Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Baby 16 Monate Stillen

Frage: Baby 16 Monate Stillen

Tina126

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Liebe Frau Welter,   unser 16 Monate alter Sohn ernährt sich hauptsächlich durch Stillen.  Er hat eine große Schwester, der er alles nachmachen will, er probiert sich gerne isst aber nur 1-2 Bissen. generell isst er viele verschiedene Sachen, aber nur minimale Mengen.   letzte Woche waren wir im Urlaub und er hat sich am Tag ca. Von einer Scheibe 1/4 Wassermelone, eine Scheibe Käse, 10 Nudeln, 10 Pommes und etwas organgensaft ernährt. Hat aber alle 2 Stunden gestillt. Auch nachts sehr viel. Das ist aber immer so. Zu Hause isst er auch nicht mehr, da gibt es nur noch mehr Snacks am Nachmittag. Der Kinderarzt sagt, ich soll abstillen, habe aber Angst, dass er dann gar nichts mehr isst. Er ist jetzt schon sehr schmal (war seine Schwester und ich auch). Auch wenn ich ihn tagsüber nicht vor dem Essen Stille, isst er (fast) nichts. Ich habe schon alle Abstände ausprobiert. Er wird aber sehr sauer und traurig, wenn ich ihn nicht an die Brust lasse. Am kuscheln ist er gar nicht interessiert.  sollte ich wirklich abstillen? Mir ist es eigentlich egal, aber er liebt es so. Ich mag es eigentlich auch, aber meine Brüste sind durch das ewige Stillen und Nuckeln schon wund und tun weh.    Vielen Dank für Ihre Einschätzung 


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Tina126, in diesem Alter sollte schon geschaut werden, warum dein Kind so gar nicht essen mag. Kann dein Kind eventuell einen Zinkmangel haben? Auch ein leichter Eisenmangel kann zu Problemen führen. Beides kann die Ursache für ein schlecht essendes Kind sein. Wichtig ist es jetzt wirklich, dass die Ursache für die Essensverweigerung gefunden wird und nicht, dass mit dem Kind eine Gewaltkur inklusive plötzlichen (und traumatischem) Abstillen veranstaltet wird. Gleichzeitig solltest du weiterhin versuchen, deinem Kind feste Nahrung anzubieten. Setze auf den Nachahmungstrieb des Kindes und biete ihm an, was auch ihr esst (natürlich nur, wenn es sich um etwas babygeeignetes handelt). Stillkinder sind durch die immer wieder auftretenden Geschmacksveränderungen der Muttermilch (je nachdem, was die Mutter isst, schmeckt die Milch unterschiedlich) an den Speiseplan der Mutter gewöhnt und lehnen andere Nahrung dann oft ab. Wenn du zum Beispiel nie gekochte Karotten isst, dann kennt dein Kind diesen Geschmack nicht über die Muttermilch und wird sie höchst wahrscheinlich auch vom Löffel ablehnen. Was sollst du denn machen? Dein Kind in einen Schraubstock spannen, ihm die Nase zuhalten, damit es den Mund auf macht und ihm dann unter Zuhilfenahme eines Kartoffelstampfers feste Nahrung in den Magen zwingen? Was macht ein Mensch, den man mit Gewalt dazu zwingen will, etwas zu tun? Er blockiert oder zerbricht. Beides ist nicht wünschenswert, schon gar nicht in der Eltern-Kind Beziehung. Druck und Zwang sind nicht geeignet, um ein Kind zum Essen zu bringen. Im Gegenteil: je mehr Druck, je mehr Kampf es gibt, umso schwieriger wird die Situation und zum Schluss gibt es in diesem Kampf ums Essen nur Verlierer. So schwer es auch fällt, versuche die Geduld zu bewahren und mach weiterhin keinen Kampf ums Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter. Probiere es einfach weiterhin immer wieder aus lass zunächst die Werte kontrollieren. Liebe Grüße Biggi


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