Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mitglied inaktiv

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Hallo Biggi, momentan stille ich noch morgens und möchte aber jetzt Abstillen (meine Tochter ist 8 Monate alt). Wie gehe ich das jetzt an? Meine Brust ist morgens auch vor dem Stillen ziemlich leer und klein (nicht mehr so wie zu den Zeiten als ich 2 oder 3 mal am Tag stillte). Kann ich davon ausgehen, dass ich eh nicht mehr viel Milch habe (spüre das Einschießprickeln nicht mehr und meine Tochter nuckelt mehr, als dass sie saugt und ist auch recht quengelig bis zur nächsten Mahlzeit) und dass ich problemlos abstillen kann oder sollte ich jetzt ein Fläschchen morgens geben und dann die Kleine noch mal an beide Brüste kurz saugen lassen (oder wird dadurch eher Milch produziert als Stau verhindert?). Gruß Claudia


Biggi Welter

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? Liebe Claudia, Form und Aussehen der Brust haben ebensowenig einen Einfluss darauf, ob viel oder wenig Milch gebildet wird, wie das Gefühl, dass die Brust (wieder) weich ist. Auch ist es nicht ungewöhnlich, wenn eine Frau nach längerer Stillzeit das Einsetzen des Milchspendereflexes nicht mehr spürt. Wenn Du jetzt abstillen willst, gehst Du am besten so vor, dass Du dein Kind zunächst anlegst, aber es sich nicht vollständig satt trinken lässt, sondern anschließend noch die Flasche oder Beikost anbietest. Bei manchen Kinder empfiehlt sich auch die umgekehrte Vorgehensweise, zuerst Beikost oder Flasche anbieten und anschließend noch die Brust, das musst Du ausprobieren. Allmählich steigerst Du die Menge der Beikost bzw. Flaschennahrung, bis die Mahlzeit vollständig ersetzt ist. Etwa im Abstand von mindestens einer Woche kannst Du dann mit dem Ersetzen der nächsten Mahlzeit durch künstliche Säuglingsnahrung oder Beikost beginnen, empfehlenswert ist allerdings ein längerer Abstand von etwa vier Wochen. Falls die Brust dann zu spannen beginnt, pumpst Du gerade so viel Milch ab oder streichst von Hand aus, dass die unangenehme Spannung nachlässt und Du dich wieder wohl fühlst. Nicht mehr Milch als unbedingt notwendig entleeren, denn sonst wird die Produktion wieder angeregt. Zusätzlich kannst Du die Brust kühlen. Wenn Du langsam genug vorgehst, muss es nicht zu Stauungen kommen und es ist auch keine Milchpumpe notwendig, um abzustillen. Abstillen ist ein natürlicher Prozess und braucht im Normalfall weder mechanische noch medikamentöse Unterstützung. Stauungen sind ein Anzeichen dafür, dass zu schnell abgestillt wird. Ein Einschränken der Trinkmenge (wie es leider immer noch häufig empfohlen wird) ist nicht empfehlenswert. Trinke entsprechend deinem Durstgefühl. Was hingegen hilfreich sein kann, ist das Einschränken des Kochsalzkonsums. Auch solltest Du keinesfalls die Brust hochbinden. Was hilfreich sein kann ist ein gut sitzender, stützender BH, der jedoch keinesfalls einengen darf. Es gibt auch naturheilkundliche und homöopathische Mittel, die zum Abstillen eingesetzt werden können. Wenn Du dich hierfür interessierst, wende dich bitte an eine entsprechend ausgebildete Ärztin/Arzt oder Hebamme. LLLiebe Grüße Biggi


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