Mitglied inaktiv
Hallo! Mein Sohn ist nun 6 Monate alt. Seit zwei Wochen füttere ich mittags Brei, zunächst eine Woche nur Frühkarotten, dann Karotten mit Kartoffeln. Ab morgen bekommt er Karotten, Kartoffeln und Fleisch, so dass die komplette Mittagsmahlzeit ersetzt ist. Er isst locker die 190 g aus dem Gläschen. Zu trinken bekommt er hierzu verdünnten Karottensaft. Abends füttere ich ihn vor dem Schlafen einen Milchbrei mit 75 ml Wasser und 30g Pulver. Nun stille ich ihn aber weiterhin nach Bedarf, auch nach den Mahlzeiten, abends, nachts. Ich kann keine veränderte Trinkmenge bei ihm feststellen. Nach den Mahlzeiten schläft er auch ausschließlich an der Brust ein. Er ist ein Moppel – 74 cm und fast 10 kg. Nun meine Frage: Soll ich das Stillen mittags und abends komplett einstellen, damit es mit dem Abstillen auch funktioniert? Ich arbeite ab dem 01.09 wieder einen Tag in der Woche. Kann der Kleine dann an diesem Tag mit „künstlicher“ Milch gefüttert werden? Wie oft benötigt er noch eine Milchmahlzeit? Es war immer so schön einfach mit dem Stillen und nun habe ich natürlich wenig Ahnung, wie die Ernährung für ihn optimal ist. Wie gehe ich weiter vor, damit wir beide uns gut und langsam vom Stillen verabschieden können? Vielen Dank für die Antwort!!!! Liebe Grüße
Liebe Dora35, es ist überhaupt nicht schlecht, wenn Ihr Sohn nach dem Brei noch gestillt wird. Erist gerade erst sechs Monate alt und damit noch am Beginn der "Beikostkarriere" und in dieser Zeit sollte der Begriff "BEI Kost" wörtlich verstanden werden. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Sowohl für Ihr Kind als auch für Ihre Brust ist es günstiger, wenn Sie den Begriff BEI Kost wörtlich nehmen. Beikost ist Nahrung, die ergänzend zur Muttermilch gegeben wird und nicht als Ersatz, denn sonst würde es ANSTATT Kost heißen. Bei der Vorgehensweise, dass langsam als ergänzende Nahrung Beikost angeboten wird, hat die Brust Zeit, sich an die Veränderung zu gewöhnen, das Kind hat ebenfalls mehr Zeit für die Umstellung und die Nährstoffe aus der Beikost können in Zusammenhang mit bei der gleichen Mahlzeit angebotener Muttermilch besser verwertet werden. Das sind eine Menge Vorteile. Falls Sie aus welchen Gründen auch immer Mahlzeiten unbedingt rasch vollständig ersetzen möchten, sollte immer ein Abstand von etwa vier Wochen zwischen jeweils zwei Mahlzeiten liegen. Mit sechs Monaten sind zwei Beikostmahlzeiten pro Tag völlig genug. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wenn Sie jetzt nicht mehr stillen möchten, können Sie auch auf künstliche Säuglingsmilch ausweichen. Eine "Gebrauchsanweisung" im wörtlichen Sinn gibt es nicht, nur Tipps und Vorschläge wie vorgegangen werden kann. Dabei gehen Sie am besten so vor, dass Sie Ihr Kind zunächst anlegen, aber es sich nicht vollständig satt trinken lassen, sondern anschließend noch die Flasche anbieten. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das müssen Sie ausprobieren. Allmählich steigern Sie die Menge der Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche können Sie dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung beginnen. Mit welcher Mahlzeit Sie beginnen, bleibt Ihnen überlassen. Nach Möglichkeit sollten Sie nicht zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Stillzeiten direkt nacheinander ersetzen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpen Sie gerade so viel Milch ab oder streichen von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Sie sich wieder wohl fühlen. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich können Sie die Brust kühlen. Besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin/arzt welche künstliche Säuglingsnahrung Sie verwenden sollten. Pre Nahrung kann wie Muttermilch nach Bedarf gegeben werden und ist als Ersatz für die Muttermilch für das gesamte erste Lebensjahr (bis das Kind an normale Kuhmilch gewöhnt werden kann) geeignet. Für das komplette Abstillen sollten Sie in etwa sechs bis acht Wochen einrechnen, dieser Zeitraum ist realistisch, wenn Sie Probleme mit der Brust vermeiden wollen und gibt auch dem Kind Zeit, sich an die Umstellung zu gewöhnen. Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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