Mitglied inaktiv
Hallo, meine Tochter ist nun zehneinhalb Monate alt und wird noch morgens und abends, und eigentlich auch zwischendurch noch recht häufig gestillt. Unser Problem ist, daß die kleine ohne Brust nicht schläft. Ich war schon bei der schlafberatung, dort hat man mir natürlich gesagt, ich soll sie schreien lassen. Das widerstrebt mir doch sehr, und außerdem bringt es auch nichts, sie hört nämlich nicht auf. Sie schreit munter drei stunden, da kann ich mich danebensetzen und sie streicheln, sie brüllt, und brüllt und brüllt. Das kann es ja nun wirklich nicht sein. Außerdem "bringt" diese Methode nur was, wenn man konsequent ist, und das zieh ich nicht durch. Jedenfalls schläft sie nur mit Brust ein, und wacht leider sofort wieder auf, wenn die Brust den Mund verläßt. Das wird immer extremer und raubt mir so langsam den letzten Nerv. Ich kann nicht die ganze Nacht danebenliegen und meine Brust hinhalten. Sie steigert sich von Tag zu Tag mehr da hinein, ich mache seit Wochen nichts anderes als das Kind ins bett zu legen, und es zwei minuten später schreiend wiederzufinden.Schnuller nimmt sie nicht, hab schon alles versucht. Als Sahnehäubchen hab ich auch noch ein Kindergartenkind, was auch nicht einschlafen möchte. Vielleicht würde es helfen, wenn ich sie abstílle, von der Brust entwöhne, die kleine hoffnung hab ich noch. Nur trinkt sie weder besonders gerne andere Flüssigkeiten, und Kunstmilch schon mal gar nicht. ( Kann ich eigentlich auch verstehen....) Milchbrei mag sie auch nicht besonders, komischerweise hin und wieder den ekligen aus dem Gläschen. Abgepumpte Milch rührt sie nicht an. Was kann ich ihr stattdessen geben, Kuhmilch ist sicher noch etwas früh. Ich habe schon etliche Literatur durch, hab mich durchs Internet rauf und runter gelesen. Vielleicht haben Sie ja noch einen Tipp für mich. Ich geb die Hoffnung nicht auf. Ich hätte nichts dagegen, die kleine zu stillen bis sie sich von selber abstillt, aber wenn es dem schlaf nützt, still ich sie ab. Danke Sophie
? Liebe Sophie, entgegen den Erzählungen vieler Mütter nützt das Abstillen in den seltensten Fällen wirklich etwas, um den Schlaf zu fördern und Schlaftrainingsprogramme, die mit Schreienlassen einhergehen werden von Stillberaterinnen und auch vielen anderen Experten mehr als kritisch betrachtet. Nun kann ich aber, nicht zuletzt aus eigener Erfahrung, gut nachvollziehen, dass Sie nach einer Möglichkeit suchen, selbst wieder etwas Schlaf zu finden, denn der Alltag mit zwei kleinen Kindern ist Schwerstarbeit. Vielleicht kann Sie Ihr Partner ja etwas unterstützen. Er könnte einen Teil der Nachtschicht übernehmen oder auch das abendliche Zubettbringen zumindest zum Teil. Das wird nicht von heute auf morgen gehen, aber mit viel Geduld und Liebe, kann ein Kind an ein neues Ritual gewöhnt werden. Um das abendliche Stillen wegzulassen, bietet sich nämlich eine Veränderung des Abendrituals an. Sie können zunächst das Stillen verkürzen und den Vater am abendlichen Einschlafritual beteiligen. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. In diesen Gesprächen können Sie dann Ihr Kind - wenn Sie wirklich abstillen wollen - immer wieder darauf hinweisen, dass Sie der Meinung sind, dass sich Ihre gemeinsame Stillzeit nun dem Ende zuneigt, dass Sie es aber weiterhin genau so sehr lieb haben, wie schon immer. Mit Kuhmilch und Kuhmilchprodukten sollte möglichst bis zum ersten Geburtstag gewartet werden. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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