Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Fragen abstillen

Frage: Fragen abstillen

Doreen1990

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Hallo meine Tochter ist 8 Monate alt und ich muss aus beruflichen Gründen langsam abstillen. Ich würde gerne vor dem Sommer sie tagsüber abstillen. Sie bekommt Mittagsbrei und abendbrei. Zwischendurch tuh ich Sie stillen. Ich muss sagen das es manchmal sehr schwer bei uns ist weil sie die Brust verweigert aber nicht immer. Also kann nicht immer flexibel sein. Ich würde aber gerne Nachts weiter stillen wenn das möglich ist. Sie kommt nachts 3/5 mal das macht mir aber nichts aus. Ist das machbar das ich tagsüber ihr 2 Flaschen gebe und nachts weiter stille? Wenn ja welche Milch wäre am besten. Liebe Grüße aus Leipzig


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Doreen1990, theoretisch ist es möglich, dass Sie Flasche und Brust geben, oft passiert es allerdings, dass das Baby sich schnell ganz zur Flasche hin abstillt und die Brust verweigert. Da dein Baby sowieso schon Probleme hat, könntest Du eine alternative Fütterungsmethode wählen. Wenn Du bei Youtube die Stichworte "Cup feeding" und "baby" eingibst, kannst Du viele Videos finden auf denen zu sehen ist, wie das geht. Es ist in der Regel von Fütterer und Kind wirklich schnell gelernt. Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung. Pre-MIlch kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden. Wie sie zubereitet wird, steht auf der Packung. Wenn Du dir die Zusammensetzung der künstlichen Säuglingsnahrungen anschaust, dann kannst Du sehen, dass Pre Nahrung eindeutig zu bevorzugen ist. Spätestens bei der sogenannten Folgemilch 2 ist es dann sogar so, dass diese kaum noch an die Muttermilch angepasst ist, oft sehr süß ist und von der Zusammensetzung her so, dass sie nicht mehr als ausschließliche Nahrung für das Kind ausreicht. Sie darf deshalb auch nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden. Es gibt Länder, in denen Folgenahrungen gar nicht erhältlich sind. Eltern erhoffen sich, was die Werbung ja auch deutlich suggeriert, dass ihre Kinder mit einer Folgenahrung seltener gefüttert werden müssen und länger schlafen. Das ist der Hauptgrund, warum diese Nahrungen verkauft werden. LLLiebe Grüße Biggi Welter Pre, 1 oder 2 – was bedeuten die Kürzel der Säuglingsnahrung von Denise Both, IBCLC Die EU Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Nahrungsarten: • Säuglingsanfangsnahrung • Folgenahrung • Antigen Reduzierte Nahrung Säuglingsanfangsnahrungen sind künstliche Säuglingsnahrungen, die den Nährstoffbedarf eines Babys in den ersten vier bis sechs Monaten als Alleinnahrung decken und zusammen mit geeigneter Beikost das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden können. Sie tragen die Silbe "Pre" oder die Zahl "1" im Namen. Unter einer Pre Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden. "1" steht für teiladaptierte Nahrung. Diese Säuglingsnahrung ist zum Teil der Muttermilch angeglichen, enthält mehr Eiweiß und außer Milchzucker noch weitere Zucker sowie Stärke. 1er Nahrung ist nicht so dünnflüssig wie Pre Nahrung und hält länger vor. Teiladaptierte Nahrung sollte nicht nach Bedarf gegeben werden. Folgenahrung wird durch eine "2" gekennzeichnet. Sie ist nicht mehr als alleinige Nahrung für den Säugling gedacht, sondern sollte frühestens ab dem fünften Monat zusammen mit Beikost gegeben werden. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von der der Muttermilch. Für allergiegefährdete Babys, zu denen zur Zeit etwa ein Drittel aller Neugeborenen zählen, gibt es antigen reduzierte Nahrungen, die durch die Abkürzung "HA" erkennbar sind. "HA" steht für hypoallergen und es bedeutet, dass in diesen Nahrungen das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. Durch die Zerlegung des Eiweißes kann das Allergierisiko verringert werden. Außer den oben aufgezählten Nahrungen gibt es noch Spezialnahrungen (zum Beispiel laktosefreie Säuglingsnahrung oder Nahrungen mit sehr geringem Phenylalaningehalt), die besonderen Situationen vorbehalten sind. So kommt es zwar sehr selten vor, aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen ein Baby keine Muttermilch erhalten darf (bei Galaktosämie, einer sehr seltenen Stoffwechselstörung) oder nicht ausschließlich gestillt werden darf (z.B. bei Phenylketonurie (PKU), ebenfalls eine Stoffwechselstörung).


Doreen1990

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Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. Ich bin ehrlich hin und her gerissen weiter stillen oder abstillen! Meine Tochter wird 1 Jahr alt und fange dann die Woche zwei Vormittage jeweils 6 Stunden zu arbeiten. Meine Tochter bleibt bei meinen Schwiegereltern die wohnen die Straße weiter bei uns. Ich weiß nicht ob ich wegen meinen Job abstillen soll! Meinen sie es ist möglich meine kleine weiter zu stillen? Und das sie dann bis ein Jahr mehr Familien Kost zu sich nimmt und ich kann sie nach bedarf stillen außer wenn ich arbeite. Oder wäre ein abstillen tagsüber sinnvoller? Bitte um Rat. Falls doch lieber abstillen kann man auch diese Wasserflasche von Nuk verwenden. Mit Wasser trinken klappt es wunderbar. Ich habe Angst das sie dann weint und mich zu arg vermisst.


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