Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

"Halb" abstillen

Frage: "Halb" abstillen

AnnaC

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Hallo Ihrs, vielleicht könnt Ihr mir ja ein paar Tips geben: ich bin mit Nr. 3 schwanger und mitunter ziemlich geschafft (Übelkeit etc.). Nr. 2 ist 27 Monate alt und trinkt noch gerne und häufig an der Brust, wenn ich von der Arbeit komme, nachts und am WE. In letzter Zeit wird es mir einfach zuviel. Letzte Nacht hat sie z. B. wieder unendlich dran gelegen. Ich möchte sie ja nicht völlig abstillen, aber es zumindest reduzieren. Also habe ich ihr irgendwann gesagt, ich kann nicht mehr, es ist genug. Natürlich war das Geschrei gross. Die Grosse ist dann auch aufgewacht und zu mir ins Bett gekrochen. Nach zwei Stunden Theater hat es letzten Endes mein Mann dann geschafft, sie wieder zum Schlafen zu bekommen. Wie kann ich mit ihr ausmachen, dass sie abends zum Einschlafen trinkt, aber nachts eben nicht mehr? Auch am Wochenende würde ich sie gerne morgens stillen, dann tagsüber nicht mehr und zum Einschlafen wieder. Kann sie das schon verstehen? Wie kann ich ihr das klar machen? Wie lange dauert es, bis so ein kleiner Stilljunkie das akzeptiert? Ich muss ja morgens auch in die Arbeit und komme langsam auf dem Zahnfleisch daher.


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe AnnaC, eine Möglichkeit ist, dass Du mit deinem Kind darüber sprichst, dass Du das Stillen als unangenehm empfindest und dass Du denkst, dass es nun an der Zeit ist, eure gemeinsame Stillzeit zu beenden oder zumindest das viele Stillen einzuschränken. Überlegt gemeinsam, wie ihr nun zu einem harmonischen Ende finden könnt. Vielleicht indem ihr auf ein bestimmtes Datum hinarbeitet oder aber auch durch ganz klare Regeln, die auch lauten können „Es wird nur noch gestillt, wenn es dunkel ist“ oder „wir stillen nur noch am Morgen“ oder aber „es wird nur einmal ausgepackt“. So lange DU nicht ABSOLUT sicher bist, dass Du weniger stillen möchtest, wird dein Kind das spüren. Ist die Mutter innerlich nicht davon überzeugt, dass sie ihr Kind ab- oder weniger stillen will, dann ist dieser Zweifel für das Kind sehr deutlich fühlbar und es reagiert in fast allen Fällen so, dass es eher noch häufiger gestillt werden mag. Zweifel und Unsicherheit sind für ein Kind unerträglich, Kinder brauchen Klarheit. Kinder sind für „geordnete Verhältnisse", Unsicherheit und Zweifel bringen sie aus dem Gleichgewicht. Wichtig ist nun, dass ihr zum einen wirklich miteinander redet und Du deinem Kind klar erklärst und sagst, was Du willst und was Du nicht mehr willst. Zum anderen muss für dein Kind deutlich erkennbar sein, wo deine Grenzen gesetzt sind. Liebevolle Konsequenz ist das Zaubermittel in der Erziehung. Nimm dir einmal eine ruhige Stunde für dich, in der Du wirklich unbeeinflusst von außen nachdenken kannst und mach dir dabei sogar ruhig eine Liste aller Gründe, die für ein Wenigerstillen jetzt sprechen und auch welche dagegen sprechen. Überlege dann, welche der Gründe tatsächlich für DICH Bestand haben. Überdenke deine Beziehung zu deinem Kind. Dein Kind wird Regeln lernen und das kann es in diesem Alter! Und ja, es ist normal, wenn dein Kind noch deine Nähe sucht und die Geborgenheit an der Brust vermisst und vehement einfordert! Wichtig ist, dass Du dir Klarheit verschaffst und dann zu deiner Entscheidung stehst ganz gleich wie diese ausfällt. Wenn Du dir deiner Entscheidung sicher bist, wird es Euch beiden besser gehen. Fällt die Entscheidung von deiner Seite für das Weniger- oder Abstillen, dann wird dein Kind fühlen „Jetzt hat Mama keinen Zweifel mehr" und wird sich auch abstillen lassen, sicher nicht ganz ohne Wehmut, aber ohne riesige Verzweiflung. Vielleicht ist es aber auch so, dass Du gar nicht sooo sehr genervt bist und merkst, dass es so noch okay ist für dich. Dein Kind wird diese Phase hinter sich lassen, auch ohne Druck. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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