Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

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Hallo Biggi! meine Tochter ist jetzt 13 Wochen alt und ich hab sie bis jetzt voll gestillt. Ich möchte bis in ca. 4 Wochen mit dem Abstillen beginnen. Dann ist sie 4 Monate alt. Bisher habe ich zu dem Thema Abstillen immer gelesen, daß man dies sehr langsam machen soll, d. h. erst mal bei einer Mahlzeit am Tag nur eine kleine Menge zufüttern usw. Nun meine Fragen: 1. Muß man es so langsam machen, damit sich die Brust daran gewöhnt oder weil die Kinder sonst Probleme mit der Verdauung haben können. Ich hätte nämlich dann gleich von Anfang an eine Mahlzeit ersetzt und das eine Woche lang und dann die nächste usw. 2. Verträgt sich die Muttermilch mit der Fertigmilchnahrung? Oder kann es da auch Probleme beim Kind geben? 3. Fiona ist dann 4 Monate alt. Soll ich eine 1er Nahrung füttern? Ich wollte mit Aptamil anfangen, fall sie davon nicht mehr satt wird könnte ich dann auf Milumil 1 umsteigen?? Vielen Dank sonja


Biggi Welter

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? Liebe Sonja, sowohl für den Organismus des Kindes als auch für die Brust der Mutter ist ein langsames Abstillen vorteilhaft. So hat der kindliche Verdauungstrakt Zeit, sich an die Veränderung zu gewöhnen und die Brust der Mutter kann sich ebenfalls darauf einstellen, dass weniger Milch gebraucht wird und das Abstillen verläuft ohne Stauungen und damit verbundene Probleme. In vielen Fällen wird ein Kind die künstliche Säuglingsnahrung ohne größere Probleme vertragen, manche Kinder allerdings reagieren sehr empfindlich und brauchen schließlich sogar eine Spezialnahrung. Verdauungsprobleme durch die Einführung von künstlicher Säuglingsnahrung sind nie sicher auszuschließen. Sie sollten mit Ihrer Kinderärztin/arzt besprechen, welche künstliche Säuglingsnahrung für Ihr Kind sinnvoll ist. Generell kann eine Pre-Nahrung, die der Muttermilch am ehesten angeglichen ist, das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden. Folgemilchen sind ernährungsphysiologisch nicht notwendig und 2er Nahrungen sollten - wenn überhaupt - nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden, da sie nicht auf eine alleinige Ernährung nur mit dieser Nahrung ausgerichtet sind. Falls Ihr Kind ein erhöhtes Allergierisiko hat, sollten Sie mit Ihrer Kinderärztin/arzt darüber sprechen, ob eine HA-Nahrung empfehlenswert ist. Ich hänge Ihnen noch einen Artikel über die verschiedenen Arten der künstlichen Säuglingsnahrung an, in dem die Unterschiede kurz erklärt werden. LLLiebe Grüße Biggi Welter Pre, 1 oder 2 – was bedeuten die Kürzel der Säuglingsnahrung von Denise Both, IBCLC Die EU-Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Nahrungsarten: · Säuglingsanfangsnahrung · Folgenahrung · Antigen-Reduzierte Nahrung Säuglingsanfangsnahrungen sind künstliche Säuglingsnahrungen, die den Nährstoffbedarf eines Babys in den ersten vier bis sechs Monaten als Alleinnahrung decken und zusammen mit geeigneter Beikost das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden können. Sie tragen die Silbe "Pre" oder die Zahl "1" im Namen. Unter einer Pre-Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre-Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden. "1" steht für teiladaptierte Nahrung. Diese Säuglingsnahrung ist zum Teil der Muttermilch angeglichen, enthält mehr Eiweiß und außer Milchzucker noch weitere Zucker sowie Stärke. 1er-Nahrung ist nicht so dünnflüssig wie Pre-Nahrung und hält länger vor. Teiladaptierte Nahrung sollte nicht nach Bedarf gegeben werden. Folgenahrung wird durch eine "2" gekennzeichnet. Sie ist nicht mehr als alleinige Nahrung für den Säugling gedacht, sondern sollte frühestens ab dem fünften Monat zusammen mit Beikost gegeben werden. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von der der Muttermilch. Für allergiegefährdete Babys, zu denen zur Zeit etwa ein Drittel aller Neugeborenen zählen, gibt es antigen-reduzierte Nahrungen, die durch die Abkürzung "HA" erkennbar sind. "HA" steht für hypoallergen und es bedeutet, dass in diesen Nahrungen das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. Durch die Zerlegung des Eiweißes kann das Allergierisiko verringert werden. Außer den oben aufgezählten Nahrungen gibt es noch Spezialnahrungen (zum Beispiel laktosefreie Säuglingsnahrung oder Nahrungen mit sehr geringem Phenylalaningehalt), die besonderen Situationen vorbehalten sind. So kommt es zwar sehr selten vor, aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen ein Baby keine Muttermilch erhalten darf (bei Galaktosämie, einer sehr seltenen Stoffwechselstörung) oder nicht ausschließlich gestillt werden darf (z.B. bei Phenylketonurie (PKU), ebenfalls eine Stoffwechselstörung).


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