Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Fragen bzgl. Abstillen

Frage: Fragen bzgl. Abstillen

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Hallo Frau Welter, mein Sohn ist heute genau 16 Wochen alt. Bisher habe ich ihn immer voll gestillt. Dass klappte auch die meiste Zeit recht gut. Er bekommt pro Tag vier Mahlzeiten (8 Uhr, 12.30 Uhr, 17 Uhr und 20.30 Uhr). Pro Brustseite trinkt er immer 15 Minuten. In der Nacht schläft er schon seit Anfang April komplett durch. Darüber bin ich auch sehr glücklich. Nur seit ein paar Tagen trinkt er sehr schlecht. D.h. wenn ich ihn anlege, trinkt er ca. 5 Minuten und bricht dann in ein heftiges Schreien und Weinen aus. Man kann ihn sehr schlecht beruhigen und trinken tut er meist dann nicht mehr. Ich versuche ihn immer wieder vorsichtig anzulegen, aber er will absolut dann nicht mehr trinken. Wenns gut geht in etwa nochmal 5 Minuten. Es gibt sogar Tage da macht er dass bei fast jeder Stillmahlzeit. Oft spuckt er auch einen Großteil wieder aus. Ich bin echt schon am Verzweifeln weil er so schlecht trinkt. Die Brüste tun mir auch oft weh dabei, weil er sie nicht mehr leertrinkt. Nun meine Fragen: Kann ich ihn schon langsam Abstillen bzw. eine Stillmahlzeit pro Tag ersetzen? Wie kann ich dass am Besten tun? Was soll ich befolgen? Wie soll so eine Flaschmahlzeit aussehen bzw. wie muss ich sie zubereiten? Die Flasche nimmt er normalerweise schon, weil er auch immer etwas Tee trinkt. Was ist zu tun mit meinen Brüsten? Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung und Ihre Bemühungen! Gruß Birgit (redgirl)


Biggi Welter

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? Liebe Birgit, das klingt nach einer Saugverwirrung, hervorgerufen durch die flasche mit dem Tee (den das Kind nicht braucht und der auch sehr kritisch zu hinterfragen ist). Die Techniken an Brust und Flasche sind unterschiedlich und es gibt Kinder, die mit dem Wechsel zwischen Brust und Flasche nicht klar kommen. Das Kind hat dann „verlernt“ wie es an der Brust trinken soll, ist an der Brust frustriert – und die Mutter ist ebenfalls frustriert und hat Still- und Brustprobleme. Dieser Zustand wird Saugverwirrung genannt und ist ein Problem, mit dem Stillberaterinnen sich sehr oft herumschlagen müssen. Eine solche Saugverwirrung ist ein schwerwiegendes Problem und eventuell braucht Ihr Kind ein Saugtraining. Probleme dieser Art stoßen jedoch an die Grenzen der Internetberatung, denn ich kann Sie und Ihr Kind nicht sehen und Ihnen auch nichts zeigen. Deshalb sollten Sie sich an eine Stillberaterin in Ihrer Nähe wenden, die Sie im direkten Kontakt betreuen kann. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Beim Abstillen gehen Sie am besten so vor, dass Sie Ihr Kind zunächst anlegen, aber es sich nicht vollständig satt trinken lassen, sondern anschließend noch die Flasche anbieten. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das müssen Sie ausprobieren. Kinder über sechs Monaten können statt künstlicher Säuglingsnahrung auch Beikost erhalten. Abstillmedikamente sind sehr umstritten, haben massive Nebenwirkungen und ihre Wirkung ist nach den allerersten Wochen nicht bewiesen. Allmählich steigern Sie die Menge der Flaschennahrung (bzw. Beikost), bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinken Sie entsprechend Ihrem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch sollten Sie keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, die zum Abstillen eingesetzt werden können. Wenn Sie sich hierfür interessieren, wenden Sie sich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder Hebamme. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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