Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

snoop

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Hallo Frau Welter, meine Tochter ist ziemlich genau 5 Monate alt. Vor einer Woche haben wir mit der Beikost angefangen (Mittagsbrei), die ihr bis jetzt auch ganz gut gefällt. Darüber hinaus stille ich noch fast jede Mahlzeit, manchmal bekommt sie ein Fläschchen mit abgepumpter Milch, ganz selten Pre-Milch. Zu meinen Fragen: ich fange Mitte April wieder an zu arbeiten und würde bis dahin gerne abstillen. Momentan stille ich nach dem Mittagsbrei noch (bisher nur Karotte, ab heute Karotte-Kartoffel) - wann muss ich denn nach dem Mittagsbrei nicht mehr stillen? Dann wäre ja schon eine Stillmahlzeit weg. Bis ich anfange zu arbeiten werden wir wahrscheinlich ja auch den Abend- und den Nachmittagsbrei eingeführt haben? Stille ich denn auch nach dem Abendbrei noch? Ab Mitte Februar/März würde ich gerne versuchen, die morgendlichen Stillmahlzeiten durch Pre-Milch zu ersetzen, nur nimmt meine Tochter die Flasche von mir leider nur sehr selten. Haben Sie hier einen Tip? Einfach weiter versuchen? Noch eine letzte Frage: wann könnte ich denn (ohne Ersatz durch Pre-Milch) mit dem nächtlichen Abstillen anfangen, sprich ab wann braucht meine Tochter keine Nachtmahlzeiten mehr. Und wie stelle ich das an? Momentan stille ich noch eine späte Abendmahlzeit so um halb elf, dann gegen 3 und gegen 6 Uhr morgens wieder. Wenn ich wieder arbeite würde ich das nächtliche Stillen, wenn das irgendwie machbar ist gerne einstellen. Vielen Dank vorab und viele Grüße


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe snoop, Ihr Baby ist noch zu jung für alleinige Beikost und Sie sollten zur Flasche hin abstillen. So haben Sie auch Zeit für die Einführung der Beikost und Ihr Baby kann alleine entscheiden, wie viel es essen mag. Dabei gehen Sie am besten so vor, dass Sie Ihr Kind zunächst anlegen, aber es sich nicht vollständig satt trinken lassen, sondern anschließend noch die Flasche anbieten. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das müssen Sie ausprobieren. Allmählich steigern Sie die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche können Sie dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung beginnen. Mit welcher Mahlzeit Sie beginnen, bleibt Ihnen überlassen. Nach Möglichkeit sollten Sie nicht zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Stillzeiten direkt nacheinander ersetzen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin/arzt welche künstliche Säuglingsnahrung Sie verwenden sollten. Pre Nahrung kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden und ist als Ersatz für die Muttermilch für das gesamte erste Lebensjahr (bis das Kind an normale Kuhmilch gewöhnt werden kann) geeignet. Für das komplette Abstillen sollten Sie in etwa sechs bis acht Wochen einrechnen, dieser Zeitraum ist realistisch, wenn Sie Probleme mit der Brust vermeiden wollen und gibt auch dem Kind Zeit, sich an die Umstellung zu gewöhnen. da sich die Techniken des Trinkens an der Flasche und an der Brust deutlich unterscheiden und sich ein Flaschensauger ganz anders anfühlt als die Brust, lehnen viele Stillkinder die Flasche ab.Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt „Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: • die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist • das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln • den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut • den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen • verschiedene Saugerformen und Lochgrößen ausprobieren • verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen • versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern • geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Die Becherfütterung ist mit der richtigen Technik keineswegs aufwändiger als die Flaschenfütterung und deshalb durchaus eine Alternative zur Flasche und gerade bei einem Kind ab sechs Monaten lässt sich der Becher gut einführen und die Flasche muss nicht mehr in jedem Fall unbedingt eingeführt werden. Wichtig ist, dass Sie wirklich geduldig bleiben. Von Durchschlafen spricht man, sobald ein Baby fünf Stunden oder länger in einem Stück schläft. Um welche Tageszeit das ist, spielt keine Rolle für den Begriff „durchschlafen“. Die Fähigkeit längere Zeit am Stück zu schlafen ist unabhängig von der Ernährung. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. LLLiebe Grüße, Biggi


snoop

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Hallo, vielen Dank für die Antwort. Klar, ich habe nicht vor nur durch Beikost abzustillen. Bei meinem Mann nimmt meine Tochter die Flasche auch in der Regel ganz gut, nur bei mir eben nicht. Das heißt ja aber eigentlich, dass sie das mit der Flasche schon kapiert nur eben bei der Mama momentan zumindest noch nicht will, oder? Empfiehlt es sich dann trotzdem andere Sauger auszuprobieren? Sie hat die Flasche bei mir auch schon ein/zwei Mal akzeptiert. Nur momentan schreit sie jedesmal, wenn ich es mit der Flasche versuche. Die Idee mit dem Trinklernbecher gefällt mir ganz gut, vielleicht probiere ich das aus. Viele Grüße


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