Hilfe, Zwillis und zu wenig Milch :-(

 Biggi Welter Frage an Biggi Welter Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

Frage: Hilfe, Zwillis und zu wenig Milch :-(

Hallo meine Zwillis sind 8 Wochen alt, und ich hatte von Anfang an zu wenig MIlch, ausserdem wurde im KH von anfang an zugefüttert, weil sie sehr klein waren, naja relativ klein (2150 und 2080) Momentan bekomme ich grade mal 50 bis 100ml PRO TAG zusammen, also viiiiel zu wenig...(ich pumpe ab) An der Brust trinken sie nicht gerne, denn da kommt ja nix raus...oder nur sehr wenig, also ist die Geduld der beiden nicht so gross. Sie nuckeln so zum Spass aber hin und wieder gerne am Busen, allerdings erst wenn sie satt sind. Stilltee bringt nix, den hab ich shcon literweise getrunken. Gibt es nicht noch spezielle Tees die man sich mixen lassen kann? Eine Freundin sagte mal was von Buxhorntee??? oder so ähnlich...weiß nichtmehr wie es genau hiess. Was gibt es noch für Tipps??? Ich wollte vor 2 Wochen aufhören, aber ich konnte es dann doch nicht übers Herz bringen. Irgendwie depremiert das doch schon sehr, wenn da nix rauskommt und man seinen Kindern doch aber was gutes geben möchte.... Vielen Dank im voraus Gruss nicole V.

Mitglied inaktiv - 21.12.2001, 16:28



Antwort auf: Hilfe, Zwillis und zu wenig Milch :-(

Liebe Nicole, leider bist Du nicht sehr gut beraten worden, denn zu wenig Milch gibt es nur sehr selten. Zwillinge sind ein besondere Herausforderung, doch es gilt in Bezug auf das Stillen und die damit zusammenhängende Dinge wie das Prinzip von Angebot und Nachfrage usw. das Gleiche wie bei Einlingen. Zwillinge können gleichzeitig oder nacheinander gestillt werden, je nachdem, wie sie wach sind und Hunger haben. Die Milchmenge stellt sich auf den Bedarf von zwei Kindern ein und letztlich ist das Stillen von Zwillingen in der Regel für die Mutter sehr viel kräftesparender als das Flaschefüttern (Du kannst Zwillinge gleichzeitig im Liegen stillen und dich dabei ausruhen, aber Du kannst keine zwei Babys gleichzeitig mit der Flasche füttern und dabei auch noch im Bett liegen) und es kostet weniger Arbeit und Kraft die Babys zu stillen, als Flaschen zuzubereiten, warm zu machen, zu reinigen und sterilisieren ... Wird in der jetzigen Situation zugefüttert, so kann das zu einem ungewollt frühen Abstillen führen. Da Du ja bereits zusätzliche Nahrung gibst, sollte diese nur langsam wieder reduziert werden. Ich werde dir jetzt allgemeine Tipps geben, wie Du deine Milchmenge steigern kannst. Hab ein wenig Mut und Geduld und Du wirst sehen, dass auch ihr wieder zum vollen Stillen kommen könnt. Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb solltest Du deine Babys in den nächsten Tagen oft anlegen. Um das Interesse der Babys an der Brust wach zu halten, kannst Du es mit Wechselstillen versuchen. Dabei legst Du Dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst Du es sanft von der Brust (vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und lässt es aufstoßen, streichelst seine Fußsohlen oder massierst es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Du es wieder etwas ermuntert hast. Dieses „Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung („schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst Du zu wenig Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Es gibt eine Untersuchung, die darauf hin weist, dass Bockshornkleesamen die Milchproduktion positiv beeinflusst. Allerdings ist auch Bockhornkleesamen kein Wundermittel, das ohne Stimulierung der Brust plötzlich die Milch fließen lässt. Ruhe Dich oft aus und entspanne Dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft Dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus. Vielleicht kannst Du ja ein paar „Stilltage" einlegen, das heißt Du legst dich mit deinen Babys ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um deine Babys und das Stillen. Es wäre sicher wichtig und sinnvoll, wenn Du dir Unterstützung vor Ort suchst, wenn Du mir deine Postleitzahl und deine Adresse nennst, schaue ich gerne nach, ob es eine Kollegin in deiner Nähe gibt. Empfehlen kann ich dir auch folgende Broschüre: Das Stillen von Zwillingen , Twinmedia-Verlag,DM 15.-- In Deutschland ist es über Zeitschrift Zwillinge Postfach 1717 86887 Landsberg www.Zeitschrift-Zwillinge.de e-mail redaktion@Zeitschift-Zwillinge.de Tel. 08191/966739 erhältlich. Die Zeitschrift "Zwillinge" ist übrigens auch sehr zu empfehlen, hat zwar weniger mit dem Stillen zu tun, enthält aber viele Tipps und Erfahrungsberichte von Zwillingseltern. LLLiebe Grüße Biggi

