Mimi5-1991
Hallo, meine Tochter, fast 15 Monate, ist recht zierlich (8,3 kg und 76 cm). Da sie in der Perzentile abgerutscht ist und schon seit Start der Beikost eher eine sehr schlechte Esserin ist, wurde jetzt eine Blutuntersuchung durchgeführt. Diese ergab einen Eisenmangel und wir sollen mit entsprechenden Tropfen starten. Die Kinderärztin sagte mir, ich solle gleich abstillen damit meine Tochter besser isst. Aktuell stille ich sie noch sehr häufig (circa 4-6 x tagsüber und 2-3 x nachts). Sie isst mit uns am Familientisch, wenn auch nur sehr dürftig. Da wir beide noch sehr am Stillen „hängen“ wollte ich um Ihre Meinung bitten. Ich werde natürlich alles tun, damit sie sich gesund und gut weiterentwickeln kann. Ich finde es nur ziemlich abrupt, sie jetzt von heute auf morgen gar nicht mehr an die Brust zu lassen. Vielen Dank und liebe Grüße
Liebe Mimi5-1991, der Eisenmangel macht dein Kind appetitlos und ich bin sicher, dass dieser kommen wird, wenn der Mangel behoben ist! Deshalb würde ich jetzt erst einmal abwarten, bis der Mangel behoben ist. Zusätzlich zitiere ich meine Kollegin Denise Both, IBCLC, die folgendes dazu schreibt: Laktoferrin ist ein eisenbindendes Eiweiß, das die Eisenresorption fördert (Transportprotein). Gleichzeitig sorgt es dadurch, dass es das Eisen bindet dafür, dass schädlichen Bakterien im Darm das Eisen entzogen wird, das diese für ihr Wachstum benötigen. Laktoferrin ist daher ein wichtiger Faktor bei der Immunabwehr, da es einerseits durch die Bindung der Eisenionen mit Bakterien in Konkurrenz tritt und somit deren Wachstum hemmt und andererseits beim Abbau des Laktoferrins bakterizide Fragmente gebildet werden. Gesichert ist die zumindest bakteriostatische Wirkung des Laktoferrins auf verschiedene gram positive und gram negative Aerobier und Anaerobier sowie Hefen. Muttermilcheisen ist u.a. deshalb so gut verwertbar, weil die Muttermilch einen relativ hohen Gehalt an Laktoferrin hat (in Kuhmilch ist nur sehr wenig Laktoferrin enthalten). Außerdem FÖRDERT das Laktoferrin in der Muttermilch die Aufnahme von Eisen aus der Beikost, wenn in zeitlichem Zusammenhang mit der Beikostaufnahme gestillt wird. Bei der zusätzlichen Gabe eines Eisenpräparates ist nun allerdings zu beachten, dass das Laktoferrin durch dieses zusätzliche Eisen „gesättigt“ und dadurch in seiner immunologischen Funktion beeinträchtigt wird und so das Keimwachstum, insbesondere von Escherichia coli, gefördert wird. Auch ist laut meinem Wissen nicht genau geklärt, in wie weit durch eine zeitnahe Verabreichung des Eisenpräparates zum Stillen es möglicherweise zu einer Konkurrenzsituation zwischen der Aufnahme des Muttermilcheisens und dem Eisen aus dem Eisenpräparat kommt. Hier gilt wohl weiterhin das, was auch Lawrence und Lawrence in „Breastfeeding: A Guide for the medical profession“ schreiben: „The exact action of lactoferrin in the breastfed infant must be more specific clarified“ (Die exakten Wirkmechanismen des Laktoferrins beim gestillten Säuglingen müssen noch eindeutiger abgeklärt werden). Da es aber in der Praxis sowieso nicht möglich ist, die Gabe der Eisentropfen und das Stillen zeitlich genau aufeinander abzustimmen, handeln wir hier eine akademische Frage ab. Bei deinem Kind ist es wichtig, dass der Eisenmangel behoben wird und dass es möglichst bald einen guten Beikostaufbau erlebt, um weitere Probleme zu verhindern. Ich bin sicher, dass dein Kind von ganz alleine besser essen wird, wenn die Werte in der Norm sind! Seit wann gibst Du denn die Tropfen? Liebe Grüße Biggi
Mimi5-1991
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Da wir heute erst die Ergebnisse telefonisch mitgeteilt bekommen haben, hat sie noch keine Tropfen bekommen. Ich würde mit dem Eisen starten und das Stillen tagsüber reduzieren, damit sie hoffentlich mehr Hunger und Appetit auf normale Kost bekommt. Liebe Grüße und herzlichen Dank
Liebe Mimi5-1991, der Eisenspiegel muss sich erst aufbauen, im Moment würde ich absolut nach Bedarf anlegen! Lieben Gruß Biggi
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