Mitglied inaktiv
Hallo Biggi. Irgendwie weiß ich nicht, ob diese Frage überhaupt hierher gehört, aber ich schreib einfach mal: Meine Zwillinge (5,5 Monate) werden gestillt. Nur abends bekommen sie abwechselnd eine Flasche mit Pre-Milch. (Also einer wird gestillt und der andere bekommt die Flasche, den nächsten Abend umgekehrt). Louis schlief seit ca. 6 Wochen durch (19.00 - 6.30H), Jonas nicht. Er wird so ca. 3 mal nachts gestillt. Wenn Louis abends die Flasche bekommt, verdrückt er 240 ml!!(Die letzten Tage auch schon mal 350ml!! weil er immer noch so geweint hat, als die Flasche mit 240 leer war. Mehr habe ich dann nicht gemacht.) Trotzdem ist er um ca. 4.00h aufgewacht und hatte Hunger. Jetzt meine Frage: Ist es sinnvoll, Louis die 1er Nahrung zu geben, damit er vielleicht eher satt wird? (Mein Problem ist nicht das nächtliche Stillen.) Was können Sie mir raten? Vielen Dank fürs Lesen Sabine
? Liebe Sabine, immer wieder wird das Schlafverhalten eines Kindes in Abhängigkeit zur Ernährung gebracht und dabei gibt es unzählige andere Faktoren, die Einfluss auf den Schlaf des Kindes haben. Es ist geradezu klassisch, dass ein Baby in diesem Alter anfängt nachts (wieder) häufiger aufzuwachen und auch wieder häufiger nach der Brust zu verlangen. Das liegt jedoch nicht daran, dass die Milch nicht mehr ausreicht, sondern ist entwicklungsbedingt. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht. Selbst wenn Sie jetzt am Abend eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung geben oder vollständig abstillen, dann ist das keine Garantie für ruhigere Nächte. So anstrengend es auch sein kann: es ist nicht unnormal, dass ein so kleines Baby nachts mehrfach - sogar im Zweistundenrhythmus - aufwacht und Studien belegen, dass bei etwa vier Monate alten Kindern eine Nahrungsumstellung keine positiven Einfluss auf das Schlafverhalten hat. Als stillende Mutter haben Sie den ungeheuren Vorteil, dass Sie Ihr Kind durch diese für alle anstrengende Zeit begleiten können, ohne dass Sie richtig wach werden und aufstehen müssen. Genießen Sie dieses Privileg, sich einfach nur umdrehen zu müssen und dann, wenn schon nicht sofort weiterschlafen zu können, so doch zumindest ruhen können. Wenn Sie Ihr Baby in Ihrer unmittelbaren Nähe schlafen lassen (entweder gleich bei Ihnen im Bett oder im Kinderbett oder auf einer Matratze direkt neben Ihrem Bett) ist das wirklich eine einfache Lösung. Viele Babys schlafen auch deutlich länger und besser, wenn sie im unmittelbaren Kontakt mit der Mutter (den Eltern) schlafen dürfen. Als Zwillingsmutter haben Sie sicher einen anstrengenderen Alltag als die meisten Einlingsmütter, aber daran würde auch die Umstellung auf eine andere Nahrung nichts ändern. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens „Schlafen und Wachen - ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL-Stillberaterin (auch bei uns) erhältlich ist. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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