Mitglied inaktiv
Hallo Frau Welter, ich möchte Sie wieder zum Thema "Abstillen" um Rat fragen. Mein Sohn ist jetzt 2 Jahre alt, ich habe ihn bis er ca. 1 1/2 Jahre wurde, nach Bedarf gestillt, dann habe ich mit dem Abstillen begonnen. Essen kann er jetzt eigentlich auch ganz gut. Nun kriegt er nur noch morgens, mittags (zum Einschlafen), abends (zum Einschlafen) und nachts (mehrmals, seitdem er tagsüber nicht mehr so viel stillt, öfters) die Brust. Wie Sie merken, stille ich (sehr) langsam ab. Ich wollte und will immer noch mein Sohn nicht von heute auf morgen abstillen. Ich weiß, daß dies sehr viel Geduld und Nerven braucht. Doch gerade das nächtliche Stillen, wird immer schwieriger für mich und ich würde so gerne das Thema Stillen bald beendet haben, so schön es auch war. Es sind ja eigentlich zwei Sachen, die mein Sohn jetzt bewältigen muss, nicht mehr an der Brust nuckeln und alleine einschalfen. So wie er beim Einschlafen und nachts an der Brust nuckelt (lange und intensiv) denke ich, dass er das Nuckeln noch braucht, wenn auch nur zum Einschalfen, denn dass er tagsüber nicht mehr zwischendurch nuckeln "darf" hat er schon sehr gut akzeptiert. Doch ich habe grosse Angst vor diesem neuen Schritt und habe bis jetzt noch keinen Schimmer, wie ich es ihm sanft beibringen soll, auf der anderen Seite möchte ich schon länst nicht mehr. Ich habe schon versucht die Stilldauer zu verkürzen, das hat nicht so geklappt. Er protestiert dann laut und lässt sich kaum beruhigen, alleine nue weil er kürzer nuckeln soll. Wie ich erwähnt habe, denke ich daß er noch ein starkes Saugbedürfniss hat, macht es deshalb noch einen Sinn ihm einen Nuckel anzubieten zum Einschalfen?? Er klammert sich noch sehr an diese restliche Still-"Mahlzeiten", doch ich möchte nicht mehr. Ich habe auch kein Problem damit, wenn das Abgewöhnen der restlichen Still-"Mahlzeiten" Wochen brauchen würden, will aber nicht noch ein halbes Jahr oder sogar länger stillen. Sollte ich vielleicht auf einen guten Zeitpunkt warten und dann doch lieber die Sache zügig durchziehen und wenn ja wie soll ich nur beruhigen?? Ich bin sehr verunsichert (erschöpft auch) und weiß gar nicht wo ich anfangen soll, deshalb würde ich mich freuen, wenn Sie paar konkrete Tipps für mich haben!
Liebe mami2, den Schnuller würde ich jetzt nicht mehr anbieten, höchstens ein Lutschetuch oder ein Kuscheltier. Dein Kind kann ganz langsam lernen, dass es nachts nicht mehr gestillt wird und Geduld und viel Liebe wirst Du brauchen. Gerade erscheint das Buch "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte" von Elizabeth Pantley (die Übersetzung ihres "The no cry sleep solution" und darin finden sich viele wertvolle Tipps, wie man einem älteres Baby dabei helfen kann, seltener aufzuwachen (und zu stillen). Auch von Elizabeth Pantley stammt die folgende Methode, um einen Teil der Nacht stillfrei zu bekommen: Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese Stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Bedenke bitte, dass jedes Kind irgendwann seinen Weg zum Durchschlafen und alleine schlafen findet, wird ihm die Gelegenheit dazu gegeben. Das eine früher, das andere später. LLLiebe Grüße, Biggi
Mitglied inaktiv
Hallo Frau Welter, Vielen Dank für Ihre beruhigenden und aufbauenden Worte und Ihre Tipps! Auch Danke für den Buch-Vorschlag! Ich rechne schon damit, daß der Kleine in den ersten Nächten sauer und wütend sein wird, doch durch Ihre konkreten Vorschläge kann ich die Sache entspannter angehen. Ich werde ihm die Sache immer wieder erklären und denke, daß er mich schon verstehen wird. Nur das mit dem Wecker weiß ich nicht, ob er schon so weit ist? Gibt es vielleicht noch eine Möglichkeit, die man noch ausprobieren könnte? Vielen Dank noch mal!
Kristina Wrede
Hallo, die Kleinen lernen extrem schnell, und darum funktioniert das mit dem Radiowecker bei 2-jährigen wirklich! Ich habe es selbst ausprobiert... Natürlich kannst du auch ein anderes Zeichen festlegen, was sich an die jeweilige Uhrzeit anpassen lässt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt... Lieben Gruß. Kristina
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