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Hallo Frau Welter, Mein Sohn 18 Wochen wird voll gestillt, was bisher auch super geklappt hat. Vor zwei Wochen hatte ich eine Virusgrippe, die ich auch mittlerweile gut ohne große Medikamente überstanden habe. Jetzt trinkt mein Sohn aber leider seit ca. 5 Tagen recht unruhig. Liegt es an der Qualität der Milch? Tagsüber trinkt er mal eine Seite, die zweite verweigert er. Oder er trinkt nur ein paar Schlucke. Er wirft sich dann wütend nach hinten und schreit. Dann kommt er jetzt wieder nachts zwei bis drei Mal, obwohl er bereits mit 7 Wochen bis zu 10 Stunden geschlaften hat. Meine Ärtzin sagt ich solle abstillen. Wird er nicht mehr satt oder ist es ein Entwicklungsschub? Ich möchte gern bis 6 Monate weiterstillen, da wir eine Allergikerfamilie sind.
? Liebe Dana, das Verhalten Ihres Kleinen ist bestimmt antrengend, aber sicher kein Grund zum Abstillen. Für das „Zappeln“ an der Brust kann es verschiedene Ursachen geben, die von einem simplen „nach einer Brust bin ich satt“ bis hin zu „ich habe Ohrenschmerzen und trinke nur gerade so viel, dass der ärgste Hunger gestillt ist, weil die Ohren beim Trinken noch viel schlimmer weh tun“ reichen. Hier muss ein bisschen Detektiv gespielt werden, was am besten in einem direkten Gespräch mit einer Kollegin vor Ort geht. Ich suche Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus, wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben. Vermehrtes nächtliches Aufwachen ist ab etwa vier bis sechs Monaten ein normales Verhalten bei Babys und zwar nicht, weil das Kind nicht mehr satt würde, sondern entwicklungsbedingt. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das am Tag Erlebte in der Nacht verarbeiten, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, krabbeln, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Es gibt jedenfalls genügend Gründe dafür, dass das Kind unausgeglichen ist und nachts häufiger aufwacht. Für die Mütter ist es meist schwer, diesen `RückschrittA zu akzeptieren. Doch in Wirklichkeit ist es ein Fortschritt, denn dein Kind hat wichtige neue Entwicklungsschritte gemeistert und ist dabei noch weitere anzugehen. Abgesehen von den umstrittenen Schlaftrainingsprogrammen, die von Stillexperten nahezu einhellig abgelehnt werden, bleibt in dieser Zeit nicht viel, als geduldig zu bleiben und sich die Tage und Nächte so einfach wie möglich zu gestalten. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens `Schlafen und Wachen - ein Elternbuch für KindernächteA von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL-Stillberaterin bekommen können. Haben Sie ein wenig Geduld mit sich und Ihrem Kind und versuchen Sie sich den Alltag so einfach wie möglich zu machen, damit Sie genügend Ruhe für sich bekommen. Es kommen auch wieder einfachere Zeiten. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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