Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

abstillen

Frage: abstillen

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Liebe Frau Welters, trotz Stillproblemen habe ich meine Julian (10 Monate) bis jetzt gestillt. Es gab immer Probleme dass er nicht wollte und nicht richtig zunimmt. Er ist laut Kinderarzt, der voller Stillbefürworter ist untergewichtig. Der Kinderarzt sagt aber so lang er sonst wächst ist es o.K. -sagt ihm seine 30-jährige Erfahrung. Seit dem 6-Monat ißt er Beikost. Hat am Anfang gut geklappt. Im Moment haben wir aber das gleiche Problem wie mit dem Stillen, sobald er das Essen nur sieht schreit er, hat er früher mit der Brust gemacht jetzt beim Löffel. Versuche, dass der selber ißt geht aber noch nicht effektiv. Im Moment will er dafür dauernd vor allem nachts gestillt werden. Er wird also noch ca. 7 mal täglich gestillt. Da er eine Kuhmilchallergie hat, habe ich versucht im Sojamilch, Ziegenmilch etc. unterzujubeln, da ich in 1 Monat wieder mit dem Arbeiten anfangen muß und so nicht weitermachen kann. Ich würde ihn ja gerne früh und abends noch stillen aber nicht 5- 6x nachts. Ist das wieder so eine Phase, können sie mir einen Rat geben. Viele liebe Grüße Pia


Biggi Welter

Biggi Welter

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? Liebe Pia, es hat keinen Sinn, ein Kind zum Essen zwingen zu wollen. Bei einem Kampf ums Essen gibt es so gut wie immer nur Verlierer und sehr rasch ist der Grundstein für eine Essstörung gelegt. Ein Kind darf essen, aber es muss nicht essen. Gerade mit etwa zehn Monaten haben viele Kinder eine Phase, in der scheinbar alles wichtiger ist als das Stillen oder Essen. Die Kinder haben „keine Zeit", um in Ruhe an der Brust zu trinken oder mit dem Löffel zu essen und holen sich dann oft nachts das Versäumte nach. Es ist vollkommen normal, dass es beim Essen Aufs und Abs gibt. Da hilft dann kein Druck, sondern nur Geduld. Es gibt auch Kinder, die sehr wohl essen würden, aber absolut keinen Brei wollen. Viele Kinder hassen es auch gefüttert zu werden und wollen selbst essen. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden, denn schließlich lässt sich sehr viel an fingergerechter Nahrung anbieten und außerdem hat es den Vorteil, dass diese Kinder in aller Regel sehr bald sehr gut selbst mit Besteck umgehen können und so problemlos am Familientisch mitessen können. Probieren Sie es doch einmal mit fingergerechter Nahrung und lassen Sie Ihr Kind selbst essen. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse- und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. Auch Brot jetzt kann angeboten werden. Versuchen Sie das einmal und setzen Sie auch auf das Nachahmungsbedürfnis der Kinder. Zusammen mit ein paar anderen Kindern oder auch Erwachsenen macht Essen mehr Spaß. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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