Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Eisenmangel

Frage: Eisenmangel

Mamakastaniebaum

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Liebe Stillberaterinnen, ich brauche nochmals euren Rat. Mein Sohn, mittlerweile 13 Monate alt, isst und probiert alles vom Familientisch, aber nach wie vor nur wenig, so dass er noch immer viel stillt. Ich habe schon Druck bei der U6 bekommen (Muttermilch ist keine geeignete Nahrungsquelle für ein Kind in dem Alter). Diese Aussage habt ihr schon revidiert. Nun lese ich immer wieder von einem eventuellen Eisen oder Zinkmangel der Appetitlosigkeit verursacht. Wir waren jetzt bei einer auffrisch Impfung und ich habe die Ärztin darauf angesprochen, da sie wissen wollte ob er endlich isst und nicht mehr stillt. Ihre Antwort war, nein nein nein so was gibt es nicht, ich solle nicht so viel ( im Internet) lesen. Ein Bluttest lehnt sie rigoros ab. Leider sind bei uns Kinderärzte so rar, dass man sich schon in der Schwangerschaft drum kümmern muss, wechseln geht also nicht. Und ich bin wieder verunsichert. Ihr einziger Tipp ist, Kind Wasser zu geben anstelle der Brust. Ich Zweifel an mir und weiß nicht wie ich es anders machen könnte, denn er stillt so unglaublich gerne, er freut sich lauthals darauf, nie könnte ich ihm das verwehren. Aber ich habe zum Beispiel das "Problem ", dass er sehr oft vor der Mittagszeit lange schläft und dabei stillt, also ist er so satt, dass er nur wenig vom Tisch mit isst. Wenn mein Mann allerdings mit ihm mal zwei Stunden alleine ist, isst er mehr und scheint mich und die Milch auch nicht zu vermissen. Ich habe irgendwie das Gefühl, die Kinderärztin denkt, ich will ihn an mich binden oder ähnliches. Aber ich kann mich ja nicht unsichtbar machen. Mein eigentliches Anliegen ist: gibt es eine fundierte Quelle über den Zusammenhang von Eisenmangel und Appetitlosigkeit, die ich beim nächsten Impftermin in sechs Wochen zeigen kann und sollte ich in dem Alter meines Sohnes in den Stillabstand eingreifen? Vielen Dank im Voraus für eure Mühe und liebe Grüße


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Liebe Mamakastaniebaum, es ist traurig, wenn Mütter nicht die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. In solch einem Fall kann es wirklich Sinn machen, auch einen längeren Anfahrtsweg in Kauf zu nehmen. Denn wenn du dich jedes Mal rechtfertigen muss, ist das nervig. Wichtig ist, dass du dich nicht in Frage stellst. Du machst alles richtig. Nur, weil jemand Medizin studiert hat, weiß er oder sie nicht alles über die natürliche Art, ein Kind groß zu ziehen. Und vielleicht hat sie selbst noch keine eigenen Kinder, oder hat keine gute Erfahrung mit dem Stillen gemacht? Lass ich also bitte nicht verunsichern. Vielleicht magst du ihr dies Infoblätter in den Briefkasten legen: http://www.bfr.bund.de/cm/343/stilldauer.pdf http://www.bfr.bund.de/cm/343/update-der-s3-leitlinie-allergiepraevention-weicht-von-stillempfehlung-der-nationalen-stillkommission-ab.pdf (hier steht zum Beispiel als letzter Punkt im Kasten auf Seite 2: "Die Stilldauer insgesamt bestimmen Mutter und Kind.") Ganz beherzte Naturen setzen hier klare Grenzen und sagen deutlich etwas wie: "Danke für Ihre Meinung, doch ich bin nicht hier, um das Stillen in Frage zu stellen. Hier orientiere ich mich an den Vorschlägen der WHO, die auch für Kinder in Industrienationen gelten." Ich habe leider keine Informationen finden können über den Zusammenhang von Eisenmangel und Appetitlosigkeit. Eisenmangel MACHT appetitlos, egal in welchem Alter. Das weiß jede Ärztin. Wenn sie selbst sagt, es gibt keinen Eisenmangel, dann musst du doch auch nichts rechtfertigen, oder? Ich zitiere dir zum Thema Eisenmangelanämie, dem großen Schreckgespenst vieler Mütter, aus einem Artikel, den Denise Both IBCLC geschrieben hat: "Das am heißesten gehandelte Thema, wenn es um Mangelerscheinungen bei gestillten Kindern ist das Eisen. Stillende Frauen dürfen sich immer wieder anhören, dass Muttermilch ja nur wenig Eisen enthält und dass die Eisenspeicher des Kindes nur bis etwa sechs Monate ausreichen und dann sei es unabdingbar Beikost einzuführen, um einen Eisenmangel abzuwenden. Es stimmt, dass Muttermilch im Verhältnis zu Kuhmilch oder künstlicher Säuglingsnahrung nur wenig Eisen enthält, demgegenüber steht jedoch die bessere Bioverfügbarkeit des Muttermilcheisens für das Kind. Dennoch kann es zu einem Eisenmangel bei gestillten Kindern kommen. Besonders gefährdet dafür sind Frühgeborene, Kinder deren Mütter in der Schwangerschaft einen Eisenmangel hatten und Kinder, deutlich länger als sechs Monate jegliche feste Nahrung ablehnen. Man muss zwischen Eisenmangel und einer Eisenmangelanämie unterscheiden. Eisenmangel lässt sich nicht unbedingt an einem niedrigen Hämoglobinwert (Hb) erkennen. Es reicht also nicht, beim Kind regelmäßig den Hb zu bestimmen, um einen Eisenmangel auszuschließen, sondern es muss zusätzlich auch noch der Serum Ferritin Wert bestimmt werden. Ein Eisenmangel im Kindesalter kann wirklich schwer wiegende und vor allem nicht immer wieder behebbare Folgen für die geistige und körperliche Entwicklung haben und sollte deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dazu kommt, dass sich ein unguter Kreislauf entwickeln kann, wenn das Kind erst mal in eine Mangelsituation geraten ist: Der Eisenmangel macht das Kind appetitlos, das Kind mag erst recht keine Beikost essen, der Eisenmangel verschärft sich. Deshalb ist es sinnvoll, dass bei einem Kind, das lange jegliche Beikost verweigert, Hämoglobin und Ferritin bestimmt werden, um rechtzeitig eingreifen zu können, falls sich ein Mangel bestätigt. Der Pieks für die Blutuntersuchung ist weniger traumatisch für das Kind, als ein unentdeckter Eisenmangel." Erkennen kannst du selbst übrigens eine Mangelversorgung daran, dass dein Kind sich "unnormal" verhält, extrem viel schläft, sehr schlaff und schlapp ist, wenig interessiert an dem, was ihn umgibt, und auch keine Entwicklungsschritte macht. Ich hoffe, das hilft alles weiter... Lieben Gruß, Kristina


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