von Biggi Welter am 21.12.2001



Antwort auf: Hilfe, Zwillis und zu wenig Milch :-(

Liebe Nicole, durchhalten, man kann auch Zwillis erfolgreich voll stillen - ich kenne mehrere Zwillingsmütter, die das erfolgreich gemacht haben, obwohl ihnen nicht nur die KLinik, sondern auch die gesamte Umgebung signalisiert haben, das sei ein hoffnungsloses Unterfangen ! Biggi wird Dir das bestätigen. Von Anfang an zuwenig Milch? Unwahrscheinlich... woher willst Du das wissen? Wahrscheinlich hat man Dich nicht gut beraten, und Du hast nicht genügend angelegt, also sind die Brüste nicht ausreichend angeregt worden, mehr zu produzieren.... Wenn Du mal im Suchbegriff eingibst "zuwenig Milch", wirst Du feststellen, dass das hier die häufigste Frage ist. Die Antwort lautet meistens: anlegen anlegen anlegen und nicht zufüttern, weil dadurch die Milch nicht mehr, sondern noch weniger wird... lies Dir mal die Beiträge von Biggi auf diese Frage durch.... dass die beiden nicht so gern an der Brust trinken, ist relativ logisch: die Flasche ist ja VIEL bequemer... eigentlich ist hier die Konsequenz: alternative Fütterungsmethoden und die Kinder zurück zur Brust führen... hab Geduld - es lohnt sich... aufmunternde Grüße von Doro

Mitglied inaktiv - 21.12.2001, 17:28



Antwort auf: Hilfe, Zwillis und zu wenig Milch :-(

Liebe Nicole, ich hab zwar keine Zwillis, aber ein Frühchen per KS und mußte deshalb abpumpen. Samuel hat lange Zeit Schwierigkeiten gehabt, an der Brust zu trinken - Flasche geht halt viel leichter -, aber wir haben es nach 4 Monaten doch geschafft, von der Flasche aufs Stillen umzusteigen. Er ist jetzt übrigens 13 Monate alt und wird immer noch gestillt. Andere Leute haben mir übrigens auch einreden wollen, wenn beim 1. Kind die Milch schon nicht gereicht hat, reicht sie beim 2. wieder nicht, ich solle gleich zufüttern. Hab ich aber nicht gemacht und siehe da - sogar der KiA staunte, daß ich voll stillen konnte! Wenn deine Zwillis erstmal raushaben, wie das mit der Brust funktioniert, werden sie die mit Sicherheit der Flasche vorziehen - so war es jedenfalls bei uns ;-). Laß dich nicht entmutigen, es wird schon noch klappen! Weihnachtliche Grüße Emily

Mitglied inaktiv - 21.12.2001, 18:23



Antwort auf: Hilfe, Zwillis und zu wenig Milch :-(

Halte durch und befolge die Ratschläge von Biggi! Ich dachte auch nicht, dass ich es hinkriegen würde und habe dann 14 Monate gestillt. Es hat sich ausgezahlt und war viel weniger anstrengend als das Pumpen davor und das Fläschchen machen danach!!! Nur Mut! Bitte gib nicht auf, deine Zwerge bekommen so viel für ihr Immunsystem mit, da solltest du wirklich alles versuchen! Obwohl ich weiß, dass einen der Stress fast umbringt, aber besser du lässt den Haushalt ein bisschen verkommen. Liebe Grüße, Christine

Mitglied inaktiv - 22.12.2001, 01:13



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