Mitglied inaktiv
Hallo Kristina, ich habe ein kleines Problem!! Ich muss leider mein Sohn (12 Monate) abstillen! Er ißt schon alles vom Tisch, aber auch wenn er grade gegesen hat, will er trotzdem hinter her Brust. Ich habe jetzt aber leider kleine Probleme mit meinen Hormonenspiegel und mein gutter Frauenarzt meint ich muss dringend abstillen. Aber ich weis nicht wie ich das machen soll. Der macht tero wenn er 10 min warten soll. :0???? Ich werde für den Rat dankbar! MfG Tatjana
Kristina Wrede
Liebe Tatjana, auch ich würde zunächst einmal sicher stellen, dass es ohne Abstillen wirklich nicht geht. Eine 2. ärztliche Meinung ist da immer hilfreich. Wenn du möchtest, könnte ich auch den medizinischen Beirat der La Leche Liga einschalten. Dazu schickst du mir am besten detaillierte Informationen über das, was mit dir "los" ist und die Therapieempfehlung deines Arztes, per E-Mail an StillgruppenAmmersee@web.de. Ich leite das an unsere Kontaktstelle zum medizinischen Beirat weiter und so kannst du eine Stellungnahme bekommen von Experten, die sich sowohl im medizinischen als auch mit dem Stillen gut auskennen. Solltest du dennoch abstillen müssen/wollen, gehst Du am besten so vor, dass Du dein Kind zunächst anlegst, aber es sich nicht vollständig satt trinken lässt, sondern anschließend noch die Flasche anbietest. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das musst Du ausprobieren. Allmählich steigerst Du die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche kannst Du dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung beginnen. Mit welcher Mahlzeit Du beginnst, bleibt dir überlassen. Nach Möglichkeit solltest Du nicht zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Stillzeiten direkt nacheinander ersetzen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpst Du gerade so viel Milch ab oder streichst von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen. Besprich mit deiner Kinderärztin/arzt welche künstliche Säuglingsnahrung Du verwenden solltest. Pre Nahrung kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden und ist als Ersatz für die Muttermilch für das gesamte erste Lebensjahr (bis das Kind an normale Kuhmilch gewöhnt werden kann) geeignet. Für das komplette Abstillen solltest Du in etwa sechs bis acht Wochen einrechnen, dieser Zeitraum ist realistisch, wenn Du Probleme mit der Brust vermeiden willst und gibt auch dem Kind Zeit, sich an die Umstellung zu gewöhnen. Hättest du soviel Zeit zur Verfügung? Herzlichen Gruß, Kristina
Mitglied inaktiv
Ich würde mir noch eine zweite Meinung von einem anderen Frauenazt holen! Ich sollte auch in der 3 ten SS absteillen....aber zum Glück habe ich es nicht gemacht! Dein Sohn braucht es eben noch,auch wenn er nach dem essen noch an die Milchbar möchte!Stillen ist doch viel mehr wie Nahrung aufnehmen!
Mitglied inaktiv
Hallo Kristina, vielen Dank für deine Hilfe. Ich werde auf jeden Fall dir die E-Mail schicken. Ich habe leider nicht ganz verstanden, du schreibst "Allmählich steigerst Du die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist.", aber ich habe schon alle Malzeiten ersetzt (der wird schon am Sa. ein Jahr alt) Aber trotzdem will er Brust haben, ich habe das Gefühl dass er nicht Hungrich ist, sondern nur so aus gewontheit Brust will. Ich habe heute vormittag versucht die Brust auszulassen, der hat geweint, gebetelt und ich bin jetzt noch mehr unsicher! MfG Tatjana
Kristina Wrede
Liebe Tatjana, Stillen ist viel mehr als nur eine Form der Ernährung: es ist Trost, gibt Nähe, Geborgenheit und Zuwendung. Deshalb ist das Stillen in keiner Hinsicht mit dem Flaschegeben zu vergleichen. Dein Kind trinkt nicht aus Gewohnheit, sondern weil es deine Nähe braucht. Es ist deshalb wirklich wichtig, dass Du langsam abstillst und deinem Kind Zeit lässt, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Herzlichen Gruß, Kristina
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