Mitglied inaktiv
Liebe Biggi! Aus zugebenermaßen etwas egoistischen Gründen will ich endlich abstillen. Ich versuche schon seit einigen Monaten (seit sie 4 Monate ist) ihr die Flasche oder zumindest den Becher schmackhaft zu machen, aber an beidem "kaut" sie eher leidlich rum, so kriege würde ich nie die erforderlich Menge Milch in sie reinkriegen. Sie will einfach die Brust und das will setzt sie konsequent durch. Jetzt ist sie 8 Monate alt und ich bin schier verzweifelt. Bisher habe ich entweder gestillt oder Beikost gefütter und dann noch "Nachtisch"-gestillt. Ich habe seit einer Woche ganze Mahlzeiten durch Beikost ersetzt (sie ist schon sehr gut und anständig mit) - als wenn sie es merken würde "arbeitet" sie seitdem den ganzen Tag daran an die Brust zu kommen. Sie macht ein Heiden-Tamm-Tamm zwischen den Mahlzeiten und man hat das Gefühl, daß sie auch immer in der Nähe meiner Brust sein will, damit die nicht "wegläuft". Das ist wirklich superanstrengend da konsequent den Plan durchzuhalten, und heute abend habe ich nachgeben, weil sie nur noch geheult hat und ihr ein zweites Mal die Brust gegeben, dann ist sie eingeschlafen. Ich frage mich einfach, ob es für sie einfach besser wäre, wenn ich von heute auf morgen abstille und einfach gar nicht mehr die Brust gebe. Auf einige Tage und Nächte des Horrors wär ich gefaßt, wenn mich nicht der Zweifel nagen würde, daß das zu brutal ist. Hast du da Erfahrungen?
Liebe nic.inc, für mich persönlich wäre es wirklich zu brutal, ein Kind auf diese Weise abzustillen. Ihr Baby ist gerade erst acht Monate alt und damit noch am Beginn der "Beikostkarriere" und in dieser Zeit sollte der Begriff "BEI Kost" wörtlich verstanden werden. Beikost ist etwas, was die Muttermilch ergänzt und nicht ersetzt. Es ist deshalb normal und richtig in Verbindung mit der Beikost zu stillen, nicht zuletzt deshalb, weil auf diese Weise bestimmte Bestandteile der Beikost vom Kind besser verwertet werden können. Ihre Tochter spürt, dass Sie sich ihr entziehen wollen und das macht sie unsicher, so dass sie noch mehr "klammert", noch stärker Ihre Nähe und die Geborgenheit an der Brust sucht. Das Abstillen jetzt mit aller Macht "durchziehen" zu wollen, wird viel Kraft bei allen Beteiligten und insbesondere wohl Tränen bei Ihrer Tochter fordern. Vielleicht können Sie sich noch ein wenig gedulden und erst einmal wieder etwas Ruhe einkehren lassen. Ein paar Tage keinerlei Versuche mit der Flasche und einfach nur Stillen nach Bedarf und das Anbieten von Beikost auf der einen Seite und viel Erholung und Entspannung für Sie selbst auf der anderen Seite. Lassen Sie den alltäglichen Stress so gut es geht beiseite und unternehmen Sie etwas, was für Sie, Ihren Partner und Ihr Kind angenehm ist. Ob dies nun ein Ausflug in ein Thermalbad, ein paar gemütliche Stunden auf dem Sofa oder vielleicht auch ein gemeinsamer Ausflug von Vater und Tochter während Sie sich etwas ganz alleine für sich tun ist, können nur Sie wissen. Stillen Sie Ihr Baby nicht mit Gewalt ab, eine derartige Behandlung härtet ab und zwar die Seele. Ich glaube kaum, dass es wünschenswert ist, bereits Babys darauf zu trainieren nicht mehr mitfühlend zu sein. Ein Baby sollte auch wie ein Baby behandelt werden und nicht wie eine verkleinerte Ausgabe eines Erwachsenen. Um Menschen bewusst zu manipulieren, muss ein gewisses logisches Denkvermögen und auch bereits eine vorausschauende Denkweise vorhanden sein. Über beides verfügt ein Baby oder Kleinkind noch nicht, denn es kennt noch keinen Zeitbegriff und es hat auch noch keine zielgerichteten Gedankenfolgen wie sie erforderlich sind, um den Eltern "auf der Nase herumzutanzen". Es ist deshalb auch nicht möglich ein Baby zu "verwöhnen" im Sinne von "verziehen". Ohnehin ist verwöhnen ja nichts Negatives. Freuen wir uns nicht alle darüber, wenn uns jemand verwöhnt will heißen etwas Gutes tut. Verwöhnen ist nichts anderes als jemandem etwas Gutes tun, dafür zu sorgen, dass er sich wohl fühlt und das ist etwas Positives. Ihr Baby ist noch viel zu jung für alleinige Beikost und wenn Sie gar nicht mehr stillen möchten, sollten Sie in jedem Fall zur Flasche hin abstillen. Da sich die Techniken des Trinkens an der Flasche und an der Brust deutlich unterscheiden und sich ein Flaschensauger ganz anders anfühlt als die Brust, lehnen viele Stillkinder die Flasche ab.Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt "Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: o die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist o das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln o den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut o den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen o verschiedene Saugerformen und Lochgrössen ausprobieren o verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen o versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern Wichtig ist, dass Sie wirklich geduldig bleiben. LLLiebe Grüße Biggi
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