gestillt werden möchte. Wird das Baby dann auch häufig angelegt (etwa alle zwei Stunden, manchmal sogar noch häufiger), erhält der Körper der Frau das Signal „mehr Milch bilden" und nach ein paar Tagen ist der Spuk vorbei und die Milchmenge hat sich dem Bedarf des Babys wieder angepasst. Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Sie haben dann nicht zu wenig Milch, sondern der Bedarf Ihres Babys hat sich vergrößert und die Brust muss darauf erst reagieren. Wird in dieser Situation zugefüttert, wird der Brust kein erhöhter Bedarf signalisiert und die Milchmenge kann sich auch nicht auf den erhöhten Bedarf einstellen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird gestört und es kann der Beginn eines unfreiwilligen Abstillens sein. Erschrecken Sie also nicht, wenn plötzlich „Dauerstillen" angesagt sein wird. Homöopathische Mittel können die Milchbildung unterstützen, vorausgesetzt es ist das für die Frau passende Mittel. Homöopathie funktioniert nicht nach dem Motto „Problem A, dann nehmen wir Mittel B", sondern es muss für jeden Menschen gezielt das richtige Präparat herausgesucht werden, was ein ausführliches Anamnesegespräch mit einer/m erfahrenen Homöopathin/en voraussetzt. Einfach ein bestimmtes Mittel zu wählen, weil es bei einem anderen Menschen in einer gleichen oder ähnlichen Situation geholfen hat, klappt in den seltensten Fällen. Deshalb bin ich immer sehr skeptisch wenn irgend ein homöopathisches Mittel bei bestimmten Beschwerden einfach so empfohlen wird und kann Ihnen nicht sagen, ob dieses Mittel bei Ihnen hilfreich sein wird. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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