Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mitglied inaktiv

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Ich werde im Januar nun doch wieder arbeiten gehen und wollte bis dahin abstillen (ich möchte nicht abpumpen). Zurzeit stille ich meinen Sohn (12 Wochen) ca. 7-mal am Tag und 2 mal nachts. Wie kann ich bis Januar am besten abstillen? Ich habe mal gehört, dass man jede Woche jeweils eine Brustmahlzeit durch eine Flaschenmahlzeit ersetzen soll, aber dann wäre ich ja 9 Wochen mit dem Abstillen beschäftigt, oder pendelt sich das schon eher mit dem Stillen aus durch die Zugabe von immer mehr Flaschenmilch? Was kann ich noch zusätzlich tun, damit meine Brüste nicht so sehr leiden? Und gibt es auch eine Möglichkeit dann zum Schluss nur noch morgens zu stillen, dieses dann aber ruhig erstmal bis auf weiteres beizubehalten (also auch wenn ich bereits wieder arbeite?)? Vielen Dank für Ihre Antwort


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Liebe Tonia, es gibt verschiedene Möglichkeiten, abzustillen, je langsamer man vorgeht, desto besser ist es für Mutter und Kind. Ist das Baby jünger als neun Monate, besteht das Abstillen vornehmlich darin, dass die Brust durch die Flasche ersetzt wird (da ein Baby manchmal zum Trost an der Brust trinkt, wird es wahrscheinlich nicht so häufig eine Flasche brauchen, wie es nach der Brust verlangt hat). Indem eine Mutter nicht öfter als alle zwei bis drei Tage eine Stillmahlzeit täglich weglässt, ermöglicht sie es, dass sich ihre Milchmenge langsam zurückbildet, ohne dass die Brust übervoll wird und ihr Unannehmlichkeiten bereitet. Die Mutter erhält so auch die Möglichkeit sicherzustellen, dass ihr Baby zusätzliche liebevolle Aufmerksamkeit als Ersatz für die Nähe erhält, die zwischen ihr und dem Kind beim Stillen bestand. Passen Sie am besten Ihren Abstillplan an ihren Zeitplan und das Stillverhalten Ihres Babys an. Ein Beispiel: Hat eine Mutter fünf Tage Zeit, ihr drei Monate altes Baby abzustillen, das zehnmal täglich an der Brust trinkt, können zwei Stillmahlzeiten täglich durch zwei Flaschenmahlzeiten ersetzt werden. Gleichzeitig sollte, sobald sich die Brust voll anfühlt, so viel Milch ausgestrichen werden, bis Sie sich wohl fühlen. Hat die Mutter nur zwei Tage Zeit, kann sie am ersten Tag jede zweite Stillmahlzeit ersetzen und gerade so viel Milch ausstreichen oder abpumpen, bis sie sich wohl fühlt. Am nächsten Tag kann sie die restlichen Stillmahlzeiten weglassen und weiterhin ausstreichen oder abpumpen, um die unangenehme Spannung in den Brüsten zu mildern. Allmähliches Abstillen ist sowohl für die Mutter als auch für das Baby einfacher als plötzliches Abstillen. Allmähliches Abstillen – durch das Weglassen von einer Stillmahlzeit täglich alle zwei bis drei Tage – ermöglicht es, dass sich die Milchbildung der Mutter langsam verringert, ohne dass es zu Brustschwellungen oder anderen Unannehmlichkeiten kommt. Außerdem hat die Mutter so die Zeit, um sicherzugehen, dass sich ihr Baby gut an diese Veränderung anpasst und um ihm zusätzliche liebevolle Aufmerksamkeit zu schenken, die es als Ersatz für die Nähe beim Stillen braucht. Ein plötzliches Abstillen ist für Mutter und Baby meist schwierig. Dafür gibt es mehrere Gründe: Körperliche Beschwerden und mögliche gesundheitliche Komplikationen für die Mutter. Auch wenn die Mutter aufhört zu stillen, produziert ihr Körper weiterhin Milch. Wird diese Milch nicht teilweise entleert, werden die Brüste der Mutter übervoll und es kommt zu einer Brustdrüsenschwellung, die zu einer Brustentzündung oder einem Brustabszess führen kann. Plötzliche Hormonschwankungen bei der Mutter, die Depressionen auslösen oder verstärken können. Das beim Stillen freigesetzte Hormon Prolaktin steht im Zusammenhang mit dem Wohlbefinden. Plötzliches Abstillen führt zu einem plötzlichen Abfall des mütterlichen Prolaktinspiegels. In den ersten Monaten postpartum, wenn der Prolaktinspiegel der Mutter am höchsten ist, können dadurch Trauergefühle und Depressionen ausgelöst werden. Diese Hormonschwankungen können besonders bei einer zu Depressionen neigenden Mutter äußerst stark ausgeprägt sein Ein emotionales Trauma für das Baby. Stillen ist mehr als nur eine Art der Ernährung. Es stellt auch eine vertraute Quelle für Nähe und Trost dar. Plötzliches Abstillen kann beim Baby den Eindruck hinterlassen, die Mutter habe ihm mit der Brust auch die Liebe entzogen. Allmähliches Abstillen hingegen erlaubt der Mutter, den Verlust des Stillens für das Baby durch andere Formen der Aufmerksamkeit und Zuwendung auszugleichen. Teilweises Abstillen erlaubt der Mutter, eine oder mehrere Stillmahlzeiten wegzulassen, so als ob sie begänne, vollständig abzustillen. Während der restlichen Zeit stillt sie jedoch weiterhin. Insofern ist es durchaus möglich, dass Sie morgens weiterhin stillen, auch wenn Sie dann schon wieder arbeiten. Viele Frauen stillen immer nur dann, wenn sie zuhause sind (abends, nachts, morgens früh) und ansonsten trinkt das Baby abgepumpte Milch oder künstliche Säuglingsnahrung. (Pre ist im gesamten ersten Lebensjahr ein guter Ersatz für Muttermilch, Sie können aber auf jeden Fall auch noch einmal mit Ihrem Kinderartzt darüber sprechen, welche künstliche Milch Sie geben könnten). Herzlichen Gruß, Kristina


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