Mitglied inaktiv
Hallo! Meine Tochter ist jetzt fast 12 Monate. bis zum Deember letzten Jahres hat Sie durchgeschlafen (ohne stillen), dann kamen die ersten Krankheiten, Zähne Krabeln und die Fremdelphase und seit dem stille ich sie des Nachts 1-2 stündlich. Zwischen zeitlich gebe ich Ihr noch den Nuckel. Am Tage stille ich Linn nur 1x und vor dem einschlafen am Abend. Wie Sie sich sicher vorstellen können ist mein Nachtschlaf nicht sehr doll, ich bin erschöpft und müde. Da ich mit meiner Tochter und meinem Sohn (7) allein lebe, wirkt sich das erheblich auf meine Leistungsfähigkeit aus und ich habe kaum Freiräume für meinen großen Sohn, geschweige denn für mich. Seit Januar geht Linn in die Kita, weil ich wieder arbeite (25h/ Monat) und ab April beginnt mein Studium wieder, nach 2 Urlaubssemestern. So wie die Nächte momentan sind, werde ich das nicht mehr lange durchhalten. Haben Sie irgendwelche Tipps, Ratschläge die mir in diser Situation weiterhelfen. Vielen Dank Lotta
? Liebe Lotta, das Schlafverhalten Ihres Kindes ist nicht unbedingt ungewöhnlich und es ist auch keineswegs so, dass das Stillen daran „schuld“ ist. Nur 10 % aller Kinder in Deutschland werden mit einem Jahr überhaupt noch gestillt und dennoch finden Sie überall Eltern, die sich verzweifelt über den Schlaf ihrer Kinder äußern, von denen ja 90 Prozent nicht mehr gestillt werden. Wenn Sie denken, dass für Sie nun der Zeitpunkt gekommen ist, um abzustillen, dann tun Sie das, aber verknüpfen Sie keine allzu großen Hoffnungen auf dadurch automatisch entstehende ruhige Nächte. Wenn Sie jetzt bald abstillen wollen, dann kann es sinnvoll sein, dass Ihr Partner einen Teil der Nachtschicht übernimmt. Also nicht Sie wenden sich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Auch hier können Sie Ihr Kind ja in der ersten Zeit zuerst stillen und dann dem Partner übergeben. Wenn Ihr Partner nicht einspringen kann, bleibt es an Ihnen, Ihr Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiterhin Ihre Liebe und Zuneigung spürt und Sie allmählich und mit viel Liebe vorgehen und nicht zu schnell die Geduld verlieren. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Rechnen Sie allerdings nicht damit, dass das Abstillen automatisch ruhigere Nächte bringen wird. Beruhigen können Sie Ihr dann mit Körperkontakt, Tragen, Kuscheln, beruhigendem Murmeln, leisem Singen und indem sie ihm ein Ersatzobjekt zum Saugen anbieten. Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens „Schlafen und Wachen - ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL-Stillberaterin bekommen können. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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