Lorina_2010
Hallo liebe Stillberatung, es ist soweit, wir haben nun 24 Monate erfolgreich gestillt, nun ist es an der Zeit für mich abzustillen. Wir stillen zum Einschlafen und nachts. Ich möchte nicht gleich komplett aufhören (oder wäre das sinnvoller?). Zunächst sollte die Nacht stillfrei werden. Ich habe einmal den kalten Entzug versucht, indem ich ihm die Brust in der Nacht komplett verweigert habe. Beim Zubettbringen sagte ich ihm, dass er erst morgen früh wieder trinken darf. Als er allerdings wach wurde, schrie er wie am spieß, als ich ihm das noch mal sagte. Er machte sich steif, wollte nicht berührt werden und ich hatte das Gefühl durch das sanfte Zureden, machte ich ihn nur wütender, ich hielt es 25 min. aus, dann gab ich auf. Dann probierte ich es mit der "Du darfst wieder trinken, wenn der Wecker (in unserem Fall das Handy) klingelt"- Methode. Ich machte es am Tage, ließ den Wecker klingeln und sagte er ihm er dürfe jetzt trinken. Beim Zubettbringen ebenso, wir legten uns hin ich stellte den Wecker auf 1 min. meinte er dürfe trinken wenn es klingelt. Nach ein paar Tagen holte er selbst das Handy und sagte in seiner Sprache :) dass der Wecker klingeln soll. Dann probierte ich es nachts. Pustekuchen, er wollte überhaupt nichts davon wissen und schleuderte das Telefon zu Boden. So nun bin ich ratlos, ihn nur mit meinen Mann schlafen lassen könnte ich probieren, aber ich will ihm neben der Brust nicht auch noch meine Nähe entziehen. Meinen Sie es ist zu früh und ich soll es erst in ein paar Wochen/Monaten versuchen? Vielen Dank. Lorina
Liebe Lorina, es scheint so, als ob dein Kleiner einen sehr großen Bedarf an MAMA hat. Das ist gar nicht so ungewöhnlich, es ist auch nichts verkehrt daran, aber natürlich ist es wichtig, dass DU dabei nicht auf der Strecke bleibst. Dein Sohn braucht wohl noch Zeit zum Reifen. Vielleicht "schenkst" Du ihm einfach noch ein bisschen von dieser Zeit, in der du ihm gestattest, so zu sein, wie er ist - auch wenn das bedeutet, dass er nicht so schläft, wie du es dir wünschen würdest. Vielleicht wäre es doch besser, wenn Du erst tagsüber abstillst und ihm die Brust in der Nacht noch gewährst. Ein radikaler Brustentzug wäre für dein Kind sicher sehr schwierig und mit vielen Tränen verbunden. Vielleicht kannst Du statt von jetzt auf gleich nicht mehr zu stillen, die Zeit an der Brust schrittweise immer weiter verkürzen, so dass der Übergang fließend ist. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedes Mal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du allmählich und mit viel Liebe vorgehst und nicht zu schnell die Geduld verlierst. Denke daran, dass das Stillen für dein Kind viel mehr ist, als nur Ernährung. Außerdem möchte ich dir das Buch „Wir stillen noch über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen, das bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga Stillberaterin (also auch bei uns) und im Buchhandel erhältlich ist. LLLiebe Grüße Biggi
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