Mitglied inaktiv
Hallo Bigi, mein Sohn ist gerade 1 Jahr geworden. Er wird noch abends (nach dem Brei) und nachts gestillt. Nun möchte ich ´langsam` abstillen. Einerseits weil ich denke, das das Stillen die Ursache für ein paar Problemchen mit meinem Mann sind (sexuelle..) und weil ich mir auch erhoffe, das Noah dann endlich durchschläft. Das Problem ist, das er noch sehr heftig trinkt, d. h. wenn ich die Brust auspacke ist er wie ein Wilder. Braucht er das wirklich noch so sehr oder kann ich noch Hoffnung haben das er sich mal selber abstillt? Das wär mir das allerliebste. Ich weiss nämlich nicht wie ich das alles anstellen soll. Zumal ich ihn nachts auch mit in unser Bett nehme, weil ich einfach zu müde bin, mich stundenlang an sein Bett zu stellen und ihn wieder in den Schlaf zu streicheln..(hat auch was mit Geduld zu tun..) Das alles bereitet mir viele Bauchschmerzen. Vielleicht kann ich mich auch mal mit einer Stillberaterin in meiner Nähe unterhalten? PLZ 04317
? Liebe Noahs-Mama, wenn Du sicher bist, dass für dich jetzt der Zeitpunkt für das Abstillen gekommen ist, dann tue es, aber erhoffe dir nicht zu viel davon. Weder ist das Abstillen eine Garantie dafür, dass euer Kind durchschlafen wird, noch eine Gewähr für die Lösung deiner Probleme mit deinem Mann. Das sollte dir wirklich klar sein. Die Hoffnung, dass sich dein Kind in allernächster Zukunft von selbst abstillen wird, kann ich dir leider auch nicht unbedingt machen, da sich statistisch gesehen die meisten Kinder selbstbestimmt irgendwann zwischen zwei und vier Jahren abstillen und bis dahin habt ihr noch ein Weilchen. Wichtig ist, dass beim Abstillen für dein Kind klar ersichtlich ist, dass Du es nicht plötzlich ablehnst, sondern noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust, aber nicht dich selbst. Vielleicht kannst Du gerade in der Nacht statt von jetzt auf gleich nicht mehr zu stillen, die Zeit an der Brust schrittweise immer weiter verkürzen, so dass der Übergang fließend ist. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal dem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Das Verändern von Ritualen kann helfen. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, dein Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Beruhigendes Zureden, Streicheln, Singen, ein immer gleichbleibendes Ritual und viel Nähe können deinem Kind helfen, ohne Brust in den Schlaf zu finden. Viele Mütter glauben, dass sie beim Abstillen auf Distanz zu ihrem Kind gehen müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb ist das gemeinsame Schlafen positiv. Ich zähle dir jetzt noch einige Methoden auf, die sich beim Abstillen eines älteren Babys oder Kleinkindes bewährt haben, vielleicht ist etwas für dich dabei: Eine Methode, die sich beim allmählichen Abstillen bewährt hat heißt „biete nicht an, lehne nicht ab". Das bedeutet, dass Du Deinem Kind die Brust nicht von Dir aus anbietest, aber auch nicht ablehnst, wenn es danach verlangt. Viele Kinder wurden auf diese Weise abgestillt. Eine weitere Möglichkeit heißt Ablenkung. Durch Ablenkung abzustillen bedeutet, Deine Gewohnheiten von Tag zu Tag erheblich zu verändern. Du musst die vertrauten Stillsituationen vermeiden und neue Betätigungsfelder schaffen. Für das eine Kind kann das bedeuten, dass Ihr viel häufiger Ausflüge zu Orten unternehmt, die Deinem Kind gefallen und wo es viele Menschen und viel Trubel gibt. Für ein anderes Kind bedeutet dies vielleicht, das Leben erheblich ruhiger zu gestalten, um Situationen, die es als bedrohlich empfindet, zu verringern. Es kann auch ablenkend wirken, wenn Du Dein übliches Verhalten in bestimmten Situationen veränderst. Wenn Du zum Beispiel sitzen bleibst anstatt Dich hinzulegen, wenn Du Dein Kind zum einschlafen bringst. Andere Möglichkeiten sind Vorlesen, Singen oder vielleicht ein neues Spielzeug. Manchmal bringt es Dich auch weiter, wenn du das Stillen immer dann, wenn Dein Kind diesen Aufschub verkraften kann, für eine Weile verschiebst. Das kannst Du flexibler handhaben als den Vorsatz eine bestimmte Stillmahlzeit ausfallen zu lassen. Du kannst auch versuchen die Stillzeiten zu verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst Dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen anbieten. Die nächstgelegene LLL-Stillberaterin für dich dürfte Frau Bettina Jesse Tel.: 0341-2521124 sein. LLLiebe Grüße Biggi
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