Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Baby stillt sich selbst einseitig ab

Frage: Baby stillt sich selbst einseitig ab

Sternchenhimmel

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Hallo, Mein Baby ist sieben Wochen alt. Vor drei Wochen hatte ich einen Milchstau links und vor zwei Wochen einen Milchstau mit Brustentzündung links für den ich auch stationär im Krankenhaus war. Durch den hohen Unterdruck während der Milchstaus ist die linke Brustwarze sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, was zwar langsam aber stetig heilt. Seit einer Woche wird das Anlegen links zunehmend schwieriger. Nach einiger Zeit fängt er an zu weinen, windet sich und dockt ab. Dann sucht er aber gleich wieder. Beim erneuten Anlegen saugt er einmal und fängt wieder an zu weinen und sich abzudocken. Die erste Stillphase in der er wirklich trinkt hat sich in den letzten zwei Tagen extrem verkürzt bis auf teilweise nicht mal drei Minuten und heute will er gar nicht mehr. Ursprünglich hatte ich versucht mit links zu beginnen, dann rechts und nochmal links um die Produktion anzuregen. Ich hab ihn auch immer wieder angelegt wenn er gesucht hat nach dem Weinen, damit die Brust geleert wird, aber es wird nur schlimmer und seine Verzweiflung zerrt sehr an den Nerven. Die Stillposition ist egal, an der linken Brust ist das Verhalten immer so. Inzwischen ist auch ein deutlicher Größenunterschied zwischen beiden Brüsten zu sehen. Seit gestern pumpe ich jetzt 2 stündlich links und versuche anzulegen, aber er verweigert links komplett. Ich weiß, dass einseitig vollstillen geht, aber gibt's nicht noch irgendeine Möglichkeit, dass er die linke Brust doch wieder nimmt?


Biggi Welter

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Liebe Sternchenhimmel, normalerweise besteht kein Grund zur Sorge wegen der Bevorzugung einer Seite, sie ist ebenso normal, wie die Tatsache, dass es Menschen gibt, die Rechtshänder sind und andere, die die linke Hand bevorzugen. Manchmal geht die Bevorzugung so weit, dass nur noch an einer Seite gestillt wird. Die Milchmenge in der bevorzugten Brust wird dann mehr und nimmt auf der anderen Seite ab. Das ist im allgemeinen kein großes Problem, denn es ist durchaus möglich ein Baby mit nur einer Brust zu ernähren (Zwillinge haben rechnerisch auch nur eine Seite zur Verfügung). Es kann allerdings einige Zeit dauern, bis sich die erforderliche Milchmenge durch häufigeres Anlegen an der bevorzugten Seite eingependelt hat, vielfach sind beim einseitigen Stillen zumindest anfangs die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten auch kürzer. Der in diesem Fall entstehende Größenunterschied zwischen den beiden Brüsten ist nur ein kosmetisches Problem und gleicht sich nach dem Abstillen wieder aus. Lass also vorsichtshalber einmal vom Kinderarzt nachschauen, ob alles in Ordnung ist und wenn ja, dann hat dein Kind eine eindeutige Lieblingsseite. Du kannst versuchen, durch Pumpen oder Ausstreichen der Milch von Hand einen Ausgleich zu schaffen, doch es gibt keine Garantie dafür, dass du diesen Ausgleich erreichen wirst. Manche Babys lassen sich auch überlisten. Du kannst versuchen dein Baby zunächst an der bevorzugten Seite anzulegen und beim Seitenwechsel drehst Du es nicht um, sondern lässt es einfach an die andere Brust hinüberrutschen, so dass es seine Lage in etwa beibehält. Und schau doch mal, ob du nicht eine Fachfrau in der Nähe hast, die euch beim Stillen vielleicht mal beobachten und dir dann ganz gezielte Empfehlungen geben kann. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi


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