Mitglied inaktiv
Hallo! Meine Tochter ist jetzt 11 Monate und 1 Woche, bis zu ihrem Geburtstag möchte ich es geschafft haben, abzustillen, aber wie mache ich das ??? Ich habe ihr jetzt abends schon oft die Flasche mit verschiedenen Milchsorten angeboten (Pre, Nr. 1+2, versch. Hersteller), aber sie mag einfach nicht! Kann man schon normale Vollmich geben? Ich habe leider auch nicht die Möglichkeit, meinem Mann Baby und Flasche "aufs Auge zu drücken", da er leider viel unterwegs ist... Liebe Grüße, Yvi
? Liebe Grüße, Yvi Liebe Yvi, innerhalb von drei Wochen komplett abzustillen kann schwierig sein, wenn das Kind noch viel gestillt wird. Ich würde mich auch nicht unbedingt an so einen fixen Termin binden, nicht zuletzt auch deshalb, weil das Abstillen mehr ist, als lediglich das Ersetzen der Muttermilch durch eine andere Nahrung. Bei einem fast einjährigen Kind kann in der Regel auch auf die Flasche verzichtet werden. Das Kind kann aus einem Becher trinken und ab etwa dem ersten Geburtstag dann an Kuhmilch und Kuhmilchprodukte herangeführt werden, so dass keine künstliche Säuglingsnahrung mehr notwendig ist. Ein radikaler Brustentzug wird für Ihr Kind sicher sehr schwierig sein und mit vielen Tränen verbunden. Vielleicht können Sie, statt von jetzt auf gleich nicht mehr zu stillen, die Zeit an der Brust schrittweise immer weiter verkürzen, so dass der Übergang fließend ist. Da bei Ihnen wohl kein Partner einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Sprechen Sie mit Ihrem Kind auch darüber, dass Sie nicht mehr gewillt sind zu stillen. Ihr Kind versteht viel mehr als viele Menschen denken. Ich möchte Ihnen nun ein paar weitere nicht so drastische Methoden, ein Kind abzustillen beschreiben. Vielleicht finden Sie etwas, was Ihnen zusagt. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt `biete nicht an, lehne nicht abA. Das bedeutet, dass Sie dem Kind die Brust nicht von sich aus anbieten, aber auch nicht ablehnen, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Ihre Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Sie müssen die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die dem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn sie ihr übliches Verhalten in bestimmten Situationen verändern. Wenn Sie zum Beispiel sitzen bleiben anstatt sich hinzulegen, wenn Sie ihr Kind zum einschlafen bringen. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Sie auch weiter, wenn Sie das Stillen immer dann, wenn Ihr Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschieben. Das kannst flexibler gehandhabt werden als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Außerdem möchte ich Ihnen das Buch `Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten KleinkindernA von Norma J. Bumgarner empfehlen, das im Buchhandel, bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga-Stillberaterin und im Buchhandel erhältlich ist. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sieallmählich und mit viel Liebe vorgehen und nicht zu schnell die Geduld verlieren. Zum Schluss noch etwas, was unter Umständen paradox klingt: einige Kinder stillen sich von alleine ab, sobald ihre Mutter die Abstillbemühungen aufgibt. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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