Mandy246
Mein Sohn wird jetzt elf Monate alt und war von Anfang an ein Stillkind. Er wollte nie eine Flasche, auch heute noch nicht. Die Umstellung auf Brei war sehr schwierig, er mochte nichts und wollte eben nur gestillt werden. Das läuft aber mittlerweile bestens. Nur abends und nachts stille ich immer noch, möchte allerdings allmählich abstillen. Grundsätzlich finde ich es zwar schön, dass das Stillen so gut klappt, das war bei meinem Großen ganz anders, aber was mich allmählich sehr stört, ist dass alles so lange dauert. Einschlafen abends geht nur mit Stillen (tagsüber klappt es ohne) und dauert leider ziemlich lange, oft den ganzen Abend, bis ich selber ins Bett gehe, denn er wird schnell wieder wach, sobald ich die Brust wegziehe oder ihn ins Bettchen legen möchte. Er schläft auch eher unruhig bzw. wird immer wieder wach und der einzige Weg, ihn wieder zum Schlafen zu bringen, ist stillen. Es wiederholt sich dann jedes Mal der Abend. Also es dauert ewig, er wird wach, wenn die Brust weg ist usw. Ich glaube allerdings nicht, dass das Hunger ist, sondern weil er einfach nur nuckeln möchte oder die Nähe sucht. Einen Schnuller will er leider nicht. Ich bin morgens oft völlig übermüdet, das schlaucht langsam einfach sehr. Haben Sie ein paar Tips, wie ich das Abstillen hinbekommen kann?
Liebe Mandy246, Du musst dir bewusst sein, dass sich durch die Flasche, einen Brei oder gar das Abstillen dein Leben keineswegs auf wundersame Weise positiv verändern wird. Falls Du diese Vorstellung haben solltest, könntest Du eine herbe Enttäuschung erleben. Du kannst jetzt mit vielen Tricks versuchen, die Situation zu verändern, aber es wird nur Stress und Tränen geben, denn dein Kind IST einfach in der Phase, in der es dich so viel braucht. Die unruhigen Tage und Nächte sind furchtbar anstrengend, daran kann ich mich auch noch gut erinnern. Trotzdem: Sie sind normal und werden garantiert irgendwann vorbei sein. Wann, kann ich leider nicht sagen. Aber sie gehen wirklich vorbei! Bis dahin kannst du probieren, dir den Alltag so einfach wie möglich zu machen, so dass auch du tagsüber mal ein kurzes Nickerchen machen kannst. In dieser Zeit verarbeiten Kinder vieles in der Nacht, und brauchen die Bestätigung, dass Mama ganz nah ist, und die beruhigende Milch, noch ziemlich. Es ist kein Rückschritt, wie es scheint, sondern zeigt, dass sich dein Kleines weiter entwickelt! Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!! Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Eine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung (oder ein Abendbrei) verbessern das Schlafverhalten nicht (das wurde in Studien nachgewiesen). Es gibt nicht wenige Kinder, die dann sogar noch weniger schlafen. Auch wenn das Kind am Tag viel isst, schläft es nicht besser, denn es wacht ja nicht nur wegen dem Hunger auf, sondern sucht Nähe und Geborgenheit! Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt dir in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Dein Baby braucht also vor allem eines: Zeit zum Reifen. Vielleicht "schenkst" Du ihm einfach noch ein bisschen von dieser Zeit, in der du ihm gestattest, so zu sein, wie es ist. Sehr empfehlenswert ist von Sibylle Lüpold das Buch: "Ich will bei euch schlafen - Ruhige Nächte für Eltern und Kinder." Von ihr ist auch die Broschüre "Kinder brauchen uns auch nachts", in der 20 namhafte Experten wie Dr. William Sears, Prof. Dr. Gerald Hüther und Prof. Dr. Remo Largo gute Argumente liefern , weshalb von der Anwendung eines Schlaftrainings, wie zum Beispiel der Ferber-Methode, abzuraten ist. http://www.fuerkinder.org/files/broschre_kinder_brauchen_uns_auch_nachts_de.pdf LLLiebe Grüße Biggi
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