Mitglied inaktiv
hallo ich habe eine 6 monate alte tochter und möchte langsam mit den abstillen anfangen, da ich auch bald wieder zu arbeiten anfange. welche milchmahlzeit sollte am besten ersetzt werden und braucht meine tochter dann noch andere flüssigkeit.ist es viellicht möglich abends mit der beikost anzufangen. weil sie super unruhig schläft. und so könnte ich ihr ja abends die brust abgewöhnen. halten sie das für eine gute idee. über ihre antwort freue ich mich
? Liebe Steffi, die Einführung der Beikost ist der Beginn des Abstillens und das auch dann, wenn nicht sofort Mahlzeiten ersetzt werden. Und damit sind wir beim ersten Punkt: Es wird nicht unbedingt empfohlen, bei der Einführung der Beikost gleich Mahlzeiten zu ersetzen, sondern der Begriff Beikost sollte wörtlich verstanden werden: BEI-Kost ist Nahrung, die die Muttermilch ergänzt und nicht ersetzt. Wird in Zusammenhang mit der Beikostmahlzeit gestillt, kann das Kind außerdem einige Nährstoffe aus der Beikost besser aufnehmen und verwerten. Allerdings ist es gerade bei Berufstätigkeit nicht immer ganz einfach, die Muttermilch nur zu ergänzen, es kann dann aus rein praktischen Gründen leichter sein, eben doch bald eine Mahlzeit zu ersetzen. Berufstätigtkeit ist der nächste Punkt, der oft für Missverständnisse sorgt. Dass eine Frau (uaßer Haus) berufstätig ist, bedeutet keineswegs, dass sie abstillen muss. Stillen und Berufstätigkeit lassen sich kombinieren und bei einem Kind über sechs Monate sogar relativ einfach. Falls als Ihre einzige Motivation für ein baldiges Abstillen Ihre Arbeit ist, so gibt es hier auch andere Möglichkeiten. Weltweit verbinden zahllose Frauen Stillen und Berufstätigkeit, aber bei uns gibt es leider viele Frauen, die – oft aus Informationsmangel heraus – diese Möglichkeit gar nicht in Betracht ziehen. Es ist am günstigsten mit einem Nahrungsmittel zu beginnen, zunächst nur eine geringe Menge anzubieten (jeweils nur mit ein paar Löffeln beginnen) und diese dann langsam zu steigern. Am Anfang sollte nur eine neue Nahrung, ein- oder zweimal am Tag gegeben werden und etwa eine Woche gewartet werden, bevor wieder etwas Neues angeboten wird. (Also nur Karotte, nur Kartoffel, nur Banane, nur geriebener Apfel usw.). Der Sinn dieser Vorgehensweise ist folgender: Falls sich eine allergische Reaktion zeigt, kann man auf diese Art leichter feststellen, was sie verursacht hat. Auch wenn das Risiko einer allergischen Reaktion nach dem ersten halben Jahr nicht mehr so groß ist, besteht die Möglichkeit dass eine Speise eine allergische Reaktion auslöst (Ausschlag, Durchfall, Erbrechen). Wurde immer nur ein neues Nahrungsmittel eingeführt, dann lässt sich leichter feststellen, welches Nahrungsmittel nicht vertragen wurde. Die betreffende Speise sollte dann aus dem Speiseplan gestrichen und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeboten werden. Bereits eingeführte Nahrungsmittel, die gut vertragen werden, können miteinander gemischt werden. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. In welcher Reihenfolge die Stillzeiten durch andere Mahlzeiten ersetzt werden, bleibt jeder Mutter selbst überlassen. Es wird lediglich empfohlen neue Nahrungsmittel nicht am Abend einzuführen, da dann eventuelle Unverträglichkeitsreaktionen in die Nacht fallen können und nach Möglichkeit sollten nicht zwei unmittelbar aufeinander folgende Mahlzeiten direkt nacheinander ersetzt werden. Der Gedanke, dass eine sättigende Mahlzeit am Abend zu mehr Ruhe führt, ist zwar weit verbreitet, aber deshalb keineswegs zwingend richtig. Viele Eltern müssen die Erfahrung machen, dass nach einer Beikostmahlzeit am Abend, die Nächte unruhiger werden. Übrigens muss keinswegs alles püriert werden, es gibt Kinder die mögen absolut keine breiige Kost. Im gesamten ersten Lebensjahr kann der Flüssigkeitsbedarf eines Babys vollständig über die Muttermilch gedeckt werden, vorausgesetzt, es wird weiterhin nach Bedarf gestillt. Dennoch ist es sinnvoll parallel zur Einführung der Beikost auch den Becher mit Wasser einzuführen. Wird nicht mehr nach Bedarf gestillt braucht das Kind zusätzliche Flüssigkeit und zwar am besten ganz einfaches Wasser (Leitungswasser ist bei uns in den meisten Fällen möglich). Bieten Sie dem Kind zur Beikost immer Wasser an, dann hat es die Möglichkeit zu trinken, wenn es durstig ist. Wasser ist das optimale Getränk, sowohl für Kinder wie für Erwachsene, Saft oder Tee sind nicht notwendig. Solange der Urin des Babys hell, fast farblos aussieht und nicht unangenehm riecht, bekommt es in der Regel genügend Flüssigkeit. Für Tipps rund um das Thema Beikost bietet sich das Buch „Babyernährung gesund & richtig – B(r)eikost und Fingerfood“ von Gabi Eugster an. Dort finden sich sehr viele Informationen und Tipps zum Thema Ernährung ab dem siebten Monat. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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