Mitglied inaktiv
Hallo Biggi,cht meine Tochter wird jetzt bald 1 Jahr und ich möchte abstillen. Besonders die Nächte sind anstrengend (wobei das sicher nicht nur am stillen liegt). Wie auch andere aktzeptiert meine Tochter keine Flasche, Tasse mit Milch, Breie.... Sie ißt bei uns mit, aber verlangt immer noch Muttermilch. Ich versuche das Stillen zu reduzieren, aber meine Tochter ist sehr fordernd und meistens gebe ich nach. Ich weiss, das ich die Grenze setzen muss, aber es ist nicht leicht. Meine Kinderärztin meint ich soll ihr von heute auf morgen keine Brust mehr geben und nach spätestens 24 Stunden Terror aktzeptiert sie vor Hunger alles andere. Für mich und meinen Mann wäre dieser Weg sehr hart, da ich eine schöne Stillzeit hatte und mir auch ein harmonisches Ende wünsche. Soll ich meiner Tochter noch Zeit geben? Momentan habe ich das Gefühl das ich sie auf die sanfte Tour nicht von der Brust wegbekomme.Hast Du vielleicht noch einen Rat ? Vielen Dank im voraus für die Mühe Simone und Antonia
? Liebe Simone, im Grunde deines Herzens weisst Du, was die Lösung ist: Liebevolle Konsequenz. Solange Du nicht sicher hinter der Entscheidung stehst, dass Du abstillen willst und deinem Kind diese Zweifel ganz deutlich sind, wird es mit dem Abstillen schwierig bleiben. Liebevolles Abstillen kann ein Kind sicher verkraften, vorausgesetzt, die Mutter ist sich sicher, dass sie voll dahinter steht. Denn Zweifel spürt das Kind sofort und sie verunsichern es. Ich werde dir nun ein paar nicht so drastische Methoden ein Kind abzustillen beschreiben. Vielleicht findest Du etwas, was Dir zusagt. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt `biete nicht an, lehne nicht abA. Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und ihn dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Außerdem möchte ich dir das Buch `Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten KleinkindernA von Norma J. Bumgarner empfehlen, das im Buchhandel, bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga-Stillberaterin und im Buchhandel erhältlich ist. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Vielen Dank für Deine hilfreiche Antwort. Das Buch "Wir stillen noch" habe ich letztes Wochenende gelesen und es ist wirklich empfehlenswert. Es ist hilfreich für die Stillzeit, Erziehung und Beziehung zu unserem Kind. Lg Simone
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