Mitglied inaktiv
Mein Sohn ist 5 ½ Monate alt und wurde bisher voll gestillt. Mit 4 Monaten hat er die ersten 2 Zähnchen unten bekommen. Jetzt gibt es seit einigen Tagen das Problem, dass er mich beim Stillen beisst, und zwar so stark, dass es blutet. Deshalb pumpe ich ab und gebe ihm die Milch im Fläschchen, was natürlich ziemlich zeitaufwendig ist. Leider wurde mir viel Widersprüchliches geraten, wie ich jetzt weitermachen soll: der Kinderarzt empfiehlt Umstellung auf HA1 Milchnahrung, die Hebamme langsam mit Gemüse oder Brei anfangen und weiterhin Abpumpen, der Frauenarzt schnelles Abstillen mit Tabletten. Jetzt bin ich verunsichert, wie ich nun weitermachen soll. Ich wäre schon bereit, noch 3-4 Wochen weiterhin abzupumpen, reicht das für eine komplette Umstellung auf Gemüse und Brei? Eine komplette Umstellung auf Milchnahrung erscheint mir wenig sinnvoll, da ich ja sowieso bald mit Beikost anfangen wollte. Ich muss noch hinzufügen, dass bei meinem Sohn ein erhöhtes Allergierisiko besteht, da ich eine Allergie auf Pollen und Tierhaare habe. Vielen Dank schon im Voraus für die Beantwortung. Mima
? Liebe Mima, und jetzt komme ich und habe nochmals eine andere Idee: Versuchen Sie Ihrem Kind das Beißen abzugewöhnen. Babys beißen nicht aus böser Absicht, sondern aus Versehen - wenn es überhaupt passiert - und sie können lernen, so an der Brust zu trinken, dass die Zähne nicht zum Einsatz kommen. Manche Kinder stellen allerdings mit großem Interesse fest, dass die Mama sehr interessante Töne von sich gibt, wenn sie gebissen haben und wollen ausprobieren, ob sie diese Reaktion nochmals hervorrufen können. Kleine Babys verstehen schon mehr als allgemein angenommen. Es gibt einige Tipps, wie man einem „bissigen" Baby das Beißen an der Brust abgewöhnen kann: - das Baby ohne großes Aufheben von der Brust nehmen, damit es nicht versucht ist zu probieren, ob es die Mutter nochmals zusammenzucken lassen kann. - etwas Angemessenes zum Beißen anbieten. Sobald es zu einem Biss oder einem Beinahe-Biss kommt, bieten Sie dem Baby einen Beißring oder ein Spielzeug an, damit es weiß, wo es seine Zähne einsetzen darf. - das Baby schnell auf den Boden legen. Einige Mütter wollen auf das Beißen strenger reagieren. Nach ein paar Schrecksekunden für das Baby, die dem Ablegen folgen, sollte es beruhigt werden und die Rückmeldung bekommen, dass Beißen unangenehme Folgen hat. - einen Finger in die Nähe des Mundes des Babys legen, um den Saugschluss schnell zu unterbrechen, wenn es seinen Kopf dreht. Manche Babys lieben es, die Brustwarze nicht loszulassen, wenn sie abgelenkt werden und ihren Kopf drehen. Dies kann verhindert werden, wenn die Mutter einen Finger bereit hält, um den Saugschluss zu unterbrechen. - mit dem Baby reden und ihm erklären, dass Sie das Beißen nicht lustig finden (klingt vielleicht noch verfrüht bei einem Baby, aber es funktioniert vielfach tatsächlich). Wenn Ihr Baby zubeißt, reißen Sie es bitte nicht von der Brust weg, sondern ziehen Sie es nahe an sich heran. Wenn Sie es nahe an sich heranziehen, muss es los lassen, weil es sonst nicht mehr atmen kann. Es ist besser für Ihre Brust, wenn das Baby loslässt, als wenn Sie es von der Brust wegreißen. Falls Sie sich absolut sicher sind, dass Sie Ihr Kind wirklich abstillen wollen, dann können Sie langsam immer weniger Abpumpen und der Brust so signalisieren, dass der Bedarf geringer wird. Gleichzeitig führen Sie andere Nahrung als Ersatz ein. Mit fünfeinhalb Monaten kann es sein, dass Ihr Kind schon so weit ist Beikost zu bekommen, aber sicher kann es noch nicht vollständig und für alle Mahlzeiten auf Beikost umgestellt werden und schon gar nicht ist eine solche Umstellung innerhalb von nur vier Wochen anzuraten. Um künstliche Säuglingsnahrung werden Sie wohl kaum herumkommen und auch vermutlich nicht um die Flasche, denn ein Kind in diesem Alter hat in der Regel noch ein sehr starkes Saugbedürfnis. Ein plötzliches Abstillen von jetzt auf gleich ist nicht empfehlenswert, besser ist es, wenn Sie Ihrem Körper etwas Zeit geben. Abstillmedikamente (die aus gutem Grund rezeptpflichtig sind) sollten aufgrund der Nebenwirkungen wirklich nur besonderen Situationen vorbehalten bleiben. Zudem ist Ihre Wirkung nach der unmittelbaren Neugeborenenperiode nicht erwiesen. Zitat aus „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Spielmann, Schaefer, 6. Auflage: "Zum Abstillen ist vor allem Bromocriptin eingesetzt worden. Angesichts möglicher Risiken für die Mutter soll es nicht mehr routinemäßig zu diesem Zweck genommen werden (Arzneimittelkommission 1989). die amerikanische Food und Drug Administration (FDA) hat aufgrund der mütterlichen Risiken die Zulassung für Bromocriptin zum Abstillen zurückgezogen (Herings 1995). Statt dessen sollen physikalische Maßnahmen wie gut sitzende unterstützende Bekleidung sowie Kühlung und Entleerung bis zur Erleichterung den Vorzug gegenüber Ergotaminderivaten erhalten. Bei Mastitis ist Bettruhe, häufiges Enleeren mit Wärmeanwendung vorher und Kälte nachher sowie ggf. antibiotische Therapie zu empfehlen. Hochbinden der Brust wird wegen der Gefahr eines Milchstaus nicht mehr empfohlen." Aber vielleicht ist es ja wirklich der einfachste Weg, wenn Sie zunächst einmal versuchen, Ihrem Kind das Beißen abzugewöhnen. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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