Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mitglied inaktiv

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Hallo! Stille unsere Tochter (Sonntag 6 Monate) fast noch voll - mittags bekommt sie Brei, den sie meistens gerne isst. Zu Beginn bekam sie im Krankenhaus Milch zugefüttert (Fingerfütterung), da ich noch nicht genug hatte. Kurzzeitig habe ich auch abgepumpt und der Maus meine Milch per Fingerfütterung gegeben - ging aufgrund einer sehr schmerzhaften Brustverletzung nicht anders. Nun zum eigentlichen Problem... Auch wenn jetzt wieder sicherlich einige aufschreien, aber ich mag einfach nicht mehr voll stillen. Möchte gerne mal wieder ein paar Stunden für mich haben. Das ist mit Stillen nicht möglich, da sie mittlerweile alle anderen "Arten" der Milchfütterung verweigert - also bringt auch abpumpen nix! Wir haben es mit verschiedenen Saugern und Flaschen von Nuk und Avent und auch diversen Milchsorten inkl. Muttermilch versucht, auch die Fingerfütterung "verachtet" sie. Sie lässt einfach den Mund auf und es läuft alles raus. Und wenn man ihr den Sauger dann doch noch wieder anbietet schreit sie los, als wäre sonst was passiert. Wasser trinkt sie ab und an aus einem normalen Glas - die von mir gekaufte Trinklerntasse mag sie nur ohne Deckel bzw. Aufsatz... Sie kommt tagsüber und auch nachts alle 2 bis 4 Stunden - das kann recht zermürbend sein, zumal sie tagsüber auch nicht richtig schlafen mag - halbstündige Pausen reichen ihr. Weiß nicht mehr so recht weiter - würde einfach gerne mal ein bißchen Zeit für mich und auch für meinen Mann haben. Versuchen "es" immer mal wieder seit mittlerweile 2 Monaten - aber so langsam reicht es echt. Würde mich über Ratschläge, Tipps und Hilfestellungen sehr freuen! DANKE! P.S.: Den Schnuller nimmt sie ohne Probleme zum Einschlafen, spuckt ihn dann (wenn sie zur Ruhe gekommen ist) aber aus...


Biggi Welter

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Liebe Igio, wenn Sie ihr Kind bis zum Alter von sechs bis sieben Monaten vollständig abgestillt haben wollen, müssen Sie zunächst zur Flasche hin abstillen, da das Kind noch zu jung für alleinige Beikost ist, die ja erst ab etwa einem halben Jahr eingeführt werden sollte. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird das Kind ausreichen häufig gestillt, braucht es keine andere Milchnahrung und auch keinen Milchbrei oder Flaschennahrung. Wenn Sie das nun nicht mehr möchten, braucht Ihr Kind noch Ersatzmilch. Haben Sie schon einmal versucht, die Milch aus der Tasse anzubieten? Sie kann auch mit einem Becher gegeben werden. Zum Becherfüttern gibt es spezielle Becher, aber Sie können auch einfach einen kleinen Becher in der Größe eines Schnapsglases (oder den Verschlussbecher von Babyflaschen) verwenden. Der Vorteil der Säuglingsbecher ist, dass sie eine Maßskala haben Sie wissen also, ob Sie 30 oder 40 g hineingetan haben. Bei der Becherfütterung wird der Becher dem möglichst aufrecht im Schoß der Mutter/des Vater sitzenden Kind an die Unterlippe angelegt. Sie kippen den Becher dann langsam und vorsichtig, so dass die Milch in den Mund des Babys läuft. Achten Sie darauf, dass immer nur so viel Milch fließt, wie das Baby problemlos schlucken kann und setzen Sie immer wieder ab. Wird die Becherfütterung richtig durchgeführt verschlucken sich die Babys nicht. Bereits frühgeborene Babys können mit dem Becher gefüttert werden. Spezielle Babyfütterbecher gibt es von den Firmen Ameda und Medela und können in der Apotheke bestellt werden. Da sich die Techniken des Trinkens an der Flasche und an der Brust deutlich unterscheiden und sich ein Flaschensauger ganz anders anfühlt als die Brust, lehnen viele Stillkinder die Flasche ab. Wenn die Mutter die Flasche geben will kommt noch dazu, dass es sich denkt "Was soll denn damit? Ich kann doch die Milch meiner Mutter riechen und fühle ihre Brust und bekomme so etwas Seltsames in den Mund gesteckt". In einigen Fällen hilft es daher, wenn jemand Anderes die Flaschenfütterung übernimmt. Es empfiehlt sich auch, nicht zu warten, bis das Baby sehr hungrig oder müde ist. Müde oder hungrige Babys sind nicht unbedingt daran interessiert etwas Neues auszuprobieren. Manche Babys wollen auch einfach nicht aus einer Flasche trinken. Bei diesen Kindern kann man dann versuchen, ob sie aus einer Trinklerntasse (Schnabeltasse) trinken. Viele Mütter berichten, dass ihre Babys die Trinklerntasse von Avent mit dem weichen Schnabelaufsatz gerne (oder zumindest lieber) annehmen. Unter Umständen kann man auch löffeln. Hier noch ein paar Tipps, wie das Baby die Flasche vielleicht besser annimmt: o die Flasche anbieten, ehe das Baby zu hungrig ist o das Baby beim Flaschegeben in ein Kleidungsstück der Mutter (Geruch) einwickeln o den Flaschensauger nicht in den Mund des Babys stecken, sondern die Lippen des Babys damit berühren, so wie die Mutter dies mit der Brustwarze tut o den Flaschensauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur bringen oder beim einem zahnenden Baby abkühlen, um die Zahnleisten zu beruhigen o verschiedene Saugerformen und Lochgrößen ausprobieren o verschiedene Haltungen beim Füttern einnehmen o versuchen das Baby im Halbschlaf zu füttern o geduldig bleiben und auch alternative Fütterungsmethoden in Betracht ziehen (z.B. Becher, Löffel) Die Becherfütterung ist mit der richtigen Technik aber wirklich keineswegs aufwändiger als die Flaschenfütterung und deshalb durchaus eine Alternative zur Flasche und gerade bei einem Kind ab sechs Monaten lässt sich der Becher gut einführen und die Flasche muss nicht mehr in jedem Fall unbedingt eingeführt werden. Wichtig ist, dass Sie wirklich geduldig bleiben. LLLiebe Grüße Biggi


Mitglied inaktiv

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Wie lange sollten Babys überhaupt Milch (egal ob jetzt per Brust oder Flasche) bekommen? Oder wäre es auch möglich, ganz auf die Gabe von Milch zu verzichten, wenn man genügend Brei etc. füttert und die Kleenen Wasser oder ähnliches trinken? Wenn wir Wasser in eine kleine Avent-Flasche füllen, spielt sie immerhin damit rum - allerdings kann man nicht unbedingt sagen, dass sie daraus wirklich trinken würde (vllt. fehlen abends nach einem ganzen Tag so 10 ml)...


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