Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abstillen

Frage: Abstillen

Mitglied inaktiv

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Hi Biggi! Vielen Dank für deine Antwort auf meine Frage zum nächtlichen Stillen...hat mich sehr beruhigt. Nun hätte ich nochmal eine Frage....diesmal aber rein informativ für später, da ich doch noch einige Zeit weiterstillen möchte. Und zwar habe ich mir mal überlegt, wie denn eigentlich das Abstillen funktioniert, wenn das Kind ohnehin schon zwischen 1 und 2 Jahren ist und daher auch schon alle ganz normalen Mahlzeiten isst (und ich ja keine Mahlzeit mehr ersetzen kann). Lasse ich dann einfach pro Woche eine Stillmahlzeit weg? Und wenn ja, welche Milchnahrung (Vollmilch?) bekommt das Kind dann und wieviel? Und wie mache ich das in der Nacht? Versuche ich zuerst tagsüber abzustillen und nachts dann immer weniger zu stillen oder einfach aprupt aufzuhören? Und schliesslich noch: ist beim Abstillen die Hormonänderung auch wieder so heftig und wenn ja, wie kann man dann wieder so einem Stimmungstief (wie ich es nach der Geburt und zu Beginn der Schwangerschaft hatte) vorbeugen? Vielen Dank wieder für deine Antworten...du bist echt die einzig wirkliche kompetente Person in solchen Angelegenheiten! lg isa


Biggi Welter

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Liebe Isa, danke für deine netten Worte :-). Wenn Du mit dem Abstillen beginnst, solltest Du dich ganz nach deinem Kind richten. Manchmal kann ein Kleinkind eher am Morgen auf das Stillen verzichten, andere genießen gerade dieses Kuscheln. Viele Kinder brauchen ihren „Gute-Nacht-Schluck“ Es lässt sich nicht für jedes Kind vorhersagen, wie das Abstillen verlaufen wird. Manche Kinder trinken allmählich immer seltener an der Brust und dann nur noch alle ein, zwei Tage, schließlich nur noch einmal in der Woche und plötzlich ist das Kind abgestillt und die Mutter kann gar nicht genau sagen, wann das „letzte Mal" war. Andere Kinder beschließen relativ plötzlich, dass sie jetzt nicht mehr bei der Mutter trinken wollen und verkünden dies auch sehr deutlich (und lautstark). Manche (älteren) Kinder setzen sich auch ein Ziel („an meinem Geburtstag höre ich auf"). Wie auch immer, in der Regel gibt es keine Problem mit der Brust, weil selbst ein plötzlich aufhörendes Kind meist schon deutlich weniger getrunken hat. Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen depressiven Verstimmungen und plötzlichem Abstillen, aber ich denke nicht, dass Du so schlagartig abstillen wirst und außerdem wird diese Symptomatik eher bei Frauen beschrieben, deren Kinder deutlich jünger sind als dein Baby. Ich werde dir jetzt ein paar Möglichkeiten aufzählen, ein älteres Stillkind von der Brust zu entwöhnen. Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du deinem Kind die Brust nicht von dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt dich hinzulegen, wenn Du dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Außerdem möchte ich dir das Buch „Wir stillen noch - über das Leben mit gestillten Kleinkindern" von Norma J. Bumgarner empfehlen, das bei La Leche Liga und jeder La Leche Liga-Stillberaterin und im Buchhandel erhältlich ist. Wenn dein Kind nicht mehr gestillt wird, kannst Du ihm ab dem ersten Geburtstag Vollmilch geben. Sobald das Baby begonnen hat, Kuhmilch zu trinken, solltest Du Vollmilch (keine Magermilch oder Milch mit nur 1,5 % Fettgehalt) anbieten, bis das Kind zwei Jahre alt ist. Kleine Kinder brauchen für ein optimales Wachstum natürliche Fette. Nach dem ersten Geburtstag benötigt ein Kind etwa 350 ml Milch (oder etwas mehr als einen kleinen Joghurt) und 20 g Käse, um seinen Milchbedarf zu decken. Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen!? LLLiebe Grüße Biggi


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