Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Frage wegen Abstillen und Wecker

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Hallo Biggi, Hallo Kristina, Ich lese immer wieder das Ihr schreibt wenn man abstillen möchte soll man sich für Abends ein Wecker stellen und erst dann das Kind anlegen wenn er klingelt.Die Zeit wird dann immer weiter nach hintern verschoben. (Auch das Kind von sich anlegen wenn der Wecker klingelt) Nun möchte ich abstillen,Hanna ist 22 Monate,wird im Feb.09 2 Jahre alt.Ich habe Hanna erklärt das ich das möchte wir die Zeit dann mit kuscheln verbringen. Es gibt Tage dann ist das OK für sie, dann ist sie sauer und weint,zieht an meinem Pullover und sagt: Ab,ab. Tagsüber klappt es ganz gut nur wenn ich sie zum Mittagsschlaf hinlege und zum schlafen Abends möchte Hanna an die Brust und kann nur so einschlafen.Sie kommt auch noch Nachts Wie mache ich das mit dem Mittagsschlaf ? Und wie handhabe ich es Abends mit dem Wecker wenn Hanna eingeschlafen ist und Nachts an die Brust möchte ? Ich glaube nicht das ich ihr da mit dem Wecker kommen kann,sie ist da sehr "stinkig" und weint und wird böse. Noch habe ich ja die Hoffnung das sie sich selbst abstillt aber so langsam wird es mir zu viel. Hanna schläft noch bei uns im Elternbett. L.G und eine schöne "Vor"Weihnachszeit. Sandra


Biggi Welter

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Liebe Sandra, nicht bei jedem Kind ist das die richtige Methode und wenn dein Kind sowieso nur noch zum Einschlafen gestillt wird, brauchst Du keinen Wecker. Jede Familie muss für sich selbst ausprobieren, was am besten funktioniert, doch nach meiner Erfahrung ist es wenig sinnvoll zuerst das nächtliche Stillen ausfallen zu lassen. Günstiger ist es in den meisten Fällen zuerst das mittägliche Stillen einzuschränken und schließlich wegzulassen, dann das abendliche Stillen und zuletzt das Stillen in der Nacht. Wenn Du nun abstillen willst, dann sprich mit Hanna darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihr, dass Du sie selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihr die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst Du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Hanna eine kleine Weile anlegen und sie dann ablenken oder ihr etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir, dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich Hanna zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Du kannst Hanna ja zuerst (kurz) stillen und dann deinem Partner übergeben. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Das kann auf verschiedene Art und Weise möglich sein. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Hanna weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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