Mitglied inaktiv
Liebe Biggi! Ich habe meine Tochter 6 Monate voll gestillt und am Wochenende jetzt mit Beikost begonnen. Hat auch soweit ganz gut geklappt. Meine Frage ist folgende: Ich fange im Februar wieder mit dem Arbeiten an, vier Tage die Woche, allerdings von 7-16Uhr. Wollte gern morgens und ab nachmittags und nachts weiter stillen, habe auch keine Probleme nachts rauszumüssen. Habe jetzt mittags mit Karotte angefangen, kannst Du mir Tipps geben, welche Mahlzeiten ich weiter ersetzen sollte und in welchen Abständen? Habe auch schon Muttermilch abgepumpt und tiefgefroren, um eventuell nicht so schnell umstellen zu müssen. Und pegelt sich die Milchproduktion so ein, dass ich um 6Uhr eine Stillmahlzeit gebe, und die nächste erst 16Uhr? Oder laufe ich damit Gefahr, dass die Milch komplett ausbleibt? Möchte sehr gern noch weiter stillen, solange die Kleine es möchte! Vielen Dank, Anett
Liebe Anett, sicher ist es richtig und gut, einem sechs Monate alten Baby, das Interesse an fester Nahrung zeigt, diese dann auch anzubieten. Doch diese Einführung der Beikost sollte langsam erfolgen und keinesfalls kann die feste Kost die Muttermilch jetzt bereits in größerem Maße ersetzen. Ich weiß, dass fast überall steht: "zunächst wird die Mittagsmahlzeit ersetzt und im Abstand von etwa vier Wochen ersetzen Sie die nächste Mahlzeit usw". Gleichzeitig wird "eine Mahlzeit" als die Menge definiert, die in ein Gläschen passt und zwar für alle Kinder gleich. Doch dieses Schema, das leider immer noch oftmals propagiert wird verursacht in vielen Fällen nichts weiter als Stress und Tränen. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit "ersetzt" werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT Kost heißen. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird das Kind ausreichen häufig gestillt, braucht es keine andere Milchnahrung und auch keinen Milchbrei oder Flaschennahrung. Allmählich wird sich die Menge der Beikost von selbst steigern und etwa ab den ersten Geburtstag werden sich das Verhältnis Beikost zu Muttermilch langsam umkehren, bis sich das Kind (wenn es dazu die Gelegenheit erhält, die Entscheidung selbst zu treffen) schließlich irgendwann ganz abstillen wird. Du kannst also erst einmal nach bedarf weiter stillen und sollte dein Kind während deiner Abwesenheit noch Hunger nach der Beikost haben, kann es abgepumpte Milch bekommen. Deine Brust kann sich wohl an längere Abstände gewöhnen, allerdings wäre es schon sinnvoll, wenn Du einmal während deiner Abwesenheit abpumpen würdest. So kannst Du auch sicher sein, dass sich die Milchmenge nicht verringert und außerdem verhinderst Du einen Milchstau. LLLiebe Grüße, Biggi
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