tinee2211
Hallo, mein Sohn, 12 Monate, 11,5 kg, 80 cm wird momentan noch abends zum Einschlafen und morgens zwischen 5-7 Uhr, je nachdem, wann er wach wird, gestillt. Seit dem 01.11. gehe ich wieder arbeiten und er seit 01.10. in die Kinderkrippe. Nun möchte ich gerne das abendliche Einschlafstillen beenden bzw. ganz abstillen, da ich beruflich ab und an Abendtermine habe und dann zum Stillen nicht zur Verfügung stehe. Es fällt mir nicht leicht abzustillen, da ich weiß, dass es meinem Sohn nicht gefallen wird. Er liebt das Stillen und schmatzt schon immer voller Vorfreude :-) Wie kann ich behutsam vorgehen? Ist es auch möglich zuerst nur das abendliche Stillen zu ersetzen, z.B. durch ein anderes Ritual bzw. durch den Papa, der ihn dann statt mir, ins Bett bringt oder ist es besser das Stillen gleich komplett zu beenden? Ist es ggf. noch zu früh zum Abstillen, da er erst 1 Monat in die Kinderkrippe geht und das ja auch schon eine große Umstellung für ihn bedeutet hat? Da mein Sohn keinen Brei mehr mag bzw. nie wirklich mochte, aber auch noch nicht gut vom Familientisch isst (Gemüse mag er nicht, bei Obst kann er durch die wenigen Zähne nur Banane und Püriertes essen, Brot dagegen isst er sehr gerne) habe ich Angst, dass er durch den Wegfall der Muttermilch nicht genügend Nährstoffe bekommt. Wieviel Milch benötigt ein Einjähriger und was könnte ich ihm als Ersatz für die allmorgendliche Muttermilch anbieten? Fragen über Fragen :-) Herzlichen Dank schon mal im Voraus für die Antwort! Christine
Liebe Christine, ich würde tatsächlich auch in solcher Situation nicht abstillen, denn für dein Kind bedeutet deine Berufstätigkeit einen großen Einschnitt. Das Stillen ist für dein Kind viel mehr als nur Nahrung, es ist Geborgenheit, Nähe und Wärme und es gibt deinem Kind Sicherheit. Ich würde mir wegen den Abendterminen keinen Stress machen, denn dein Kind weiß genau, dass es nur bei DIR stillen kann und die Betreuungsperson wird einen Weg finden, dein Kind in den Schlaf zu begleiten. Mein Mann ist damals mit dem Auto durch die Stadt gefahren und die Kinder haben Lichter gezählt, bis ihnen die Augen zufielen, an anderen Tagen durften die Kinder auf der Couch in Papas Arm einschlafen, eigentlich war es sogar immer etwas ganz besonderes. Nach dem ersten Geburtstag benötigt ein Kind etwa 350 ml Milch (oder etwas mehr als einen kleinen Joghurt) und 20 g Käse, um seinen Milchbedarf zu decken. Wenn Du also innerhalb der nächsten Wochen abstillen willst, kannst Du deinem Kind dann Kuhmilchprodukte als Ersatz anbieten. Hör in dich hinein, Du weißt am besten, ob dein Sohn es verkraften kann, auf das Stillen zu verzichten oder ob Du ihm noch etwas Zeit lassen kannst. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Außerdem möchte ich dir das Buch `Wir stillen noch über das Leben mit gestillten KleinkindernA von Norma J. Bumgarner empfehlen, das bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga Stillberaterin (also auch bei uns) und im Buchhandel erhältlich ist. LLLiebe Grüße, Biggi
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